Archiv der Kategorie 'StudentInnen'

Studentische Anhänger der Grünen Bewegung demonstrieren gegen Said Dschalili

Am gestrigen Montag, 14.4.2014, hatten Bassidschi und radikale Gruppen unter den Studenten der Amir Kabir-Universität in Teheran ein Fest für die Atomenergie organisiert. Die Veranstaltung wurde mit Parolen und Gesängen von studentischen Anhängern der Grünen Bewegung gestört und konnte erst mit 45 Minuten Verspätung beginnen.

Als Hauptredner trat Said Dschalili auf, ehemaliger iranischer Chefunterhändler bei den 5+1 Atomenergiegesprächen unter Prädident Ahmadinejad. Dschalili war außerdem bei den letzten Präsidentschaftswahlen angetreten, allerdings – trotz Unterstützung durch den Religiösen Führer Chamene’i – mit nur 5 Mio. Wählern dem jetzigen Präsidenten Rouhani unterlegen, der 18 Mio. Stimmen auf sich vereinigen konnte.

Zu Beginn der Veranstaltung hatten sich die Anhänger von Dschalili ganz vorne an der Bühne versammelt. Sie riefen unterstützende Parolen für Dschalili und machten sich für den Ausbau und die Weiterentwicklung der Atomenergie stark.

Im hinteren Bereich des Vortragssales versammelten sich die Anhänger der Grünen Bewegung und versuchten durch Skandieren von Parolen und das Absingen von Liedern die Veranstaltung zu stören. Sie riefen unter anderem „Ya Hussein, Mir Hussein“ (Mir Hussein Mussawi ist der im Jahr 2009 um seinen Wahlsieg betrogene Kandidat der Grünen Bewegung, der zur Zeit unter Hausarrest steht), „Mussawi, Karrubi azad bayad gardante“, (Mussawi und Karrubi sollen frei gelassen werden), „Marg bar Dictator“ (Tod dem Diktator). Auch wurde das populäre Lied „Yare Dabestani“ (Mein Freund in der Grundschule) gesungen. Die von ihnen ebenfalls gerufenen Parolen „Salam bar Chatami, dorud bar Rouhani“ und „Rouhani, Rouhani, hemayatat mikonim“ drückten die Unterstützung der StudentInnen für die Politik des Präsidenten Rouhani aus.

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Iran: nach Dichterlesung verhaftet

Seyyed Hossein Mussawi, ein Student an der Hochschule von Yassudsch, war am 13.12.1392 (4. März 2014) vom Geheimdienst der Pasdaran verhaftet worden, nachdem er ein kritisches Gedicht auf einem Gedichtabend vorgelesen hatte. Gestern, am 9. März 2014, haben sich etwa Hundert Studenten an der Hochschule von Yassudsch versammelt, um gegen die erstickende Atmosphäre an der Uni zu protestieren und die sofortige, bedingungslose Freilassung des Studenten zu fordern.

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Hochschule Teheran: Studentenbewegung

Zur Feier des Tags der Studenten (9. Dezember) fand am Samstag, den 7. Dezember, an der Fakultät für Literatur der Universität Teheran eine Feier mit mehreren Reden statt. Zu diesem Anlass sprach auch der iranische Staatspräsidant Hassan Rouhani.
Hier ein paar Eindrücke aus dem Publikum, wie sie von iranischen Nachrichtenagenturen verbreitet wurden:


Die Fotos geben auch einen Eindruck davon, wie aktiv die Frauen in der Studentenbewegung sind.

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Iran: Schariatmadari ausgepfiffen


Studentinnen und Studenten beim Auftritt von Hossein Schariatmadari

Hossein Schariatmadari war am Samstag, den 16. Adhar (7. Dezember 2013), an der Technischen Hochschule Scharif in Teheran aufgetreten, um dort über die Aufgabe der Studentenbewegung und die Aufgabe der Zeitung Keyhan („Die Welt“) zu sprechen, deren Herausgeber er ist.
Er ist das Sprachrohr der Scharfmacher des islamistischen Regimes, ein Gegner jeder Aussöhnung mit der USA oder mit Israel, einer derjenigen, für die das Recht auf eine Atombombe zu den Grundartikeln der Allgmeinen Erklärung der Menschenrechte gehört. Im Iran hat er sich einen Namen damit gemacht, gegen die Grüne Bewegung zu hetzen, die mit der Wahlfälschung vom Juni 2009 um ihren Sieg betrogen wurde.
Vier Jahre massive Unterdrückung haben es trotzdem nicht geschafft, die iranische Studentenbewegung mundtot zu machen, denn sie vermasselte ihm gründlich den Auftritt an der Hochschule im Vorfeld des Tags der Studenten (18. Adhar, entsprechend dem 9. Dezember).
Die Studenten begrüßten ihn mit Parolen wie: „Keyhan, Netanyahu – wir gratulieren zum Bündnis“ (weil beide gegen das in Genf verhandelte Atom-Abkommen sind).
„Schariatmadari, geh raus!“
„Nieder mit den Taliban, ob in Kabul oder Teheran!“
Seine Entgegnung: „Wir sind nicht wie die Weiden, die unter dem Wind erzittern.“
So spricht einer, der die Scharfrichter, Folterer und Serienmörder der Islamischen Republik hinter sich weiß.

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Iran: Drohungen zum Tag des Studenten

Der 18. Adhar (9. Dezember) wird im Iran offiziell als „Tag der Studenten“ begangen. Im Vorfeld, am Samstag, den 7. Dezember, fanden auch Veranstaltungen an der Universität von Teheran statt, bei denen viele Studentinnen und Studenten mit kritischen Forderungen ihr Präsenz zeigten. So hielten sie Transparente hoch, in denen sie eine Freilassung der politischen Gefangenen forderten, namentlich derer, die nach den Protesten vom Juni 2009 verhaftet wurden – damals waren Millionen Menschen gegen die gefälschten Präsidentschaftswahlen auf die Straße gegangen.
Staatspräsident Hassan Rouhani, der eine Rede vor den versammelten Studenten hielt, erklärte: „Die Regierung steht zu allen Versprechen, die sie der Bevölkerung gemacht hat.“ Hassan Rouhani, aber auch andere Redner, sollen dabei über das Thema „Hausarrest“ der damaligen Präsidentschaftskandidanten Mirhossein Mussawi und Karubi und über die Inhaftierungen gesprochen haben.

Proteste Schari‘atmadari
Laut einer Meldung der Zeitung E‘temad soll Hossein Schariatmadari, der Vertreter des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i und Herausgeber der Teheraner Zeitung „Keyhan“, der ein Wortführer der radikal-fundamentalistischen Elemente ist, mit Protesten und Parolen gegen die Zeitung „Keyhan“ begrüßt worden sein.

Kaum verhüllte Drohungen der Pasdaran
Die Zeitung Dschawan, die die Position der iranischen Revolutionswächter (Pasdaran) vertritt, kritisierte die Gegenwart bekannter Vertreter der Reformisten auf dieser Feier zum Tag des Studenten an der Universität Teheran. Die Zeitung missbilligte die Unterstützung der Studenten für die inhaftierten „Führer der Proteste von (13)88″ (gemeint ist die Zeit nach dem Juni 2009), und ließ beiläufig auch eine Drohung gegen Präsident Hassan Rouhani einfließen, dem ein ähnliches Ende wie dem vorletzten Präsidenten Chatami blühe.
Die Zeitung Dschawan schrieb: „Es bleibt abzuwarten, ob das Schicksal von Chatami auch für Rouhani zu zählen begonnen hat. Dieser Tag wird nicht allzu weit sein.“

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Iran: Studenten verhandeln mit Delegation aus dem Hochschulministerium

Aufgrund diverser Beschwerden und Proteste erschien am Samstag, den 30. November 2013, eine Delegation unter der Leitung des iranischen Hochschulministers in der „Internationalen Imam-Chomeini-Universität“ in Qaswin, um Vorwürfe gegen den Hochschulrektor Ale Buye zu untersuchen. Die Delegation wollte die Lage an der Hochschule und die vorgeworfenen Gesetzesverstöße näher untersuchen. Zu ihrem Empfang hatten sich Studenten und Lehrende im Hof der Universität versammelt und den Sitzstreik erklärt. Die Delegation sandte einen Vertreter zu ihnen und sagte zu, sich die Beschwerden der Studierenden anzuhören, und sei es bis in die Nacht. Die Studenten zeigten sich ihrerseits zu Gesprächen bereit, allerdings unter einer Bedingung: Die Sicherheitsorgane hätten bei diesen Gesprächen nichts verloren. Diese Bedingung wurde von der Delegation des Hochschulministers akzeptiert, und so gingen die Gespräche bis um 21 Uhr. Die Studenten überreichten bei dieser Gelegenheit auch eine Petition mit rund 1000 Unterschriften, in der die Absetzung des Hochschulrektors gefordert wurde.
Das Besondere in diesem Fall ist, dass die staatliche Delegation eingewilligt hat, die Sicherheitskräfte aus den Gesprächen auszuschließen. Damit konnten nicht die üblichen Bassidschis und Co. die Mikrophone und die Kontrolle über die Gespräche an sich reißen, denn deren Gesichter sind unter den Studenten bekannt. Wären sie aufgetaucht, hätte man sie ausgeschlossen.
Man darf annehmen, dass die Rache der bewaffneten Organe auf dem Fuß folgt.

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Teheran: 17-jähriger Arbeiter stürzt von Baugerüst

Am Sonntag, den 24.11.2013, stürzte der 17-jährige Erfan Mamisade vom 6. Stockwerk eines Baugerüsts des Abu-Reyhan-Gebäudes der Amir-Kabir-Ingenieurshochschule in Teheran. Der tödliche Unfall geschah um 11 Uhr morgens. Auf diese Nachricht hin versammelten sich 300 Studenten der Ingenieurhochschule vor dem Abu-Reyhan-Gebäude. Sie protestierten dagegen, dass auf der Baustelle Kinderarbeit ausgenutzt wird, obwohl dies gegen das geltende iranische Arbeitsrecht verstößt. Auch wiesen sie darauf hin, dass der abgestürzte 17-Jährige nicht einmal einen Sicherheitsgurt hatte, der ihn vor einem Absturz schützen könnte.

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Iran: Hafturlaub für Madschid Tawakkoli


Hafturlaub für Madschid Tawakkoli

Vergangenen Dienstag, den 22. Oktober 2013, wurde der iranische Studentenvertreter Madschid Tawakkoli nach vier Jahren Haft gegen Kaution in Hafturlaub entlassen. Ein Gericht soll darüber entscheiden, ob sein Hafturlaub verlängert wird.
Er wurde von 400 Studentinnen und Studenten empfangen.

Die Studenten begrüßen ihren Mitstreiter

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Hamedan (Iran): Verdächtiger Tod einer kurdischen Studentin


Medizinstudentin Sahar Tscho‘ini – ein weiteres Opfer der Mollas?

Die aus Mariwan stammende kurdische Studentin Sahar Tscho‘ini studierte an der Universität von Hamedan Krankenpflege. Vergangene Woche wurde sie im Studentenwohnheim tot aufgefunden. Zuerst behaupteten die Behörden, sie sei an einem Gehirnschlag gestorben. In Mariwan, ihrer Heimatregion, schenkte man dem keinen großen Glauben, da solche mysteriösen „Gehirnschläge“ bei gesunden Menschen dort in der Vergangenheit öfter vorkamen. Die Bevölkerung protestierte. Darauf behaupteten die Behörden, die Studentin habe Selbstmord begangen. Dem widersprechen ihre Kommilitoninnen und ihre Familienangehörigen. Die Studenten der medizinischen Fakultät von Hamedan haben am Montag, den 14.10.2013, einen Sitzstreik vor der zahnmedizinischen Fakultät der Uni Hamedan eröffnet und erklärt, sie werden solange fortfahren, bis der Todesfall angemessen untersucht wird. Als der Rektor der Universität behauptete, es handle sich um einen Selbstmord, wurde er von den Studenten ausgebuht. Die von staatlicher Seite (also den mutmaßlichen Tätern!) beauftragten Ärzte behaupteten, die Studentin sei nicht erstickt (beim „Selbstmord“ durch Erhängen), sondern habe davor einen Gehirnschlag erlitten. Faktum ist, dass sowohl der Geheimdienst wie die Polizei offensichtlich bemüht sind, die Täter dieses mutmaßlichen Mordes zu decken und nicht beabsichtigen, zur Aufklärung des Todesfalls beizutragen.


Medizinstudenten in Hamedan fordern Aufklärung des mysteriösen Todesfalls

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Iran: Fundis benutzen Rouhani als Köder

Am Samstag, den 12.10.2013, besuchte der iranische Staatspräsident Hassan Rouhani auf Einladung des Rektors der Universität Teheran diese Hochschule, wo er sich für eine freie Forschung und Lehre aussprach.
Aber die Wirklichkeit sah und sieht anders aus: Denn der Rektor der Universität hatte Hassan Rouhani extra einen kleinen Raum gegeben, den er mit Bassidschi-Studenten und anderen radikalen Kräften auffüllte, und diverse Organe in Zivil umringten den Veranstaltungsraum und ließen die normalen Studenten, die den Vortrag des Präsidenten hören wollten, nicht durch. Mehr noch, sie verhielten sich aggressiv zu den Studenten, filmten sie und drohten ihn gar mit Inhaftierung.
Selbst Studenten, die eine Eintrittskarte für den Vortrag besaßen, wurden nicht eingelassen, ebensowenig der Studentenvertreter, der laut Plan ebenfalls eine Rede halten sollte.
Ein Student meinte, im Wahlkampf habe Hassan Rouhani davon gesprochen, er besitze den Schlüssel zur Lösung der anstehenden Probleme. Es sehe aber so aus, als ob er mit seinem Schlüssel nicht einmal die Universität öffnen könne.
Die Situation erinnert an die Zeit von Präsident Chatami, der sich zwar als Reformer präsentierte, aber de facto nicht in der Lage war, die radikalen Kräfte unter Kontrolle zu bringen, die letztlich im Auftrag des Religiösen Führers tätig sind.

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Mehr als 600 Aktivistinnen der Frauen- und Studentenbewegung haben sich bei Gericht beschwert

Auszüge aus der Erklärung der Aktivistinnen

„Unsere Beschwerde richtet sich gegen die Diskriminierungspolitik im Bildungssystem. Der Anteil der Frauen an den iranischen Universitäten hat sich aufgrund der Geschlechterungleichheit verringert. In den letzten zwei Jahren hat die Diskriminierungspolitik den Frauen und Mädchen im Bildungssystem viele Probleme bereitet. An den Universitäten fußt die Geschlechterdiskriminierung auf zwei Säulen: einmal ist es die geringe Frauenquote bei den Zulassungen zu bestimmten Fächern, zum anderen ist es die geringe Zahl der Fächer, die Studentinnen für ihr Studium überhaupt zugänglich sind. So durften im Jahr 2012 an 36 Universitäten 77 verschiedene Fächer von Frauen nicht belegt werden. Nach Protesten und Demonstrationen von Eltern, Studentinnen wurde die Zahl der 77 nicht studierbaren Fächern in etwa halbiert. Dennoch hat sich unsere Situation in Bildung und Wissenschaft allgemein eher verschlechtert und die Hindernisse haben für Frauen zugenommen. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, führt das zu negativen Effekten in der iranischen Gesellschaft und auch in unserer Wirtschaft. Frauen, die nicht studieren können, haben schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und können mit den Männern nicht konkurrieren. Frauen werden so über kurz oder lang zu Personen zweiter Klasse in der unserer Gesellschaft. Diese Diskriminierungspolitik steht sogar im Widerspruch zur iranischen Verfassung. Diese ungerechte Bildungspolitik muss sich ändern!“

Anmerkung: In der zweiten Legislaturperiode von Ahmadinejad wurden die Rektoren an zahlreichen iranischen Universitäten ausgetauscht und durch Anhänger von Chamene‘i und Ahmadinejad ersetzt, mit dem Ziel, die Universitäten zu islamisieren. Proteste von Studentinnen und Studenten für ganz grundlegende Dinge wurden niedergeschlagen und verboten, die Teilnehmer mussten oft die Universitäten verlassen. Die Atmosphäre an den Universitäten hat sich militarisiert. Das Sagen an den Universitäten hatten nicht Wissenschaftler sondern Bassijis und der iranische Geheimdienst. Ihre Mitglieder bekamen Ämter und Pöstchen in wissenschaftlichen Kollegien, sie wurden als Lehrer (!) eingestellt und bekamen einen Studienplatz ohne am Ausleseverfahren teilgenommen zu haben. Seit letzter Woche, als die Universitäten wieder geöffnet haben, kam es dort zu zahlreichen Protestetn und an Hasan Rouhani gerichteten Offenen Briefen gegen die Geschlechterdiskriminierung.

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Urumije (Iran): Studenten streiken


Studentenprotest in Urumije

An der vor sieben Jahren gegründeten Technischen Hochschule von Urumije halten die Studentinnen und Studenten einen Streik ab, um ihren Forderungen Nachdruck zu verlangen. Ihre Forderungen lauten:
- Schluss mit der polizeistaatlichen Atmosphäre an der Hochschule
- Schluss mit der Bespitzelung durch Zivilbeamte
- Zulassung wissenschaftlicher Vereine
- Zulassung einer Studentenzeitung und von Fach-Zeitungen
- ein Recht, die gesellschaftlichen Interessen der Studenten auf organisierter Ebene zu vertreten
- kein Ausschluss von den Prüfungen für diejenigen Studenten, die die Miete für das Studentenwohnheim nicht bezahlen konnten
Die Studenten kritisieren, dass der Rektor der Hochschule ein Hisbollah-Typ sei, der von Ahmdineschad bei der Gründung der Hochschule in sein Amt eingesetzt wurde und bis heute amtiert.

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Kurdische Tänze an der Freien Universität Teheran

Die iranischen Mollas sind nicht dafür bekannt, dass sie Tänze und speziell gemeinsame Tänze von Männern und Frauen fördern. Aber offensichtlich gelingt es den Jugendlichen immer wieder, den Spassverderbern eins auszuwischen.

So hatten iranische Kurden, wohl Angehörige von Nomaden, eine Erlaubnis bekommen, vor der Freien Universität Teheran ein Zelt aufzubauen. Bei dieser Gelegenheit führten sie auch gleich einen ihrer Gruppentänze auf. Man sieht, wie Männer und Frauen gemeinsam tanzen. Überall an den Fenstern sammeln sich neugierige Zuschauerinnen und Zuschauer, und man hört am Schluss den Ruf „Dobare, dobare“ (Nochmal – also, Zugabe!).
Hier der Link zum Video.

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Wer sein Geld von den Militärs bezieht, kann kein Student sein


Dieser Student traut sich was

Im Iran ist wieder Vorwahlzeit, Mitte 2013 steht wieder eine Präsidentenwahl an. Und wie gehabt, lockert das Regime die Schrauben etwas, um den Eindruck zu erwecken, die Wähler hätten eine Freiheit der Wahl. An der Universität Teheran fand am Dienstag, den 18. Dezember 2012, eine Diskussionsrunde statt, die die Studenten-Bassidschi-Milizen organisiert hatten. Die Diskussion verlief aber anders als die Organisatoren sich das wohl gewünscht hatten.
Nachdem der Vorredner, ein Bassidschi, behauptet hatte, niemand sei wegen seiner Überzeugung im Gefängnis, ging der Folgeredner aufs Ganze.
Er erklärte, dass eine Organisation, die ihr Budget von den Militärs (hier sind auch die Pasdaran mit einbezogen) beziehe, nicht behaupten könne, sie sei eine Studentenvertretung. Die Studentenbewegung im Iran sei stets mit den anderen aktiven Gruppen verbündet gewesen, mit der Arbeiterbewegung, der Frauenbewegung, den Umweltschützern, mit allen denen, die die Gesellschaft ändern und verbessern wollten. Die Bassidschis dagegen seien nur dazu da, das bestehende Regime am Leben zu erhalten.
Er sagte weiter, dass es nicht stimme, dass niemand wegen seiner Überzeugung in Haft sei. Doktor Faribors Ra‘isdana, seines Zeichens Wirtschaftswissenschaftler, sei zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, weil er die jetzige Wirtschaftspolitik kritisierte. Dr. Faribors Ra‘isdana sei deshalb jetzt im Ewin-Gefängnis. Und wenn jemand Madschid Tawakkoli, einen Studentenaktivisten, dafür kritisiere, dass er versucht habe, im Tschador zu fliehen, und dies als Schande bezeichne, so könne man dazu nur anmerken: Wer das Tragen des Tschadors, das Tragen von Frauenkleidern als Schande bezeichne, sei nur einer von denen, die das System des Machismo und die Vorherrschaft der Männer am Leben erhalten wolle. Der Redner bekam heftigen Beifall, natürlich ausgenommen jene, die wohl Bassidschis sind.
Es ist nicht auszuschließen, dass der Redner später verhaftet wird.

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Größte Protestversammlung an der Uni Teheran seit einem Jahr

Wir hatten berichtet, wie die iranische Regierung den Umweltschutz entdeckt hat, um die traditionellen Studentenproteste am 16. Asar zum Schweigen zu bringen (Iran: 16. Asar – Schweigen angesagt?).

Gestern, am Ende der viertägigen Auszeit für das öffentliche Leben in Teheran, ging der Unibetrieb wieder los und gleich am ersten Tag versammelten sich hunderte Studentinnen und Studenten im Audimax um zu protestieren. Sie kritisierten den Druck der auf den StudentInnen herrscht und die allgegenwärtige Zensur. Es wurden zahllose im Geheimen gedruckte Flugblätter verteilt – alles unter den missbilligenden Blicken von Pasdaran und Bassidschi.

Es handelt sich somit um den ersten größeren Protest an einer iranischen Universität seit gut einem Jahr.

„Ein Student kann getötet werden aber er lässt sich nicht demütigen!“

„Zuversicht, Wissen und Toleranz sind guter Proviant und Licht für das Morgen“

„Wir leben, damit wir keine Ruhe geben“

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