Archiv der Kategorie 'Umwelt / Naturschutz'

Iran: Flucht vor giftigen Abgasen durch petrochemische Fabrik

Zusammenfassung einer Reportage des iranischen TV-Senders asriran über giftige Abwässer und Abgase durch die petrochemische Fabrik Khorasan, Nordostiran.

Erst vor kurzem wurde 15 km östlich der nordiranischen Stadt Bodschnurd, in der Provinz Nord-Khorasan, eine petrochemische Fabrik errichtet, was in der Folge zu erheblichen Umweltverschmutzungen von Wasser, Luft und Boden in der näheren Umgebung der Fabrik geführt hat. Der TV Sender asriran hat mehrere Einwohner eines kleinen Dorfes namens Sarcheschme in der unmittelbaren Nachbarschaft zur Fabrik interviewt.

Die Einwohner berichten von den Hoffnungen, die ihnen vor Errichtung der Fabrik gemacht wurden, wie das Versprechen, dass die Bewohner des Dorfes dort gute Arbeitsplätze finden würden. Es hieß, dass die jungen Leute nicht mehr auf der Suche nach Arbeitsplätzen in die große Stadt ziehen müssten. Aber es kam anders.

Durch die Abwässer der Fabrik wurde der Fluß vergiftet. Wasser, das aus diesem Fluss zur Bewässerung der Felder eingesetzt wurde, sorgte dafür, dass die Ernte ausblieb und Pflanzen und Böden ebenfalls vergiftet wurden. Die Menschen, die von der Landwirtschaft lebten verloren ihre Arbeitsplätze. Und die Arbeitsplätze, die durch die Fabrik entstanden, waren schlecht bezahlt und wurden mit billigen Arbeitskräften von außerhalb besetzt.

Viele Menschen in dem genannten Dorf und auch in anderen Dörfern in der Nähe haben gesundheitliche Beschwerden und Erkrankungen. Dazu gehören Atemwegserkrankungen, die von giftigen Abgasen herrühren, die in unregelmäßigen Abständen, etwa ein- oder zweimal im Monat von der Fabrik abgelassen werden. Die Interviewpartner des Reporters tragen teilweise einen Mundschutz, der ihnen von Ärzten verordnet wurde.

Die Einwohner berichten, dass sie natürlich die Behörden eingeschaltet hätten und dass es sogar Untersuchungen gegeben habe. Diese führten dazu, dass die Umweltverschmutzungen bestätigt wurden und dass einzelne Bewohner des kleinen Dorfes eine einmalige, sehr geringe Entschädigungszahlung (ca. 40.000 Toman, was etwa dem Gegenwert von 1 kg Rindfleisch entspricht) von der Fabrik erhalten haben. An der Umweltverschmutzung habe das aber nichts geändert.

Heute wünschen sich die Bewohner von Sarcheschme, dass die Fabrik ihnen wenigstens ankündigt, wenn sie wieder giftige Gase in die Umgebung ablässt, so dass sie buchstäblich vor der Umweltverschmutzung flüchten können.

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Iran: Sandstürme und Wasserknappheit

Madschid Mohammadi befasst sich in einem Artikel, der auf der Webseite von Radio Farda veröffentlicht wurde, mit den Hintergründen der Proteste gegen die Verschlechterung der Umwelt- und Lebensbedingungen im Iran.

Sandstürme – kommen aus dem Ausland

In den letzten Tagen waren besonders die Sandstürme in der Region Ahwas ein Thema, die teilweise zum Zusammenbruch der Stromversorgung und zur Schließung zahlreicher Schulen führten. Die Regierung ließ Demonstrationen verbieten, weil das „vom Feind ausgenutzt“ werden könne. Sie erklärte sich für nicht verantwortlich, der Staub komme aus Nordafrika, dafür könne sie nichts. Und der Klimawandel ist auch eine willkommene Erklärung für die Trockenheit, da muss man sich nicht selbst verantwortlich fühlen.

Qom – die geistige Wüste des Landes
Madschid Mohammadi weist aber darauf hin, dass das Umleiten von Flüssen zur Trockenlegung großer Sümpfe und Seen geführt hat, die nun auch im Iran Staublieferanten werden. Die Stadt Qom, die Wasservorräte für etwa 100.000 Einwohner habe, sei aufgrund ihrer Bedeutung als Zentrum der schiitischen Gelehrsamkeit auf 1 Million Einwohner aufgestockt worden, das Wasser müsse man nun aus anderen Gebieten wegnehmen. Dabei wird nicht berücksichtigt, was das dort für Folgen für Klima und Landwirtschaft hat.

250 Liter Wasser für 1 Melone
Auch die Landwirtschaftspolitik des Irans sei nicht vernünftig. Um eine Melone von 1kg Gewicht herzustellen, benötige man 250 Liter Wasser, im Jahr 2011 habe man etwa eine Million Tonnen Melonen exportiert. Das sei nicht vernünftig in einem Land, das an Wassermangel leide. Zum Teil werden hierfür Grundwasservorräte leergepumpt, mit der Folge, dass die Landwirtschaft dann auf dem Trockenen sitzt.
Die Regierung redet sich heraus, dass viele Pumpen illegal betrieben werden. Dabei sind Pumpen nicht unsichtbar, und wer Tausende von Internetzeitungen verfolgen und schließen kann, dürfte bei dem ausufernden Sicherheitsapparat auch keine Schwierigkeiten haben, illegale Pumpen zu konfiszieren. Aber wer weiß, vielleicht werden die ja von Freuden der Schmuggelbrüder, der Pasdaran, betrieben, da ist es besser, nicht so genau hinzusehen.

Dämme bauen – da ist nicht Meister Biber am Werk
Auch der Staudammbau im Iran sei nicht von Vernunft geleitet, sondern vom Gewinnstreben von Unternehmen, die in der Hand der Revolutionswächter seien. Die Bauunternehmen bekommen die Aufträge, die mit den Erdölgeldern finanziert werden, und stellen Dämme auf, wo sie nicht benötigt werden und mehr noch, sogar verhindern, dass stromabwärts noch Wasser zur Verfügung steht. Das ist den Unternehmern egal, Hauptsache, die staatlichen Aufträge werfen genügend Gewinne ab. Und der Staat, der mit diesen Unternehmern gemeinsame Sache macht, fragt auch nicht nach den Umweltfolgen…
Man sieht, so manches ist hausgemacht, aber wo es keine freien Parteien und keine freie Diskussion gibt, wird sich auch nichts bessern.

http://www.radiofarda.com/a/f35_iran_eco_proetsts_mohammadi/28319614.html
vom 2. Esfand 1395 (20.2.2017)
sardargomiye hokumate iran dar barabare e°terazate mohite zist
von Madschid Mohammadi

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Iran: ein Dorf im Nordiran

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Brombeer-Ernte im Iran


Brombeeren wachsen im Iran vor allem in den Wäldern der Region Gilan am Schwarzen Meer. Dort werden sie gepflückt (wilde Brombeeren, keine angepflanzten) und später auf dem Markt verkauft. Eine dornige Angelegenheit.

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Iran: Pistazien in Kerman


Vertrocknete Pistazienpflanzungen

Nach dem Erdöl gehören Pistazien noch immer zu den wichtigsten Exportprodukten im Iran. Im vergangenen Jahr wurden 250.000 Tonnen Pistazien exportiert. Bis zum 20. Jahrhundert wurden die Pistazienhaine mit Wasser bewässert, dass über spezielle Kanäle aus den Bergen geholt wurde. Danach kamen immer mehr elektrische Pumpen zum Einsatz, die das Grundwasser hochpumpten. Das mag früher in 10 Metern Tiefe gelegen haben, jetzt ist es je nach Ort auf 150 Meter Tiefe abgesunken und zunehmend salziger. Die Erde sinkte dabei trichterförmig ein. Das Ergebnis ist, dass die Pistazien vertrocknen. Hinzu kommt, dass das lukrative Exportgut zu einer Konzentration der Anbaugebiete in der Hand der Reichen geführt hat, so dass die heimischen Bauern das Land verlassen haben und in die Städte umgesiedelt sind.

http://www.radiofarda.com/a/f8-iran-pistachio-trees-gone/27966307.html
vom 04.09.2016
peste-ye iran qorbani-ye digare bi-abi

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Iran: Vor Erdölfirma: Sitzstreik bei 50°C


Mas‘ud Ken‘ani

Am 30. August meldete die iranische Webseite peykeiran.com, dass der 40-jährige Mas‘ud Ken‘ani in Ahwas vor dem Gebäude der staatlichen Erdölbohrfirma Sherkat-e Melli-ye Haffari-ye Iran (Nationale Bohrgesellschaft des Irans) sein Zelt aufgeschlagen hat, um im Namen der Arbeitslosen und Kranken der Stadt den iranischen Erdölminister zu sprechen, der nach Ahwas zu Besuch kommt. Ahwas ist ein Zentrum der iranischen Erdölproduktion.

Brot und Luft zum Atmen
Über dem Zelteingang hat Mas‘ud Ken‘ani ein Plakat aufgehängt: „Na:n o nafas“ – Brot und Luft zum Atmen, heißt die Forderung. Als er sein Zelt vor der Erdölfirma aufschlug, kamen die Verantwortlichen der Firma zu ihm und fragten: „Wer gibt dir das Recht, hier zu protestieren?“ Worauf er sie fragte: „Und wer gibt euch das Recht, die Bürger krank zu machen? Wer gibt euch das Recht, die Umwelt kaputt zu machen?“

Erdölförderung in einer Millionenstadt
Die staatliche Erdölbohrfirma fördert an mehreren Stellen in (!) der Millionenstadt Ahwas Erdöl. Die Folgen für die Qualität der Luft, mit Schäden an Pflanzen und Menschen, sind beachtlich. So berichtet Mas‘ud Ken‘ani, dass vier Mitglieder seiner Familie an Asthma leiden. Er steht zwar allein da, aber er sagt, dass andere, die von Arbeitslosigkeit und Gesundheitsschäden betroffen sind, ihn gebeten hätten, ihre Forderungen an den Erdölminister zu überreichen. Und die heißt: Das Ministerium soll für die Schäden Verantwortung tragen, die seine Produktion an der Umwelt und an der Gesundheit der Menschen anrichtet.

Auch die Dattelpalmen mögen keine Abgase
Mas‘ud Ken‘ani, ein Naturfreund, besucht regelmäßig die Gebiete in der Region Ahwas, wo Palmen wachsen. Was er dort sieht, ist beunruhigend. Auch die Palmen gehen ein. Wer übernimmt die Verwantwortung? fragt er.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=115378
vom 9. Schahriwar 1395 (30. August 2016)
e°tera:z-e shahrwand-e ahwa:zi be wazir-e naft / „naft: na:n o nafas-ra: gereft“

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Iran: Ausschreitungen um Bergsee Chaghakhur in Boldaji

In der Kleinstadt Boldaji (11.000 EinwohnerInnen) ist es heute, den 19.7.2016 zu heftigen Auschreitungen gekommen bei denen es Tote und Verletzte gab. Hintergrund ist ein Konflikt um die geplante Wasserentnahme aus einem naturnahen Bergsee namens Chaghakhur.

Der See hat eine Fläche von 2300 Hektar, besitzt aber nur eine geringe Wassertiefe (max. 3 Meter). Er liegt auf halber Berghöhe auf einer Alm und wird im Sommer von Nomaden frequentiert, die dort ihre Herden grasen lassen. Wie auf den Fotos zu sehen ist, liegt der See in einer idyllischen, naturnahen Landschaft ohne menschliche Ansiedlungen. Er ist bedeutend für die die Vogelmigration und einige seltene Pflanzenarten.

Aus diesem See soll Wasser für Städte in hunderten Kilometer Entfernung entnommen werden. Die lokale Bevölkerung ist natürlich dagegen und wehrt sich gegen die heute angelaufenen Baumaßnahmen. Nachdem juristische Interventionen erfolglos waren kam es zu Protesten und Schießereien sowohl in der Kleinstadt Boldaji und an den Baustellen.

In Boldaji konzentrierten sich die Proteste vor dem Gerichtsgebäude. Es kam zu Ausschreitungen seitens der lokalen Bevölkerung, die u.a. mit Steinen warf und zu Schüssen seitens der Polizei. Es gab mindestens einen Toten und ca. 30 Verletzte.

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Iran: Park-Ranger frei zum Abschuss

Auch im Iran gibt es eine Reihe von Nationalparks, in denen Pflanzen oder Tiere unter Schutz stehen. Und auch im Iran gilt: Ein Gesetz gilt nichts, wenn man die Einhaltung nicht überwacht. Also gibt es in den Parks Ranger oder Nationalparkwächter.
Hamid-Resa Childar, der Kommandant der Wacheinheit der iranischen Umweltschutzbehörde, erklärte, dass sie 5000 Kräfte zu wenig hätten. Das führt dazu, dass die Angestellten im Monat 18 Schichten zu 24 Stunden (!) schieben müssen statt vereinbarten 10. Und von 256 Überstunden bekommen sie nur 60 bezahlt.
Die Arbeitslosigkeit muss schon verheerend sein, wenn man sich darauf einlässt.
Aber genau aus dem selben Grund nützen auch die Wächter wenig. Denn die Wilderer, die Gegenspieler, leben im selben Land und sind in der gleichen Lage.
Da hilft kein Appell an den Umweltschutz und kein Spruch, dass wir die Erde nur von unseren Kindern geliehen haben. Hier geht es um einen Kampf ums Überleben zwischen den größten Raubtieren, den Menschen. Die Wilderer zögern nicht, auf die Wächter zu schießen, und haben in den letzten zwei Tagen drei Ranger erschossen.
Der Kampf zwischen Wächtern und Wilderern erfolgt mit ungleichen Spießen. Denn es ist schon passiert, dass ein Wächter im Gefecht einen Wilderer erschossen hat. Darauf bekam er es mit dessen Angehörigen zu tun, die nach den Gesetzen der Scharia das Recht haben, Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Selbst wenn der Park-Ranger nicht hingerichtet wird, es kann ihm eine lange Gefängnisstrafe blühen, und solche Fälle sind bekannt.
Anmerkung: Auch nach deutschem Recht müsste ein Ranger die Verhältnismäßigkeit der Mittel wahren, was in der Regel bedeutet, dass er keinen Wilderer erschießen dürfte, wenn er nicht in Notwehr handelt.

http://www.radiofarda.com/content/f14-3-environmental-guards-killed-in-iran-in-3-days/27820061.html
vom 7. Tir 1395 (27. Juni 2016)
qatle se mohitbane irani dar do ruz be daste shekarchiyane gheyre qanuni

http://www.radiofarda.com/media/photogallery/f3-hunters-killed-environment-protectors/27822624.html
Quelle der Karikatur: tofang-ra zamin begod_ar : Leg das Gewehr nieder

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Iran: Karun-Fluss in Gefahr


Die Bevölkerung in Ahwas, einer der heißen Regionen im Westen Irans, ist darüber besorgt, dass Wasser aus dem Karun-Fluss in andere Regionen umgeleitet werden soll. Sie befürchten, dass der Karun dann ebenso austrocknet, wie dies bei einem anderen Umleitungsprojekt der Fall war, dem Sayande-Rud in Isfahan.

http://www.akhbar-rooz.com/news.jsp?essayId=73790
vom 3. Chordad 1395 (23.05.2016)
tajammo°e mojaddade shahrvandane ahvazi dar e°teraz be enteqale abe karun

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Iran: Umweltschutz heißt Schutz der Wasservorräte


Frau Ma’sume Ebtekar, Direktorin der iranischen Umweltschutzbehörde, spricht

Radio Farda berichtete am 10. Mai 2016 vom Besuch der Direktorin der iranischen Umweltschutzbehörde (Sazman-e Mohit-e Zist-e Iran), Frau Ma’sume Ebtekar in der Provinz Tschahar-Mahal und Bachtiyari (Chahar-Mahal und Bakhtiyari), die dort am Vortag einen Vortrag hielt.

Umweltschützer und Umweltschützerinnen aus der Region nutzten die Gelegenheit, um durch Hochhalten von Plakaten auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Sie protestierten gegen die Umleitung von Wasser von Behescht-Abad nach Kerman, Jasd und Isfahan und namentlich gegen die Tunnelbauten Sabs-Kuhe und Kuh-Rang, die Wasser in den Zentraliran ableiten und dadurch zu Wasserarmut im Einzugsbereich des Karun-Flusses führen. Im Falle von Kuh-Rang handelt es sich schon um den dritten Tunnel – zwei andere wurden schon früher fertiggestellt. Der Persische Wikipedia-Artikel zu den Tunnels von Kuhrang ignoriert Umweltthemen konsequent.


Die Trennung der Geschlechter gilt auch in der Umweltbewegung. Sonst wäre dies ein leichter Vorwand für die Machthaber, die Umweltbewegung zu verfolgen.

Quellen:
http://www.radiofarda.com/media/photogallery/f16--photogallery/27726209.html
(21. Ordibehescht 1395 / 10. Mai 2016: e°tera:ze ha:miya:ne mohite zist dar chaha:r-maha:l wa baxtiya:ri)
https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%AA%D9%88%D9%86%D9%84_%DA%A9%D9%88%D9%87%D8%B1%D9%86%DA%AF
tunel-e kuhrang (15.05.2016)

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Iran: Hochwasser in Dezful


Hochwasser in Dezful

Dezful (Desful) ist eine Stadt mit über 400.000 Einwohnern. Sie liegt in der iranischen Provinz Chusistan, am Fuße des Zagros-Gebirges.


Der Dez-Fluss

Durch die Stadt fließt der Dez (Des), nach dem die Stadt auch benannt ist. Der Name soll ursprünglich Dezhpol gelautet haben, also Festungsbrücke. Dezful soll die arabisierte Form des Namens sein. 32 km stromaufwärts liegt die Dez-Talsperre, die 1963 erbaut wurde und die Stadt mit Strom und Wasser versorgt.

Nach anhaltenden 3-tägigen Regenfällen ist der Dez über die Ufer getreten und hat nicht nur landwirtschaftliche Flächen überflutet, sondern wohl auch einige Menschen mitgerissen, wie peykeiran am 16. April 2016 berichtete.

Quellen:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=106741
vom 16. April 2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Dezful

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Iran: Wasser für den Urumije-See?


Der Urumije-See schrumpft noch

Laut einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur Mehr erklärte Parwis Araste, der Generaldirektor der Umweltschutzbehörde der iranischen Region West-Aserbaidschan am Sonntag, den 6. Dezember 2015, dass der austrocknende Urumije-See in seinem Südteil eine Wassermenge von 700 Kubikkilometer erhält. Zum Vergleich: Der Bodensee enthält 50 Kubikkilometer (50 Milliarden Kubikmeter) Wasser.
Woher diese immense Wassermenge kommen soll?
Nach Angaben von Parwis Araste zum einen von der Begradigung der Flussläufe des Sarine-Rud und des Simine-Rud kommen, die beide in den Urumije-See fließen, aber unterwegs schon viel Wasser verlieren (AdÜ: Und was bedeutet dies für die Gebiete, wo das Wasser bislang „verschwand“?), sowie vom Anzapfen des Kani-Sib-Staudamms (im Landkreis Piranschahr). Die Leitungen müssten in den nächsten vier Jahren gelegt werden, das ist also noch Zukunftsmusik. Regenfälle sollen ebenfalls etwas beitragen.
Fakt ist, dass der Urumije-See im südlichen Teil nach seinen Worten einen Wasserstand von 12-20 Zentimeter hat, das ist nicht mehr als in einem Planschbecken…

Quelle:
http://www.radiofarda.com/content/f16-iran-urmia-lake/27412122.html

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Iran: Dürre Zukunft

Wie berichtet, gab es im iranischen Aserbaidschan schon Kundgebungen gegen das Austrocknen des Urumije-Sees, das durch staatliche Projekte begünstigt wird. Um den Urumije-See leben 6 Millionen Menschen. Das allmähliche Austrocknen des Salz-Sees führt dazu, dass Salz mit den Stürmen über die Felder verstreut wird und den Boden unfruchtbar macht. Der Feinstaub macht den Menschen zu schaffen. Diese Umständen begünstigen eine Flucht aus der Region in die Großstädte wie Urumije und Tabris.

Im Zentraliran ist Wassermangel und Dürre ebenfalls ein schwerwiegendes Problem. Die Menschen ziehen in Städte wie wie Teheran, Karadsch oder Maschhad. Doch auch dort ist das Wasser nicht grenzenlos. Durch den Zustrom an Menschen werden illegale Brunnen betrieben, die das Grundwasser ausbeuten, bis es versickt. Stellenweise hat der Boden schon begonnen, einzusacken, was die Stabilität der Häuser in der Region beeinträchtigt. Beim nächsten Erdbeben sind sie reif für den Einsturz. Es braucht nicht viel Fantasie, sich auszumalen, dass der Iran in Zukunft ein wichtiges Herkunftsland für Dürreflüchtlinge sein dürfte.

Quelle:
http://shahrvand-newspaper.ir/news:nomobile/main/49734/

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Iran: Umweltprotest vor Chomeinis Geburtstagsturm


Wer kennt sie nicht, die Goldspray-Standbilder, mit denen sich hierzulande einige Menschen als lebende Statuen die Spenden der Zuschauer verdienen?

In Teheran hat jetzt ein Künstler vor einem der markantesten Gebäude der Stadt diese Aktionsform gewählt, um drei Stunden lang auf sein Anliegen aufmerksam zu machen. Das Gebäude ist ein Fernsehturm und heißt Bordsche Milad – Turm der Geburt. Der Name bezieht sich auf den 101. Geburtstag von Ajatollah Chomeini, dem ersten Führer der Islamischen Republik Iran. Die Pläne für den Bau des Turms sollen noch aus der Schahzeit stammen. Der Turm ist aufgrund seiner Höhe praktisch von jedem Ort in Teheran aus zu sehen.

Die persische Nachrichtenplattform gooya berichtet von der Aktion des Künstlers, ohne seinen Namen zu nennen. Vielleicht ist das gesünder für ihn.

Er will mit seinem dreistündigen Dasitzen auf die Wasserknappheit im Iran aufmerksam machen, wo Flüsse und Seen austrocknen.

Lehm ist ein gutes Sinnbild für die Thematik. Lehm ist aber zugleich auch der Stoff, aus dem laut Überlieferung der drei Bücher (Thora, Bibel und Koran) Adam geschaffen wurde. So bleibt im Ernstfall immer noch eine religiöse Deutung des Protests, mit der der Künstler seinen Kopf aus der Schlinge ziehen kann.

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2015/09/202661.php
https://de.wikipedia.org/wiki/Adam_und_Eva
https://de.wikipedia.org/wiki/Borj-e_Milad
https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%A8%D8%B1%D8%AC_%D9%85%DB%8C%D9%84%D8%A7%D8%AF

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Bandar-Abbas (Iran): Green Peace auf Persisch


Kiyanusch Dschanbachsch: Gott hat der Menschheit das Meer geschenkt. Es war immer ein Segen für die Menschen. Aber damit (gemeint: mit dem Abwasser) bereiten wir der künftigen Generation Schwierigkeiten.

Kiyanusch Dschanbachsch ist Mitglied des Gemeinderats von Bandar-Abbas, einer wichtigen Stadt am Persischen Golf. Schon mehrfach hat er die zuständigen Behörden darauf hingewiesen, dass ungereinigtes Abwasser in den Persischen Golf geleitet wird, und gefordert, dass die Behörden Abhilfe schaffen. Auch Wasseranalysen belegen, dass das Wasser verunreinigt ist, wie er sagt. Geholfen hat das nicht, die Behörden stellen sich taub. Darauf hat Kiyanusch Dschanbachsch eine drastische, aber anschauliche Form des Protests gewählt. Vor den Augen der iranischen Medien ist er zu der Stelle gegangen, wo ein Rohr die Abwässer ins Meer leitet, und hat sich der dreckigen Flut in seinem tadellosen Anzug entgegengestellt.


Die Bilder gingen durch die iranischen Medien. Es dürfte den Behörden angesicht des schäumenden Wassers schwer fallen, nun noch die Tatsachen zu bestreiten.

Quelle:
http://news.gooya.com/didaniha/archives/2015/09/202472.php

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