Archiv der Kategorie 'StudentInnen'

Iran: Student kritisiert Religiösen Führer persönlich

Verfassungsfeindliche Justiz, Hausarrest und Korruption

Am 2. Juli 2016 kritisierte Mohammad-Ali Kam-Firusi, ein Doktorand der Universität Teheran, die iranische Justiz und den Hausarrest gegen die Präsidentschaftskandidaten von 2009 persönlich vor den Augen des Religiösen Führers. Er war zusammen mit über 1000 Studenten zum Empfang beim Religiösen Führer eingeladen worden.
Mohammad-Ali Kam-Firusi warf der Justiz vor, sie schwinge sich selbst zum Gesetzgeber auf und ignoriere das iranische Grundgesetz, wenn sie an der Universität die Zulassung diverser Gruppen verbiete, denen zu Unrecht bestimmte Etiketten angeheftet würden. Die Folge sei, dass das, was an solchen Empfängen zur Sprache komme, längst nicht das ganze Spektrum abdecke, was die Interessen der Studenten betreffe.

Mohammad-Ali Kam-Firusi

Er kritisierte auch, dass Versammlungen und Forderungen der Studenten, die ihre Studienbedingungen betreffen, kriminalisiert würden und die Sicherheitsorgane außerhalb der Uni die Studenten sogar bedrohten. Dabei sollten die Unis ein Hort der Freiheit und des freien Denkens sein.
Der Student wies auch auf den Widerspruch zwischen den Zielen der Revolution hin, die einen wirtschaftlichen Ausgleich anstrebte, und der Tatsache, dass heute eine ausufernde Korruption auf der einen Seite herrsche, während Arbeiter ausgepeitscht würden.
Verklausuliert sprach er auch den Hausarrest gegen Mirhossein Mussawi, Mehdi Karrubi und Sahra Rahnaward an, als er von illegalen Beschränkungen sprach, denen früher politische Persönlichkeiten ausgesetzt seien, die zudem in den Medien verleumdet würden, ohne dass sie sich dagegen wehren könnten.

Die Antwort des Führers

Nach den Worten der Studenten ging Ajatollah Chamene’i, der sehr wohl verstanden hatte, worauf der Student anspielt, auf den Hausarrest ein, aber nicht auf die anderen Kritikpunkte: „Meine Position bezüglich der Verschwörung von 2009 (gemeint sind die Millionenproteste gegen die Wahlfälschung auf Betreiben Chamene’is) ist klar. In diesem Punkt bin ich empfindlich, und das ist auch mein Maßstab. Es geht darum, nicht diejenigen zu verteidigen, die die Anführer der Verschwörung waren oder sie missbrauchten und bis heute kein bisschen Reue zeigten.“
Mit anderen Worten: Der Student hat die Opfer des Hausarrests verteidigt, also ist er ein Feind, also brauche ich auf die übrige Kritik auch nicht zu antworten. Was mit diesem neu gekürten „Feind“ passiert, wird die Zukunft weisen.

http://www.dw.com/fa-ir/%D8%A7%D9%86%D8%AA%D9%82%D8%A7%D8%AF-%DB%8C%DA%A9-%D8%AF%D8%A7%D9%86%D8%B4%D8%AC%D9%88-%D8%AF%D8%B1-%D8%AD%D8%B6%D9%88%D8%B1-%D8%AE%D8%A7%D9%85%D9%86%D9%87%D8%A7%DB%8C-%D8%A8%D9%87-%D8%AF%D8%B3%D8%AA%DA%AF%D8%A7%D9%87-%D9%82%D8%B6%D8%A7-%D9%88-%D8%AD%D8%B5%D8%B1-%D8%AE%D8%A7%D9%86%DA%AF%DB%8C/a-19374862
Deutsche Welle vom 03.07.2016
enteqade yek daneshju dar hozure xamene’i be dastgahe qad.a wa hasre xanegi

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Iran: Studienausschluss fürs Tanzen

Wie berichtet, hatte ein Parlamentsabgeordneter der Region Sistan und Balutschistan, der offensichtlich fundamentalistisches Gedankengut vertriet, kritisiert, dass auf einer Musikveranstaltung von Studenten auch nicht-traditionelle, moderne Tänze getanzt wurden, die im Internet veröffentlicht wurden.
Inzwischen hat die Disziplinarkommission der Universität von Sahedan, der Hauptstadt von Sistan und Balutschistan, getagt und Strafen gegen sieben Studenten verhängt, dafür, dass sie getanzt haben. Fünf Studenten wurden für zwei Semester vom Studium ausgeschlossen, zwei weitere für ein Semester. Unter den Ausgeschlossen befinden sich auch zwei Moderatoren des Abendprogramms. Einer der betroffenen Studenten (es waren nur männliche Jugendliche anwesend, so will es der staatliche Geschlechterrassismus) meinte, wieso sie bestraft würden. Sie hätten doch niemanden geschädigt und nur getanzt.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=110689#
vom 26. Chordad 1395 (15. Juni 2016)
mahrumiyat az tahsil-e 7 daneshju be ettehame harekat-e mouzun (raqsidan)

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Proteste gegen harte Strafen für protestierende Arbeiter

17 Arbeiter wurden vor Kurzem zu Gefängnisstrafen zwischen 37 Monaten und 5 Jahren verurteilt, zu 20 bis 50 Peitschenschlägen und zu einer Geldstrafe von 500.000 Tuman. Viele Organisationen kritisierten das inzwischen, darunter auch 52 islamische Studentenvereine.

Gegen die Auspeitschung und die weiteren harten Strafen für die 17 Arbeiter des Goldbergwerks Aq-Dare (Nordwestiran) protestieren inzwischen Menschenrechtsorganisationen im Ausland, die iranische Lehrergewerkschaft, Die Gewerkschaft der Fabrikarbeiter, der iranische Schriftstellerverein. Sie haben ihre Proteste auf Ihren Webseiten im Internet verbreitet.

Darüberhinaus haben 52 Islamische Studentenvereine eine gemeinsame Protest-Erklärung herausgegeben. Sie verteilen diese Erklärung in hohehr Auflage in gedruckter Form an ihren Universitäten.

In der Erklärungen kritisieren die 52 Studentenvereine zunächst, dass weder in den Medien der Prizipialisten noch in den Medien der Reformisten über die Verurteilung und Bestrafung berichtet wurde. Sie halten die Bestrafung für nicht rechten und für sehr sehr hart.

Die Islamischen Studentenvereine sind der Ansicht, dass es im Iran in diesen Zeiten für Arbeitslose oder Entlassene praktisch keine Möglichkeit gibt, ihre Stimme zu erheben und ihren Unmut kundzutun. Nicht viel anders geht es auch denjenigen, die noch einen Arbeitsplatz haben.

Während einfache Leute wie diese 17 Arbeiter für geringste Vergehen hart bestraft werden, liefen laut dieser Erklärung korrupte Führungspersonen aus der Verwaltung in Freiheit herum und bräuchten eine Strafverfolgung nicht zu fürchten, selbst wenn sie vor Gericht geladen würden.

Während Seda und Sima, der staatliche Fernseh- und Radiosender ausführlich über jede Kleinigkeit im Ausland berichte, würde er nicht über solch gewichtigen Vorkommnisse im Iran selbst berichten.

Die Erklärung endet neben verschiedenen Forderungen mit einer Verurteilung der Bestrafung dieser 17 Arbeiter und der Forderung nach einer Ermittlung gegen alle an diesem Urteil beteiligten Personen samt ihrer Bestrafung nach den Regel der islamischen Verfassung. Sie hoffen, dass auch das iranische Parlament noch öffentlich gegen diese Bestrafung der 17 Arbeiter Stellung bezieht.

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Iran: Die Studentenbewegung taucht wieder auf

Zum ersten Mal seit zehn Jahren kam es wieder zu einer Gedenkfeier für den 2. Chordad (23. Mai) an der Universität von Teheran. Der 2. Chordad war der Tag, an dem Chatami zum Präsidenten gewählt wurde. Damals setzten viele große Hoffnungen in ihn, dass er das Regime liberalisieren werde.
Beachtlich ist, wer an der Uni Teheran gesprochen hat und welche Themen dort zur Sprache kamen. Hier eine Auswahl:


Auf dem Poster links sieht man den früheren iranischen Präsidenten Chatami, gegen den das Regime ein Zitier-, Vortrags- und Bildverbot verhängt hat, das heißt sein Photo darf in den Medien nicht gezeigt werden, er darf nicht zu Vorträgen eingeladen werden und er darf nicht zitiert werden.
Rechts sieht man Mirhossein Mussawi, Karubi und Sahra Rahnaward, Mussawis Ehefrau, die seit den Wahlen von 2009 unter Hausarrest stehen – ohne Gericht.
Der Redner Sa‘id Hadschariyan in der Mitte war einer der Begründer der Pasdaran und gehörte diesen auch an. Dann stellte er sich gegen Ajatollah Chamene‘i. Chamene‘i gab den Auftrag, ihn zu ermorden. Hadschariyan überlebte den Anschlag, jetzt gehört er zum Kreis der Reformisten.


An den Bildungsminister: Hol unsere MitstudentInnen wieder an die Uni zurück (ergänze: aus dem Gefängnis).


Gegrüßt seien die anständigen Streiter des schreibenden Gewerbes: Ahmad Seydabadi (er wurde nach 6 Jahren Gefängnis in die Verbannung geschickt).


Das Publikum ist gemischt, Männer und Frauen gemeinsam. Auch dagegen kämpft das Regime schon seit 35 Jahren.


Der geladene Redner Hadschariyan, ein lebendes Denkmal für den amtierenden Mordauftraggeber Ajatollah Chamene‘i.


Wie schon zu Chatamis Zeiten: Die Frauen an der Spitze der Veränderung. Überall auch die grüne Farbe als Zeichen der Anhängerschaft der Reformbewegung.


Die Hoffnung ist der Same unserer Identität.


Die Katastrophe im Studentenwohnheim (gemeint ist das staatliche Massaker von 1999) vergessen wir nicht.

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Uni Teheran: Studentenprotest


Vor dem Studentenwohnheim der Uni Teheran

Samstag abend ab 20 Uhr haben sich erst etwa 50 Studenten vor dem Studentenwohnheim der Uni Teheran versammelt, um gegen die Wohnbedingungen des Heims zu protestieren. Sie protestierten gegen die Erhöhung der Heimmiete, die Verschlechterung des Internetzugangs, die Verteuerung der Unterbringung von Gäste, gegen die früheren Schließzeiten des Heims, die frühere Abschaltung des Stroms und die Verschärfung der Kontrollen durch den sogenannten Sicherheitsdienst, der im wesentlichen dazu dient, die Studenten zu bespitzeln. Im Laufe der Versammlung wuchs die Zahl der Protestierenden auf 400 an.

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Iran: Amir Amirqoli, Student – der Staat hatte nur ein paar Fragen…


Amir Amirqoli
Der Student Ali Amirqoli ist seit dem 1. Dezember 2014 in Haft. Wie es heißt, hatten die Beamten sein Zimmer und seine persönliche Habe durchsucht und ihn dann abgeführt. Auf die Frage seines Vaters: „Was wird meinem Sohn denn vorgeworfen?“ antworteten die Beamten: „Nichts Besonderes. Wir nehmen ihn nur mit, um ihm ein paar Fragen zu stellen, nach zwei, drei Tagen lassen wir ihn wieder frei.“ Inzwischen sind fast 50 Tage vergangen. Seine Inhaftierung wurde vom Verhörbeamten einer Kammer (Scho‘be-ye Moqadassi) des Revolutionstribunals bestätigt. Bis heute durfte er keinen Besuch von seiner Familie empfangen. Er war früher schon einmal festgenommen und aus der Uni geworfen worden.

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Iran: Präsident Rouhani spricht zum Tag des Studenten

Am 16. Asar, dem Tag des Studenten im Iran, der dieses Jahr auf den 7. Dezember 2014 fiel, hielt Präsident Hassan Rouhani eine Rede vor den Studenten an der Medizinischen Hochschule in Teheran. Es war eine bemerkenswerte Rede, und auch die Begrüßung verdient Erwähnung.
Die Studenten begrüßten ihn mit Sprechchören:

  • rouhani zende bad, musawi payande bad – Es lebe Rouhani, Mussawi soll bleiben.
  • hazar ruz gozashte, musawi bar nagashte – Tausend Tage sind vergangen, Mussawi ist noch nicht zurück.
  • payame ma roushane, hasr bayad beshkane – Unsere Botschaft ist klar, der Hausarrest muss beendet werden.

Die Botschaft ist eindeutig, die Studenten erinnerten mit ihren Worten an das Schicksal der Führer der Grünen Bewegung von 2009, die noch immer unter Hausarrest nach iranischer Art stehen. Das staatliche iranische Fernsehen, das die Ansprache von Präsident Rouhani live übertrug, hatte seine Mühe damit, und so fiel mehrmals der Ton weg, damit das Publikum draußen im Land nicht merkt, was wirklich los war.

Honig um den Mund geschmiert
Rouhani wäre kein Geistlicher, wenn er nicht wüsste, wie man die Zuhörenden umschmeichelt. So begann er mit der Geschichte der Studentenbewegung, die im Iran schon immer für die Unabhängigkeit und gegen die Tyrannei kämpfte, wie er sagte. Er wies darauf hin, dass die Studenten nicht nur Wissen erwerben, sondern zugleich auch Verantwortung ausüben müssten. Verantwortung in der Politik, einschließlich der Außenpolitik, und in der Wirtschaft. Die Studenten seien noch zu jung, um an der Macht zu sein, aber genau aus diesem Grund seien sie die besten Kritiker. Jede Regierung habe Kritik nötig, und bei ihm seien sie willkommen. Mit einer suffisanten Anspielung auf die Fundamentalisten, die keine Gelegenheit auslassen, seine Regierung schlecht zu machen, erklärte er, die Hürden der Kritik seien unter seiner Regierung niedriger als die Mauern um die Universität.
Und wie der Parlamentsabgeordnete Ali Mottahari bei seiner Ansprache an der Technischen Hochschule wiederholte auch Präsident Rouhani die Aufforderung an die Studenten, sie müssten Hand in Hand arbeiten. Zum Beispiel, um die Inflation zu verringern.

Suche nach Verbündeten
Die sympathischen Worte des Präsidenten sind nicht zufällig daher gesagt. Jetzt, nachdem die Atomverhandlungen erneut in die Länge gezogen wurden (wohl auf Wunsch von Ajatollah Chamene‘i und Co) und die iranische Währung gegenüber Dollar und Euro erneut rasch an Wert verliert, weil die Sanktionen noch lange weitergehen werden, ist klar, dass seiner Regierung die Luft ausgeht. Sie kann die Wirtschaft nicht ankurbeln, solange die Sanktionen anhalten. Sie kann zwar gegen die Korruption wettern, aber sie kann die korrupten Pasdaran und Ajatollahs nicht entmachten. Sie kann also nur zusehen, wie das Land wirtschaftlich weiter zerfällt und die Mittelschicht weiter zerstört wird. Das verheißt kein gutes Ende, und deshalb benötigt Präsident Rouhani Verbündete. Das sollen die Studenten sein. Sie sollen die Hoffnung verbreiten, die er zu seinem Amtsantritt noch ausströmen konnte, sie sollen seine Fans unter der Bevölkerung werden. Damit das Volk nicht revoltiert, solange er noch an der Macht ist.

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Iran: 16. Asar – es ist wieder so weit


Studentinnen und Studenten zum 16. Asar an der Technischen Hochschule Teheran

Am Sonntag, den 7. Dezember 2014, war wieder der Jahrestag der Studenten, in Gedenken an 3 Studenten, die bei einem Angriff der „Sicherheitskräfte“ des Schahs auf die Technischen Hochschule in Teheran umgebracht wurden. Diesmal haben die Studenten die Organisation in die Hand genommen.


Hier sieht man den Ordnerdienst der Studenten selbst – das ist wichtig, weil damit die Bassidschis und ihresgleichen keine offizielle Funktion ausüben können, um die Veranstaltung zu sabotieren

Ein Scharfmacher wie Hossein Schariatmadari, der die Teheraner Zeitung Keyhan als Tribüne für seine Attacken nutzt, wollte an der Amir-Kabir-Universität zu diesem Anlass reden, der Rektor der Uni ließ ihn abblitzen. Dafür hielten die Studenten an der Technischen Hochschule Teherans selbst eine Gedenkveranstaltung ab, in der sie mit Plakaten die Freilassung der politischen Gefangenen forderten.


Freilassung der politischen Gefangenen!

Eine zweite Forderung war die Aufhebung des Hausarrests gegen die ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Mehdi Karubi und Mirhossein Mussawi sowie von Sahra Rahnaward, einer ehemaligen Dozentin an der Uni, zugleich Ehefrau von Mirhossein Mussawi und dessen Wahlkampfmanagerin.


Aufhebung des Hausarrests!

Die Studenten hatten zudem den Parlamentsabgeordneten Ali Mottahari eingeladen, der in seiner Rede davon sprach, dass die Studenten das Auge der Gesellschaft seien und dass Kritik an der Regierung wichtig sei, weil sie sonst korrupt werde. Was die Aufhebung des Hausarrests anging, meinte er zu den Studenten gewandt, diese Forderung müssten sie „Hand in Hand“ vortragen, er allein habe da nichts ausrichten können.
Anschließend sprach der ehemalige Wissenschaftsminister Mostafa Mo‘in, der 1999 zurückgetreten war, als das Massaker an den Studenten verübt wurde. Er ist noch heute stolz darauf, dass er damals nicht an seinem Sessel geklebt ist.


die inhaftierten Studenten sind nicht vergessen…

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Iran: Proteste gegen Säureattentate gehen weiter


Protestveranstaltung an der Internationalen Hochschule in Qaswin

Am Montag, den 10. November 2014, haben Studentinnen und Studenten der internationalen Hochschule von Qaswin eine Protestveranstaltung gegen die Säureattentate auf „unislamisch“ gekleidete Frauen im Iran abgehalten und ein Flugblatt dazu verteilt. Darin weisen sie darauf hin, dass die Attentäter bis heute, einen Monat später, noch immer nicht gefasst wurden, während sozial aktive Menschen rasch im Gefängnis landen.

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Iran: Tagesbefehl des Führers an die Uni-Rektoren


Der Ajatollah fordert Friedhofsruhe für die Unis

Der Religiöse Führer der Islamischen Republik Iran, Ajatollah Chamene‘i, hat sich am 4.7.2014 in einer öffentlichen Rede an die Rektoren der Hochschulen des Landes gewandt.
Er warnte davor, die Universitäten zu politisieren, das beeinträchtige die wissenschaftliche Entwicklung des Landes. Ajatollah Chamene‘i gibt damit den Kräften freie Hand, die an den Hochschulen jede Freiheitsäußerung unterdrücken und studentische Organisationen streng kontrollieren wollen. Er setzt sich somit von Äußerungen des Präsidenten Hassan Rouhani ab, der mit einigen personellen Umbesetzungen im Sicherheitsdienst der Hochschulen das Regime lockern wollte. Das führte unlängst dazu, dass auswärtige Polizeikräfte aufs Gelände der Medizinischen Hochschule in Teheran eindrangen und Gewalt gegen Angehörige des Sicherheitsdienstes anwandten, die eine illegale Festnahme einer Studentin auf dem Hochschulgelände verhindern wollten.

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Teheran: „Sittenstreife“ attackiert Sicherheitsdienst der Uni

Vergangene Woche kam es an der Kunsthochschule in Teheran zu einem Konflikt zwischen dem Sicherheitsdienst der Universität (Harassat-e Daneschgah), der letztlich dem Geheimdienstministerium untersteht, und einer Sittenstreife, die der Polizei, also dem Innenministerium untersteht.
Die Sittenstreife wollte eine Studentin, die nach ihrer Auffassung nicht ausreichend verschleiert war, auf dem Gelände der Universität verfolgen. Der Sicherheitsdienst der Universität versuchte, die Streife daran zu hindern, da sie auf dem Gelände der Universität nichts verloren hat. Darauf zückten die Beamten der „Sittenstreife“ den Pfeffergasspray und attackierten damit die Beamten des Sicherheitsdienstes.
Der Vorfall zeigt, dass die neue Regierung Rouhani den Rektor der Universität und auch den Sicherheitsdienst durch neue Leute ersetzen konnten, die nicht die Unterdrückungspolitik der Vorgänger fortsetzen wollen. Er zeigt aber auch, dass die Regierung Rouhani offensichtlich auf die Polizeiorgane keinen Zugriff hat – hier sind noch andere an der Macht, egal was die Wahlen ergaben.

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Maschhad (Iran): 1-Jahresfeier der Regierung Rouhani

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An der Medizinischen Universität von Maschhad fand am Freitag, den 13. Juni 2014, also ein Tag bevor sich die Amtsübernahme von Präsident Hassan Rouhani zum ersten Mal jährte, eine Feier statt, auf der der Präsidentenberater Mohammad-Ali Nadschafi eine Rede hielt. Auf seiner Rede kritisierte er die Gegner der Regierung Rouhani als die Ewig-Gestrigen, die spürten, dass ihre Zeit abgelaufen sei. Studenten ebenso wie die Angehörigen der politischen Gefangenen und die Anhänger der Grünen Bewegung nutzten den Auftritt von Mohammad-Ali Nadschafi, um ihre Forderungen an die Öffentlichkeit zu tragen: Entlassung der beiden früheren Präsidentschaftskandidaten Mirhossein Mussawi und Mehdi Karubi aus dem Hausarrest, Freiheit für politische Parteien, Freilassung der politischen Gefangenen und Untersuchung der gewalttätigen Razzia in Trakt 350 im Ewin-Gefängnis in Teheran.

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Iran: Proteste an der Universität Tabriz

Letzten Sonntag sollte der ehemalige Kultusminister aus dem Kabinett von Ahmadinejaded, Mohammad Hossein Safarharandi, an der Universität Tabriz eine Rede halten.


„Eine Universität ist keine Kaserne“

Sein Vortrag wurde durch eine Menge von StudentInnen unterbrochen, die Parolen riefen und Plakate in die Höhe hielten, auf denen stand: „Freiheit und Gleichheit“, „Freiheit für die Politischen Gefangenen“, „Rede- und Meinungsfreiheit sowie unabhängige Gewerkschaften“, „Eine Universität ist keine Kaserne“, „Wir unterstützen die Forderungen der Arbeiter“, „Wer den Weg der Freiheit geht, kann nur seine Ketten verlieren“. Dem Ex-Minister riefen sie zu: „Lügner, Lügner!“

Die Rede konnte wegen der Tumulte nicht beendet werden. Die StudentInnen wurden von Sicherheitskräften und Männern in Zivil angegriffen, die versuchten, ihnen die Plakate zu entreißen. Es kam auch zu körperlichen Auseinandersetzungen. Mehrere Personen wurden festgenommen.

Video der Proteste :

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Kritischer Vortrag an der Universität Ghazvin

An der Internationalen Universität Ghazvin, ca. 200 km westlich von Teheran gelegen, hat heute der Parlamentarier Ali Motahari einen Vortrag gehalten in dem er u.a. den Hausarrest von Karrubi, Mussawi und Rahnaward (die Frau von Mussawi) kritisierte.


Ali Motahari spricht an der Universität Ghazvin

Er sagte ganz direkt, dasss sie sich seit drei Jahren im Hausarrest befinden. Dies sei sowohl nach der iranischen Verfassung als auch nach der Scharia illegal.


Die Politischen Gefangenen sollen freigelassen werden

Das studentische Publikum war ganz auf seiner Seite, applaudierte und rief Parolen wie „Mussawi, Karrubi, Rahnaward, azad bayad gardand“ (Mussawi, Karrubi, Rahnaward sollen freigelassen werden) oder „Sendani siyasi, azad bayad gardand“ ( Die Politischen Gefangenen sollen freigelassen werden).

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Teheran: Unterstützung für die politischen Gefangenen


Studentinnen und Studenten der Hochschule für Wissenschaft und Technik in Teheran haben sich am Samstag versammelt, um gegen die Misshandlung der politischen Gefangenen in Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses in Teheran zu protestieren – wir berichteten darüber. Zum Zeichen des Protests tragen die auf dem Bild zu sehenden Studentinnen schwarze Bänder an den Handgelenken und fordern ihre Mitstudierenden auf, ebenfalls solche Bänder zu tragen. Eine weitere Aktion zur Unterstützung besteht darin, dass sich Iranerinnen und Iraner eine Glatze schneiden und das Foto ins Internet setzen, um damit gegen das Kahlscheren der Köpfe der Gefangenen zu protestieren. Die erste, die diesen Schritt gemacht hat, war die Mutter eines politischen Gefangenen.

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