Archiv der Kategorie 'StudentInnen'

Iran: Mehr Frauen zum Studium zugelassen als Männer

Um an einer Uni im Iran ein Studium aufnehmen zu können, müssen die Studienwilligen zuvor eine landesweite Aufnahmeprüfung absolvieren. Für das beginnende Studienjahr haben 387.000 Personen die Aufnahmeprüfung bestanden, davon 214.000 Frauen. Das bedeutet, dass 55% der Studienanfänger Frauen sein werden, 45% Männer. Die Frauen konzentrieren sich im Studium vor allem auf folgende Zweige: Ingenieurberufe, Medizin und Zahnmedizin.
Wohlgemerkt: Dies alles ist nicht die Folge einer gezielten Förderung des Frauenstudiums durch die Regierung, ganz im Gegenteil…

http://www.pyknet.net/1396/07shahrivar/27/page/konkur.php
vom 27. Schahriwar 1396 (18. September 2017)
pishtaziye doxtaran az pesaran dar konkure sale 96 daneshgahha

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Wahlkampf im Iran


Wahlkampfrede von Präsident Hassan Rouhani in Urumije am 7. Mai 2017

Am 19. Mai findet im Iran die erste Runde der Präsidentschaftswahlen statt. Nur sechs Kandidaten wurden vom Wächterrat zugelassen – darunter der amtierende Präsident Hassan Rouhani sowie zwei Gestalten, deren Verbrechen Bücher füllen würden.

Ebrahim Ra‘issi
Der eine ist Ebrahim Ra’issi, einer der Mitglieder der Todeskommission, die aufgrund einer Fatwa von Ajatollah Chomeini im Jahr 1988 festlegten, welche politischen Gefangenen umgebracht werden soll. Es ging als großes Gefängnismassaker in die iranische Geschichte ein. Tausende von Gefangenen, die ihre Haft schon abgesessen hatten, wurden damals standrechtlich im Gefängnishof erschossen. Für dieses Verbrechen wurde Ebrahim Ra’issi nie vor Gericht gestellt, denn die Täter sind ja noch an der Macht.

Bagher Qalibaf
Der andere heißt Bagher Qalibaf. Er war früher General der Revolutionswächter. In dieser Eigenschaft war er dann für die Sicherheitskräfte in Teheran zuständig. 1999, noch zur Amtszeit von Präsident Chatami, waren die Proteste der Studenten Tagesthema. Es fand eine Sitzung statt, an der verantwortliche Politker, der Innenminister, der Rektor der Uni Teheran und eben auch General Bagher Qalibaf teilnahmen. Qalibaf schilderte später selbst, dass er den Innenminister, der keinen Schießbefehl erteilen wollte, damals mit den übelsten Ausdrücken beschimpfte, die er heute nicht wiederholen möchte, um zu erreichen, dass er auf die „konterrevolutionären Studenten“ schießen darf. Qalibaf setzte sich durch. Das Ergebnis: Die Studentenwohnheime wurden von den „Sicherheitskräften“ gestürmt, die Studenten aus den Fenstern geworfen und andere verhaftet. Diese Brutalität ist ein Verdienst von Bagher Qalibaf. Das war der Startpunkt für seine Karriere. Jetzt ist er Oberbürgermeister von Teheran, und spielte auch hier eine unrühmliche Rolle bei der Inhaftierung eines Bloggers, der die Korruption beim Verkauf städtischer Grundstücke angeprangert hatte. Das ist der Hintergrund, vor dem man folgende Worte Rouhanis verstehen kann.

die anderen die Zunge abgeschnitten haben…
Er erklärte auf einer Rede in Urumije (West-Aserbaidschan): „Die reden von freier Meinungsäußerung und von Kritikfreiheit. Unglaublich! Die, die anderen die Zunge abgeschnitten und den Mund zugenäht haben! Das, was in den vergangenen Jahren von Euch ausgegangen ist, war das Wort „Verbot“. Verbot zu schreiben. Verbot abzubilden. Bitte reden Sie nicht von Freiheit. Da muss sich die Freiheit ja schämen. Und reden Sie nicht von Kritik. Sie arbeiten in Institutionen, an denen sich keiner traut, Kritik zu üben.“

An die Schmuggelbrüder
Er spielt auch darauf an, dass die Pasdaran und das Umfeld des Religiösen Führers zur Zeit des Embargos gut an den Sanktionen verdient haben, weil sie auf dem Schwarzmarkt horrende Gewinne erzielten. Seine Worte: „Ihr, die ihr am Embargo tüchtig verdient habt, ist euer Einkommen jetzt in den Keller gegangen? Wollt ihr uns jetzt wieder vier Jahre zurück versetzen?“

An die Steuerflüchtigen
Keine Steuern zu zahlen ist ein Privileg der iranischen Machthaber. Dazu gehören auch die religiösen Stiftung, z.B. die mächtige Astane-Qods-Rasawi-Stiftung in Maschhad, die von Ebrahim Ra’issi geführt wird. Sie ist einer der größten Wirtschaftskonzerne des Irans und zahlt keine Steuern. Rouhani hierzu: „Da reden sie von Steuern und keiner fragt – habt ihr denn da Steuern bezahlt, wo ihr bis jetzt die Leitung inne hattet?“ Hinter dieser Steuerbefreiung steht übrigens direkt Ajatollah Chamene’i, das weiß auch Hassan Rouhani.

An die Wähler

An die Wähler in der Region um Urumije, an die Kurden und Aseris gerichtet, gehen Rouhanis Worte, dass er nicht möchte, dass sie davon leben müssen, unter beschwerlichen und gefährlichen Umständen Waren auf dem Rücken über die Grenze zu tragen. Sein Ziel sei es, die Grenzregionen zu Exportregionen des Irans zu machen. Er weist auch darauf hin, dass der Urumije-See in seiner Amtszeit nicht weiter eingetrocknet sei, was sein Wahlversprechen gewesen sei.

Rouhani – gewiefter Prediger
Rouhani weiß, was das Publikum hören will und er trifft den richtigen Ton. Aber das ändert nichts daran, dass er kein Programm – und auch nicht die Macht – hat, eine Wirtschaftsentwicklung in Gang zu setzen, die der Bevölkerung Arbeit gibt. Denn dazu müsste er die Pasdaran und die Leute um Chamene’i entmachten. Davon kann nicht die Rede sein. Insofern wecken seine Worte Hoffnungen, die er nie erfüllen kann. Und das weiß auch er.

Quellen:
http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/69186/
vom 7. Mai 2017
kesani ke dahanhara duxtand dam az azadi mizanand

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Iran: Studierverbot für Baha‘i

Im Iran sind ca. 20 Studentinnen und Studenten aus ihrem Studium entlassen worden, weil sie Baha‘i sind.


Schmiererei an einer Toreinfahrt: „Tod den Baha‘i

An den Universitäten von Teheran, Isfahan, Schiras und Birjand sind in den letzten drei Wochen etwa 20 Studentinnen wegen ihres Glaubens entlassen worden. Es sind alles Baha‘i. Ein Student, der seinen Namen nicht veröffentlichen möchte, hat den Vorgang wie folgt beschrieben:

Vor etwa fünf Wochen wurde ich von der Universitätsverwaltung angerufen. Es hieß ich müsste meine Unterlagen ergänzen, es würden Dokumente fehlen. Als ich zur Verwaltung gegangen bin, wurde mir gesagt, ich müsste zur Archivabteilung gehen. Dort angekommen sagte mir der Zuständige ich müsse zum Harasad (wörtlich: Beobachtung, eine Art Geheimdienst an der Universität). Also bin ich zum Harasad gegangen. Von dort wurde ich zum Universitätsdirektor geschickt. Im Büro des Rektors wurde ich von einem Zuständigen verhört. Seine erste Frage war, „Bist du Moslem?“ Ich gab zur Antwort, dass ich alle Fragen zu Scharia und Islam schon bei der Aufnahmeprüfung ausführlich beantwortet hätte, aber ja, ich sei Baha‘i. Er fragte, warum ich das nicht in meinen Unterlagen vermerkt hätte und verlangte von mir, in sein Formular einzutragen, dass ich Baha‘i bin. Das tat ich auch.

In den Tagen danach durfte ich nicht an den Vorlesungen teilnehmen. Daraufhin bin ich wieder zur Universitätsverwaltung gegangen, wo mir eröffnet wurde, dass ich von meinem Studium entlassen sei.

Ein paar Tage später sind wir nochmal zu dritt zum Leiter des Harasad gegangen. Vor der Tür mussten wir unser Handy ausmachen und abgeben. Wir fragten den Leiter, warum wir entlassen worden sind. Seine Antwort war: „Sie wissen selber, warum. Eigentlich hätten Sie sich noch nicht mal zur Aufnahmeprüfung anmelden dürfen.“ Er erklärte weiter: „Es hat keinen Sinn, zu anderen offiziellen Stellen zu gehen um wieder zurück auf die Uni zu kommen.“ Wir forderten unser Abiturzeugnis, dass wir bei der Aufnahmeprüfung abgegeben hatten, doch wir bekamen es nicht wieder.

Morteza Ismailpour, der Verantwortliche für die Website „Baha‘i News“, sagte in einem Interview, dass dieses Jahr (nach iranischem Kalender, also seit März 2016) von allen iranischen Universitäten zusammen insgesamt 219 Baha‘i entlassen worden seien. Weiter führte er aus, dass ein Student namens Jahangir Hedayati, ein Informatiker der im Fach Software studiert hatte, sehr gute Noten hatte und Preise für seine Software-Projekte verliehen bekommen hatte und zusammen mit anderen herausragenden StudentInnen sogar einmal dem Religiösen Führer einen Besuch abstatten durfte, später auch entlassen wurde.

Das Studierverbot für Baha‘i besteht im Iran seit 25 Jahren.

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Pädagogische Hochschule Teheran: Protest gegen Studiengebühren


Vergangenen Dienstag fand an der Pädagogischen Hochschule in Teheran eine Kundgebung von Studierenden gegen die laufende Erhöhung der Gebühren statt, die in Zusammenhang mit dem Studium erhoben werden. Im Fall einer nicht erfolgreichen Prüfung sind die Kosten für eine zweite Prüfung inzwischen so hoch geworden, dass ein Teil der Studierenden das Studium abbrechen muss.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=122526
vom 14. Dey 1395 (3. Januar 2017)
tajammo°e daneshjuyane tarbiyate modarres dar e°teraz be puli shodane doruse jobrani

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16. Asar – Traditioneller Studentischer Aktionstag im Iran

Der 16. Asar ist der traditionelle Tag der iranischen Studentenbewegung. An diesem Tag wird an 3 Studenten gedacht, die bei einem Angriff der „Sicherheitskräfte“ des Schahs auf die Technische Hochschule in Teheran umgebracht wurden. Das war am 7. Dezember 1953.

Dieses Jahr gab es wieder Demonstrationen an den Universitäten verschiedener iranischer Städte. Es wurde gegen miserable Zustände in den Mensen protestiert, und verschiedene studentische Anliegen thematisiert.

Darüber hinaus wurden Parolen für die Freiheit und die Gleichheit aller Menschen gerufen und die Diskriminierung von Studentinnen kritisiert. Sie bekundeten auch ihre Solidarität mit den protestierenden Busfahrern.

Die Proteste fanden dieses Jahr unter erschwerten Bedingungen auf dem Universitätsgelände statt, obwohl die Universitätsleitungen alle Proteste verboten hatte. Allerdings hatten die gleichen Universitäten den studentischen Bassidschi die Erlaubnis erteilt, ihre Kundgebungen abzuhalten.

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Chorramabad (Iran): Tödlicher Müll


Protestkundgebung in Chorramabad

Am Montag, den 7. November 2016, verwandelten sich die Straßen in Chorramabad (Region Lurestan) aufgrund starker Regenfälle in Sturzbäche. Hinzu kam, dass der Müll einer Großbaustelle am Bulvar Shoura in Chorramabad das Wasser aufstaute, so dass eine Studentin, die mit dem Auto fliehen wollte, dabei ertrank. Die Reaktion des Bürgermeisters: Sie ist selber schuld, sie hätte halt nicht diese Straße benutzen sollen.
Angesichts dieses Zynismus gingen am Folgetag Studenten und Einwohner von Chorramabad auf die Straße, um gegen diesen Todesfall zu protestieren, der durch die Nachlässigkeit und Ignoranz der Stadtverwaltung verursacht wurde.

Quelle
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=76521
vom 18. Aban 1395 (8. November 2016)

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Iran: Studentenproteste


An drei Universitäten in Teheran, der Schahid-Beheschti-Universität, der Amir-Kabir-Universität und der Scharif-Universität fanden an am 25. September Protestkundgebungen der Studierenden statt. Die Proteste richteten sich zum einen dagegen, dass die Studierenden 1 Million Tuman bezahlen sollen, wenn sie das 5. Semester nicht erfolgreich abschließen. Ein weiterer Kritikpunkt war die Lage in den Studentenwohnheimen, die massiv überbelegt wurden. Das heißt, die Wohnungen, die noch belegt sind, werden zusätzlich an neu eintreffende Studenten vom Land vergeben, so dass diese dann de facto auf der Straße landen.

Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=117099
vom 4. Mehr 1395 (25. September 2016)

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Iran: Student kritisiert Religiösen Führer persönlich

Verfassungsfeindliche Justiz, Hausarrest und Korruption

Am 2. Juli 2016 kritisierte Mohammad-Ali Kam-Firusi, ein Doktorand der Universität Teheran, die iranische Justiz und den Hausarrest gegen die Präsidentschaftskandidaten von 2009 persönlich vor den Augen des Religiösen Führers. Er war zusammen mit über 1000 Studenten zum Empfang beim Religiösen Führer eingeladen worden.
Mohammad-Ali Kam-Firusi warf der Justiz vor, sie schwinge sich selbst zum Gesetzgeber auf und ignoriere das iranische Grundgesetz, wenn sie an der Universität die Zulassung diverser Gruppen verbiete, denen zu Unrecht bestimmte Etiketten angeheftet würden. Die Folge sei, dass das, was an solchen Empfängen zur Sprache komme, längst nicht das ganze Spektrum abdecke, was die Interessen der Studenten betreffe.

Mohammad-Ali Kam-Firusi

Er kritisierte auch, dass Versammlungen und Forderungen der Studenten, die ihre Studienbedingungen betreffen, kriminalisiert würden und die Sicherheitsorgane außerhalb der Uni die Studenten sogar bedrohten. Dabei sollten die Unis ein Hort der Freiheit und des freien Denkens sein.
Der Student wies auch auf den Widerspruch zwischen den Zielen der Revolution hin, die einen wirtschaftlichen Ausgleich anstrebte, und der Tatsache, dass heute eine ausufernde Korruption auf der einen Seite herrsche, während Arbeiter ausgepeitscht würden.
Verklausuliert sprach er auch den Hausarrest gegen Mirhossein Mussawi, Mehdi Karrubi und Sahra Rahnaward an, als er von illegalen Beschränkungen sprach, denen früher politische Persönlichkeiten ausgesetzt seien, die zudem in den Medien verleumdet würden, ohne dass sie sich dagegen wehren könnten.

Die Antwort des Führers

Nach den Worten der Studenten ging Ajatollah Chamene’i, der sehr wohl verstanden hatte, worauf der Student anspielt, auf den Hausarrest ein, aber nicht auf die anderen Kritikpunkte: „Meine Position bezüglich der Verschwörung von 2009 (gemeint sind die Millionenproteste gegen die Wahlfälschung auf Betreiben Chamene’is) ist klar. In diesem Punkt bin ich empfindlich, und das ist auch mein Maßstab. Es geht darum, nicht diejenigen zu verteidigen, die die Anführer der Verschwörung waren oder sie missbrauchten und bis heute kein bisschen Reue zeigten.“
Mit anderen Worten: Der Student hat die Opfer des Hausarrests verteidigt, also ist er ein Feind, also brauche ich auf die übrige Kritik auch nicht zu antworten. Was mit diesem neu gekürten „Feind“ passiert, wird die Zukunft weisen.

http://www.dw.com/fa-ir/%D8%A7%D9%86%D8%AA%D9%82%D8%A7%D8%AF-%DB%8C%DA%A9-%D8%AF%D8%A7%D9%86%D8%B4%D8%AC%D9%88-%D8%AF%D8%B1-%D8%AD%D8%B6%D9%88%D8%B1-%D8%AE%D8%A7%D9%85%D9%86%D9%87%D8%A7%DB%8C-%D8%A8%D9%87-%D8%AF%D8%B3%D8%AA%DA%AF%D8%A7%D9%87-%D9%82%D8%B6%D8%A7-%D9%88-%D8%AD%D8%B5%D8%B1-%D8%AE%D8%A7%D9%86%DA%AF%DB%8C/a-19374862
Deutsche Welle vom 03.07.2016
enteqade yek daneshju dar hozure xamene’i be dastgahe qad.a wa hasre xanegi

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Iran: Studienausschluss fürs Tanzen

Wie berichtet, hatte ein Parlamentsabgeordneter der Region Sistan und Balutschistan, der offensichtlich fundamentalistisches Gedankengut vertriet, kritisiert, dass auf einer Musikveranstaltung von Studenten auch nicht-traditionelle, moderne Tänze getanzt wurden, die im Internet veröffentlicht wurden.
Inzwischen hat die Disziplinarkommission der Universität von Sahedan, der Hauptstadt von Sistan und Balutschistan, getagt und Strafen gegen sieben Studenten verhängt, dafür, dass sie getanzt haben. Fünf Studenten wurden für zwei Semester vom Studium ausgeschlossen, zwei weitere für ein Semester. Unter den Ausgeschlossen befinden sich auch zwei Moderatoren des Abendprogramms. Einer der betroffenen Studenten (es waren nur männliche Jugendliche anwesend, so will es der staatliche Geschlechterrassismus) meinte, wieso sie bestraft würden. Sie hätten doch niemanden geschädigt und nur getanzt.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=110689#
vom 26. Chordad 1395 (15. Juni 2016)
mahrumiyat az tahsil-e 7 daneshju be ettehame harekat-e mouzun (raqsidan)

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Proteste gegen harte Strafen für protestierende Arbeiter

17 Arbeiter wurden vor Kurzem zu Gefängnisstrafen zwischen 37 Monaten und 5 Jahren verurteilt, zu 20 bis 50 Peitschenschlägen und zu einer Geldstrafe von 500.000 Tuman. Viele Organisationen kritisierten das inzwischen, darunter auch 52 islamische Studentenvereine.

Gegen die Auspeitschung und die weiteren harten Strafen für die 17 Arbeiter des Goldbergwerks Aq-Dare (Nordwestiran) protestieren inzwischen Menschenrechtsorganisationen im Ausland, die iranische Lehrergewerkschaft, Die Gewerkschaft der Fabrikarbeiter, der iranische Schriftstellerverein. Sie haben ihre Proteste auf Ihren Webseiten im Internet verbreitet.

Darüberhinaus haben 52 Islamische Studentenvereine eine gemeinsame Protest-Erklärung herausgegeben. Sie verteilen diese Erklärung in hohehr Auflage in gedruckter Form an ihren Universitäten.

In der Erklärungen kritisieren die 52 Studentenvereine zunächst, dass weder in den Medien der Prizipialisten noch in den Medien der Reformisten über die Verurteilung und Bestrafung berichtet wurde. Sie halten die Bestrafung für nicht rechten und für sehr sehr hart.

Die Islamischen Studentenvereine sind der Ansicht, dass es im Iran in diesen Zeiten für Arbeitslose oder Entlassene praktisch keine Möglichkeit gibt, ihre Stimme zu erheben und ihren Unmut kundzutun. Nicht viel anders geht es auch denjenigen, die noch einen Arbeitsplatz haben.

Während einfache Leute wie diese 17 Arbeiter für geringste Vergehen hart bestraft werden, liefen laut dieser Erklärung korrupte Führungspersonen aus der Verwaltung in Freiheit herum und bräuchten eine Strafverfolgung nicht zu fürchten, selbst wenn sie vor Gericht geladen würden.

Während Seda und Sima, der staatliche Fernseh- und Radiosender ausführlich über jede Kleinigkeit im Ausland berichte, würde er nicht über solch gewichtigen Vorkommnisse im Iran selbst berichten.

Die Erklärung endet neben verschiedenen Forderungen mit einer Verurteilung der Bestrafung dieser 17 Arbeiter und der Forderung nach einer Ermittlung gegen alle an diesem Urteil beteiligten Personen samt ihrer Bestrafung nach den Regel der islamischen Verfassung. Sie hoffen, dass auch das iranische Parlament noch öffentlich gegen diese Bestrafung der 17 Arbeiter Stellung bezieht.

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Iran: Die Studentenbewegung taucht wieder auf

Zum ersten Mal seit zehn Jahren kam es wieder zu einer Gedenkfeier für den 2. Chordad (23. Mai) an der Universität von Teheran. Der 2. Chordad war der Tag, an dem Chatami zum Präsidenten gewählt wurde. Damals setzten viele große Hoffnungen in ihn, dass er das Regime liberalisieren werde.
Beachtlich ist, wer an der Uni Teheran gesprochen hat und welche Themen dort zur Sprache kamen. Hier eine Auswahl:


Auf dem Poster links sieht man den früheren iranischen Präsidenten Chatami, gegen den das Regime ein Zitier-, Vortrags- und Bildverbot verhängt hat, das heißt sein Photo darf in den Medien nicht gezeigt werden, er darf nicht zu Vorträgen eingeladen werden und er darf nicht zitiert werden.
Rechts sieht man Mirhossein Mussawi, Karubi und Sahra Rahnaward, Mussawis Ehefrau, die seit den Wahlen von 2009 unter Hausarrest stehen – ohne Gericht.
Der Redner Sa‘id Hadschariyan in der Mitte war einer der Begründer der Pasdaran und gehörte diesen auch an. Dann stellte er sich gegen Ajatollah Chamene‘i. Chamene‘i gab den Auftrag, ihn zu ermorden. Hadschariyan überlebte den Anschlag, jetzt gehört er zum Kreis der Reformisten.


An den Bildungsminister: Hol unsere MitstudentInnen wieder an die Uni zurück (ergänze: aus dem Gefängnis).


Gegrüßt seien die anständigen Streiter des schreibenden Gewerbes: Ahmad Seydabadi (er wurde nach 6 Jahren Gefängnis in die Verbannung geschickt).


Das Publikum ist gemischt, Männer und Frauen gemeinsam. Auch dagegen kämpft das Regime schon seit 35 Jahren.


Der geladene Redner Hadschariyan, ein lebendes Denkmal für den amtierenden Mordauftraggeber Ajatollah Chamene‘i.


Wie schon zu Chatamis Zeiten: Die Frauen an der Spitze der Veränderung. Überall auch die grüne Farbe als Zeichen der Anhängerschaft der Reformbewegung.


Die Hoffnung ist der Same unserer Identität.


Die Katastrophe im Studentenwohnheim (gemeint ist das staatliche Massaker von 1999) vergessen wir nicht.

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Uni Teheran: Studentenprotest


Vor dem Studentenwohnheim der Uni Teheran

Samstag abend ab 20 Uhr haben sich erst etwa 50 Studenten vor dem Studentenwohnheim der Uni Teheran versammelt, um gegen die Wohnbedingungen des Heims zu protestieren. Sie protestierten gegen die Erhöhung der Heimmiete, die Verschlechterung des Internetzugangs, die Verteuerung der Unterbringung von Gäste, gegen die früheren Schließzeiten des Heims, die frühere Abschaltung des Stroms und die Verschärfung der Kontrollen durch den sogenannten Sicherheitsdienst, der im wesentlichen dazu dient, die Studenten zu bespitzeln. Im Laufe der Versammlung wuchs die Zahl der Protestierenden auf 400 an.

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Iran: Amir Amirqoli, Student – der Staat hatte nur ein paar Fragen…


Amir Amirqoli
Der Student Ali Amirqoli ist seit dem 1. Dezember 2014 in Haft. Wie es heißt, hatten die Beamten sein Zimmer und seine persönliche Habe durchsucht und ihn dann abgeführt. Auf die Frage seines Vaters: „Was wird meinem Sohn denn vorgeworfen?“ antworteten die Beamten: „Nichts Besonderes. Wir nehmen ihn nur mit, um ihm ein paar Fragen zu stellen, nach zwei, drei Tagen lassen wir ihn wieder frei.“ Inzwischen sind fast 50 Tage vergangen. Seine Inhaftierung wurde vom Verhörbeamten einer Kammer (Scho‘be-ye Moqadassi) des Revolutionstribunals bestätigt. Bis heute durfte er keinen Besuch von seiner Familie empfangen. Er war früher schon einmal festgenommen und aus der Uni geworfen worden.

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Iran: Präsident Rouhani spricht zum Tag des Studenten

Am 16. Asar, dem Tag des Studenten im Iran, der dieses Jahr auf den 7. Dezember 2014 fiel, hielt Präsident Hassan Rouhani eine Rede vor den Studenten an der Medizinischen Hochschule in Teheran. Es war eine bemerkenswerte Rede, und auch die Begrüßung verdient Erwähnung.
Die Studenten begrüßten ihn mit Sprechchören:

  • rouhani zende bad, musawi payande bad – Es lebe Rouhani, Mussawi soll bleiben.
  • hazar ruz gozashte, musawi bar nagashte – Tausend Tage sind vergangen, Mussawi ist noch nicht zurück.
  • payame ma roushane, hasr bayad beshkane – Unsere Botschaft ist klar, der Hausarrest muss beendet werden.

Die Botschaft ist eindeutig, die Studenten erinnerten mit ihren Worten an das Schicksal der Führer der Grünen Bewegung von 2009, die noch immer unter Hausarrest nach iranischer Art stehen. Das staatliche iranische Fernsehen, das die Ansprache von Präsident Rouhani live übertrug, hatte seine Mühe damit, und so fiel mehrmals der Ton weg, damit das Publikum draußen im Land nicht merkt, was wirklich los war.

Honig um den Mund geschmiert
Rouhani wäre kein Geistlicher, wenn er nicht wüsste, wie man die Zuhörenden umschmeichelt. So begann er mit der Geschichte der Studentenbewegung, die im Iran schon immer für die Unabhängigkeit und gegen die Tyrannei kämpfte, wie er sagte. Er wies darauf hin, dass die Studenten nicht nur Wissen erwerben, sondern zugleich auch Verantwortung ausüben müssten. Verantwortung in der Politik, einschließlich der Außenpolitik, und in der Wirtschaft. Die Studenten seien noch zu jung, um an der Macht zu sein, aber genau aus diesem Grund seien sie die besten Kritiker. Jede Regierung habe Kritik nötig, und bei ihm seien sie willkommen. Mit einer suffisanten Anspielung auf die Fundamentalisten, die keine Gelegenheit auslassen, seine Regierung schlecht zu machen, erklärte er, die Hürden der Kritik seien unter seiner Regierung niedriger als die Mauern um die Universität.
Und wie der Parlamentsabgeordnete Ali Mottahari bei seiner Ansprache an der Technischen Hochschule wiederholte auch Präsident Rouhani die Aufforderung an die Studenten, sie müssten Hand in Hand arbeiten. Zum Beispiel, um die Inflation zu verringern.

Suche nach Verbündeten
Die sympathischen Worte des Präsidenten sind nicht zufällig daher gesagt. Jetzt, nachdem die Atomverhandlungen erneut in die Länge gezogen wurden (wohl auf Wunsch von Ajatollah Chamene‘i und Co) und die iranische Währung gegenüber Dollar und Euro erneut rasch an Wert verliert, weil die Sanktionen noch lange weitergehen werden, ist klar, dass seiner Regierung die Luft ausgeht. Sie kann die Wirtschaft nicht ankurbeln, solange die Sanktionen anhalten. Sie kann zwar gegen die Korruption wettern, aber sie kann die korrupten Pasdaran und Ajatollahs nicht entmachten. Sie kann also nur zusehen, wie das Land wirtschaftlich weiter zerfällt und die Mittelschicht weiter zerstört wird. Das verheißt kein gutes Ende, und deshalb benötigt Präsident Rouhani Verbündete. Das sollen die Studenten sein. Sie sollen die Hoffnung verbreiten, die er zu seinem Amtsantritt noch ausströmen konnte, sie sollen seine Fans unter der Bevölkerung werden. Damit das Volk nicht revoltiert, solange er noch an der Macht ist.

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Iran: 16. Asar – es ist wieder so weit


Studentinnen und Studenten zum 16. Asar an der Technischen Hochschule Teheran

Am Sonntag, den 7. Dezember 2014, war wieder der Jahrestag der Studenten, in Gedenken an 3 Studenten, die bei einem Angriff der „Sicherheitskräfte“ des Schahs auf die Technischen Hochschule in Teheran umgebracht wurden. Diesmal haben die Studenten die Organisation in die Hand genommen.


Hier sieht man den Ordnerdienst der Studenten selbst – das ist wichtig, weil damit die Bassidschis und ihresgleichen keine offizielle Funktion ausüben können, um die Veranstaltung zu sabotieren

Ein Scharfmacher wie Hossein Schariatmadari, der die Teheraner Zeitung Keyhan als Tribüne für seine Attacken nutzt, wollte an der Amir-Kabir-Universität zu diesem Anlass reden, der Rektor der Uni ließ ihn abblitzen. Dafür hielten die Studenten an der Technischen Hochschule Teherans selbst eine Gedenkveranstaltung ab, in der sie mit Plakaten die Freilassung der politischen Gefangenen forderten.


Freilassung der politischen Gefangenen!

Eine zweite Forderung war die Aufhebung des Hausarrests gegen die ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Mehdi Karubi und Mirhossein Mussawi sowie von Sahra Rahnaward, einer ehemaligen Dozentin an der Uni, zugleich Ehefrau von Mirhossein Mussawi und dessen Wahlkampfmanagerin.


Aufhebung des Hausarrests!

Die Studenten hatten zudem den Parlamentsabgeordneten Ali Mottahari eingeladen, der in seiner Rede davon sprach, dass die Studenten das Auge der Gesellschaft seien und dass Kritik an der Regierung wichtig sei, weil sie sonst korrupt werde. Was die Aufhebung des Hausarrests anging, meinte er zu den Studenten gewandt, diese Forderung müssten sie „Hand in Hand“ vortragen, er allein habe da nichts ausrichten können.
Anschließend sprach der ehemalige Wissenschaftsminister Mostafa Mo‘in, der 1999 zurückgetreten war, als das Massaker an den Studenten verübt wurde. Er ist noch heute stolz darauf, dass er damals nicht an seinem Sessel geklebt ist.


die inhaftierten Studenten sind nicht vergessen…

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