Archiv der Kategorie 'Umwelt / Naturschutz'

Iran: Heftige Regenfälle und Hochwasser in Sistan und Balutschistan

Gestern kam es in der Region Sistan und Balutschistan zu heftigen Regenfällen, die zum Einsturz mehrerer Gebäude führten. In der Regionalhauptstadt Sahedan kam dabei ein Mensch ums Leben. Ein verantwortlicher Beamter in Nikschahr kam ebenfalls ums Leben, als er die Schäden in seiner Gegend besichtigen wollte. Die Tatsache, dass nur aus der Regionalhauptstadt und von einem toten Beamten die Rede ist, spricht dafür, dass aus weiten Teilen des Gebiets noch gar keine zuverlässigen Nachrichten vorliegen. Dass nicht einmal Bilder aus der Region vorliegen, macht deutlich, dass auch das iranische Nachrichtennetz in dieser Region dünn geknüpft ist. Sistan und Balutschistan ist auch in dieser Hinsicht Entwicklungsland, das vom Zentrum vernachlässigt wird.

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Unerträgliche klimatische Bedingungen bei Ahwaz, Iran

In der Gegend von Ahwaz, Iran, sind heute, Dienstag, 10.2.2015, tausende Menschen auf die Straße gegangen und haben von den zuständigen Behörden verlangt, dass etwas gegen die unhaltbaren klimatischen Bedingungen in der Region unternommen wird. Den Menschen fällt aufgrund der staubigen Luft seit Wochen das Atmen schwer und sie tragen teilweise Gesichtsmasken. Die öffentliche Verwaltung, die Schulen und die Kindergärten blieben heute geschlossen.

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Ahwas (Iran) – Saurer Regen?


In Ahwas, einer Erdölstadt im Südwesten des Irans, herrscht dicke Luft. Letzten Freitag gingen die Menschen sogar auf die Straße, um von der Stadtverwaltung Maßnahmen für den Umweltschutz einzufordern. Die Luft in Ahwas und Umgebung ist so dick, dass man zeitweilig nur bis auf 400 m Sicht hat. Dann, wenn im benachbarten Irak der Sandsturm wütet, ist es auch in Ahwas besonders schlimm. Für den Sandsturm kann keine Regierung und kein Bürgermeister etwas, aber es gibt sehr wohl Mittel, die Folgen zu mindern.
Das erste ist die Bepflanzung von Wanderdünen und die Anpflanzung von Schutzhecken im Umkreis der Stadt. Darauf, Hecken zu pflanzen, ist man auch früher schon gekommen, nur mit der Pflege danach hapert es, und so wurden die Anpflanzungen im Lauf der Zeit vom Sand zugeweht. Schutzfunktion Null.

Teer und Glaswolle
Stattdessen haben sich die Verantwortlichen etwas anderes einfallen lassen: Sie lassen die Wanderdünen im Umkreis der Stadt mit einem „Maltsch“ genannten Gemisch aus Teer und Glaswolle besprühen. Das bindet den Sand und verhindert das Aufwirbeln. Dachte man. Leider hat man nicht weiter gedacht. Zum einen sickern die Erdölprodukte in den Boden, wenn es mal regnet, und verseuchen Boden und Grundwasser. Und zweitens wird auch da gepfuscht, das heißt, man hat zu wenig gesprüht, so dass dieses Gemisch nicht am Boden gebunden wird sondern mit dem Sturm aufgewirbelt wird. Und dann hat man es in der Luft und in der Lunge. Teer und Glaswolle. Wer mal mit Glaswolle gearbeitet hat, weiß, wie unangenehm es ist, sie einzuatmen, und so wundert es nicht, dass die Bevölkerung gegen „Säure“ in der Luft protestiert.
Bisland haben die Behörden nichts gemacht außer Schulen zu schließen.

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Iran: Schnee in Kerman!

Die Stadt Kerman liegt im Süden des Irans. Die Gegend ist bekannt für den geringen Niederschlag und besonders Schneefall ist äußerst ungewöhnlich. In den letzten Tagen hat es viel geschneit. Obwohl die Menschen in Kerman viele Probleme mit der Regierung haben, haben sie sich sehr gefreut und auf den Straßen konnten solche Szenen voller Lebenslust beobachtet werden. Selbst Beamtinnen und Beamte kamen aus ihren Büros und tollten im Schnee herum.

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Teheran – Ahwas : Wasserdiebstahl als Politik


Auf dem Plakat steht u.a.: Euer Öl und Gas könnt ihr behalten

Am vergangenen Donnerstag, den 27. November 2014, versammelten sich mehrere Hundert Einwohner von Ahwas am Karun-Fluss, um gegen die Ableitung von Karun-Wasser in die Region Isfahan durch die Zentralregierung zu protestieren. Das Ergebnis dieser Politik ist, dass die Menschen in Ahwas nun an Wassermangel leiden. Die protestierenden Bürger bildeten eine Menschenkette, wurden aber später von den sogenannten Sicherheitskräften angegriffen. Die bewaffneten Organe verhinderten auch durch Straßensperren, dass sich mehrere Protestzüge zusammenschließen könnten. Es sind die Namen von sechs Verhafteten bekannt geworden.

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Sardinensterben im Süden des Irans


An der südiranischen Küste, im Fischereihafen Sar-Abad (bei Kanarak), sind große Teppiche von toten Sardinen zu beobachten. Es stinkt entsprechend. Während die Fischer die Schleppnetz-Trawler für verantwortlich halten, behauptet der Direktor der Fischereibehörde der Provinz Sistan und Balutschistan Mohsen Ali Golestani, schuld am Fischsterben sei eine Algenkrankheit und verschmutzte Meeresströmungen.

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Iran: Wasser zu Wein?

Über die Verwandlung von Wasser zu Wein kann man in der Bibel lesen.
Im Iran bringt man ein anderes Kunststück zustande: Dort verwandelt man Wasser in Abwasser,
Zugegeben, es riecht nicht ganz so wie bei einer Weinprobe, und der Iran hat auch keine Urheberrechte auf diese Erfindung, hier am Bodensee hat man dieses Experiment vor über vierzig Jahren auch schon gemacht.
Im Gegensatz zum Iran hatten aber weder Bayern noch Vorarlberg, weder der Thurgau noch Sankt-Gallen oder Baden-Württemberg die Absicht, ihre Probleme mit dem Bau der Atombombe zu lösen. Sie begnügten sich mit kleinen Dingen, zum Beispiel dem Bau von Kläranlagen rings um den See. Der Erfolg kann sich sehen lassen – heute muss man im Winter keine Seeputzete mehr mit Schülern veranstalten.
Geld hätte der Iran ja genug, so etwas zu bauen, und statt sich von Indien billige Stoffe liefern zu lassen und von China Gebetsteppiche, könnte man ja auch chinesische und indische Ingenieure und Baufirmen holen und Kläranlagen im ganzen Iran bauen. Aber dabei verdient man wohl nicht so viel wie mit Schmuggel und so.
Faktum ist jedenfalls, dass zahlreiche Flüsse im Iran heute nur noch als Abwasserkanäle bezeichnet werden können. So leitet nicht nur die Industrie, sondern auch große Städte wie Rascht ihr Wasser ungeklärt in die Flüsse Sardschub und Gohar-Rud (Region Gilan), von wo es dann in das Riedgebiet und die anschließende Lagune Ansali fließt, die für ihren Fischreichtum berühmt ist. Am Anfang werden die Fische (bestimmte Arten, zumindest) sich vermehren, weil es mehr Nährstoffe gibt, und dann wird das Wasser zu faulen beginnen und die toten Fische auf dem Wasser treiben.
Solange es im Iran keine Autonomien gibt, sondern alles von der Zentralregierung entschieden und verteilt wird, ist mit Besserung nicht zu rechnen. Denn die Bevölkerung, die es „ausbaden“ muss, hat nichts zu sagen und hat auch kein Geld, selbst Kläranlagen zu bauen.

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Iran: knappes Wasser

Hamid-Resa Dschanbas, der Leiter der iranischen Wasserbehörde, hat heute gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur „Fars“ erklärt, dass der Trinkwassermangel im Iran immer größer wird. In den Städten Kerman und Isfahan ist der Bedarf größer als die Produktion, in Teheran halten sich Verbrauch und Herstellung gerade noch die Waage, in der Provinz Semnan gibt es Orte, wo nur 20 Minuten am Tag Wasser in der Leitung ist. Als Ursache für den Wassermangel wird ausbleibender Regen und sinkende Grundwasserpegel angegeben, ob das stimmt, ist eine andere Frage.

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Iran: Radfahren als hohe Politik


Heldenhafte Flexibilität

Aus den Nachrichten ist zu erfahren, dass der iranische Außenminister Sarif gestern und heute mit seinem US-Amtskollegen Kerry zu Gesprächen zusammengetroffen ist. Es ist eine kleine Nachricht, die aber zeigt, was für bedeutende Wandlungen die iranische Außenpolitik durchgemacht hat. Gestern war die USA noch der Große Teufel, gegen den der Religiöse Führer, der vorige Präsident und die Freitagsprediger bei jeder Gelegenheit gewettert haben. Und heute sucht man das Gespräch, heimlich wie offen. Vor zwei Jahren noch hat man die Britische Botschaft in Teheran gestürmt und dort alles Wertvolle zerschlagen oder gestohlen, heute legt man Wert auf die Wiedereröffnung der Botschaft. Deutsche Handelsdelegationen werden mit Handkuss empfangen, auch wenn Sie noch nicht die erwünschten Investitionen bringen, denn man ist auf der Hut.
Das iranische Atomprogramm – offiziell zur Versorgung des Irans mit Atomstrom, de facto zum Bau der Atombombe, wurde eingestampft und die meisten Bedingungen des Westens akzeptiert. Und auch wenn man mit Europa über die Aufhebung der Sanktionen verhandelt – die iranische Regierung ebenso wie der Religiöse Führer und die Revolutionswächter sind sich bewusst, dass die eigentliche Entscheidung nicht in Europa, sondern in den USA fällt, also verhandelt man eben mit Kerry. Man könnte das Pragmatismus nennen.

US Außenminister Kerry und iranischer Außenminister Zarif in Wien

Sanktionen: Wenig Ölverkauf, wenig Geld in der Kasse
Der Grund ist einfach. Die Sanktionen haben den Ajatollahs und den Pasdar-Generälen den Geldhahn fast ganz zugedreht, und das ist sogar für die Regierenden schmerzlich. Denn selbst eine Regierung, die auf die Regierten pfeift, braucht Geld, um ihre bewaffneten Handlanger zu bezahlen – die Revolutionswächter (Pasdaran), die paramilitärischen Milizen (Bassidschi), die Sittenwächter, die Mollas. Alle haben Familie, alle wollen leben, und möglichst nicht so schlecht wie der Rest der Bevölkerung. Wenn man selbst das Geld nicht zusammenbringt, sieht es schlecht aus. Daher also die neue Nachgiebigkeit, oder mit den Worten von Ajatollah Chamene‘i: die heldenhafte Flexibilität.

Reformer und Fundis – mit einer Zunge
Ja, einen Rückzug kann man auch so nennen. Und deshalb spricht die iranische Elite – egal ob die sogenannten Reformer oder die Fundamentalisten – in Sachen Außenpolitik mit einer Zunge. Alle wissen, dass ihr Geld davon abhängt, und so stärkt der Religiöse Führer dem Außenminister der Regierung Rouhani in den Verhandlungen mit dem Westen den Rücken, auch wenn sich die beiden sonst nicht sehr nahe stehen. Denn der Westen soll wissen, dass man sich auf die Abmachungen verlassen kann. Würden die Pasdar-Generäle und Ajatollah Chamene‘i der jetzigen Regierung bei den Verhandlungen in den Rücken fallen, wären sie für den Westen wertlos, weil er dann davon ausgehen kann, dass die Vereinbarungen nicht eingehalten werden. Eine angenehme Situation für den Westen, und er kostet es aus. So verlangt Großbritannien erst eine vollständige Entschädigung für die Verluste, die durch die Botschaftsbesetzung entstanden sind. Im Iran wird in diesem Zusammenhang eine Zahl von extrem hohe Zahl als Schadensersatz genannt. Man fragt sich, was die Briten da alles in der Botschaft gehortet haben, sollte die Zahl wirklich zutreffen.

Radfahren: Nach oben buckeln und nach unten treten
Ganz anders sieht das Verhalten derselben Spieler in der Innenpolitik aus. Da fordern Abgeordnete, dass der ehemalige „Reformer“-Präsident Chatami unter Rede-Verbot und Ausreise-Verbot gestellt werden soll, da schließt Ajatollah Chamene‘i im Gespräch mit dem einflussreichen Abgeordneten Ali Mottahari die Aufhebung des Hausarrests für die Präsidentenkandidaten Mehdi Karubi und Mirhossein Mussawi kategorisch aus und setzt noch eins drauf, die könnten froh sein, dass sie keine Gerichtsverhandlung bekommen haben. Da machen die Sittenwächter wieder Jagd auf „schlecht verschleierte“ Frauen, da wendet sich Ajatollah Chamene‘i öffentlich an die Verantwortlichen der Universitäten, keine Politisierung der Unis zuzulassen, da werden diejenigen, die sich nicht ans islamische Fastengebot halten, öffentlich ausgepeitscht.

Ex-Präsident Chatami

Wenn Wahlen etwas ändern würden, würden sie verboten
Dieser Spruch, der auch im Westen zu hören ist, besitzt im Iran seine volle Gültigkeit. Und wenn die Wahlen nicht verboten werden, dann werden sie eben gefälscht. Wieso kann sich der Staat das leisten? Auch hier lohnt sich der Blick in den Geldbeutel, genauer, in die Kassen des Staates. Der iranische Staat hat bis heute kein funktionierendes Steuersystem, die Bürger sind für ihn also keine Kühe, die man nicht schlachten sollte, solange man sie melken kann. Der Staat lebt von den Erdöleinnahmen, und solange die fließen, können ihm die Bürger egal sein. Das gilt nicht ganz: Ein Streik im Erdölsektor wäre der Todesstoß, aber das Regime ist sich dessen bewusst und überwacht die Arbeiter in diesem Sektor mit Argusaugen.

Wer hat Angst vor Habenichtsen?
Außer ihrer Stimme haben die Bürger also wenig zu bieten, solange sie nicht organisiert sind. 2009, als durch die Wahlkampagne von Mussawi und Karubi Wahlstäbe dieser Kandidaten über das ganze Land verteilt waren, existierte tatsächlich – neben den Studentenorganisationen – eine landesweite Organisationsform, die die Basis für eine Beteiligung der Bevölkerung an der Politik legen konnte. Aber damals schlugen die Machthaber zu. Sie brauchten über ein Jahr, um diese Bewegung zu ersticken, aber sie waren erfolgreich.

Bürgergesellschaft – Rückkehr auf leisen Sohlen
Ja, die Herrschenden waren erfolgreich darin, den Aufbau von Parteien, einer großen Gewerkschaftsbewegung oder eine großen Studentenbewegung zu zerschlagen. Aber auch die Bürger haben gelernt. Heute geht man nicht in eine Partei, ruft keine Parolen gegen den Religiösen Führer, sondern wehrt sich in lokalen Zusammenschlüssen gegen den Smog in der Großstadt, setzt sich ein für die Erhaltung des Stadtparks, macht die Vermüllung der Umwelt zum Thema, protestiert gegen die Ableitung von Wasser oder gegen das Austrocknen von Seen. Eine grüne Bewegung im westlichen Sinnne, möchte man meinen, nicht im Namen des Propheten. Von dieser Art sind inzwischen Tausende von lokalen Initiativen im Iran entstanden.

oder auf Katzenpfoten
Ja, selbst die geschundenen Haustiere, ob Hund oder Katze, sind heute Gegenstand der bürgerlichen Aufmerksamkeit und Sorge. Entlaufene Tiere werden eingesammelt, gepflegt, weiter vermittelt, zum Arzt gebracht. Es gibt etwa 2000 solcher Gruppen im Iran. Sie haben untereinander über Facebook Kontakt und tauschen sich so untereinander aus. Politische Kommentare auf solchen Seiten sind verpönt, Chamene‘i, die Pasdaran oder die Bassidschis sind tabu. Wer die Regeln übertritt, muss sich nicht wundern, ein SMS (vom Geheimdienst) zu erhalten, in dem er höflich verwarnt und aufgefordert wird, so etwas zu unterlassen.
Aber das tut der Sache keinen Abbruch, denn durch solche Aktivitäten lernen die Bürgerinnen und Bürger, untereinenander in Kontakt zu treten, sich zu organisieren und Informationen auszutauschen. So helfen die Katzen der Demokratie auf die Sprünge.

Und die Minderheiten?
Die Aussichten sind düster. Die Balutschen im Süden, die Araber im Südwesten, die Kurden im Westen, die Aserbaidschaner im Nordwesten, alle leben unter Besatzung. Die Araber von Ahwas, obwohl Schiiten, werden im Land behandelt wie unerwünschte Ausländer. Die öffentlichen Hinrichtungen in Ahwas, in Kurdistan oder auch in Sahedan (Sistan und Balutschistan) sollen Stärke demonstrieren, aber die Wirkung könnte das Gegenteil sein. Denn auf der anderen Seite der Grenze, in Pakistan, werden die Autonomieforderungen der Balutschen stärker, die Kurden im Irak treffen Vorbereitungen, dem Chaos im Irak durch die Gründung eines eigenen Staates zu entfliehen, und das wird den iranischen Kurden eine Rückzugsmöglichkeit bieten.

Schlange mit gespaltener Zunge
So einig wie sich die iranische Elite in der Außenpolitik ist, so gespalten ist sie in der Innenpolitik. Egal ob es um kulturelle Freiheiten für die Bürger geht, um die Beendigung der religiösen Schikanierung und Unterdrückung, um das Verhalten gegenüber den Minderheiten. Während Politiker wie Rouhani, Chatami oder Rafsandschani hier mehr Freiheit fordern, weil sie Angst haben, dass die Islamische Republik sonst völlig weggefegt wird, klammern sich Chamene‘i und die Pasdaran an die Macht. Denn für sie birgt jedes Zugeständnis die Gefahr, dass sie entmachtet und für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden. Für sie steht nicht der Erhalt der Islamischen Republik im Vordergrund, sondern der Erhalt ihrer wirtschaftlichen Pfründe und ihrer Straflosigkeit. Bis zum bitteren Ende.
Und so bekriegen sich beide Parteien in diesen Fragen bis aufs Blut, so dass die Frage ist, ob der Iran nicht bald den Weg des Zerfalls gehen wird wie heute der Irak.

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Stuttgart, Istanbul, Schiras: Immobilienhaie im Angriff

Der Schlosspark in Stuttgart, der Gezi-Park in Istanbul und jetzt der Farsane-Park in Schiras, überall sind die Immobilienhaie im Angriff. Wobei wir die Haie um Entschuldigung bitten – nirgendwo in der Welt haben sie jemals eine Grünfläche in Beschlag genommen, um dort Hochhäuser und Shopping-Zentren einzurichten, auf solche Ideen kommen nur gierige Menschen. In diesem Fall war es der Stadtrat von Schiras. Aber auch in Schiras regt sich der Protest. Am Montag, den 26. Mai 2014, bildete sich eine Menschenkette um den Park, um gegen die Einebnung des Parks im Zentrum von Schiras zu protestieren, der noch zur Zeit der Safawiden-Herrschaft gegründet wurde. Die Herren der Stadt wollen dort zwei 25-stöckige Hochhäuser errichten.


Zement und Eisen
statt Bäume und Grün
ist das vernünftig?

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Nationalpark Golestan (Iran)


Zwischen Teheran und der Küste des Kaspischen Meers liegt der iranische Nationalpark Golestan, der auch ein beliebtes Erholungsgebiet ist.

Mitten durch diesen Nationalpark führt eine Straße. Sie dient nicht der touristischen Erschließung, sondern – wie auf den Fotos zu sehen – auch der Ausbeutung und Zerstörung der Naturschätze.

So wird illegal Holz gefällt und ausgeführt, andere schießen seltenes Wild, auch seltene Raubkatzen, die dort noch leben.

Das Übliche, wollte man fast sagen, denn solche schlechten Nachrichten treffen aus aller Welt ein. Das Erfreuliche in diesem Fall ist dagegen, dass sich Widerstand regt und Studentinnen und Studenten vor Ort eine Protestaktion durchgeführt haben.

Sie fordern eine Verlegung der Straße auf Gebiet außerhalb des Nationalparks.
Sie warnen davor, dass es dem Nationalpark so ergehen wird, wie dem austrocknenden Urumije-See, wenn der Staat nicht tätig wird.

Sie schreiben: „Wenn der Staat den Iran schon nicht zum Rosengarten (Golestan hat diese Bedeutung) macht, soll er wenigstens Golestan nicht zerstören (zerstören heißt wiran kardan, wiran reimt sich auf Iran).

Damit die Natur nicht auf der Strecke bleibt …

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Sandsturm über Teheran

Am Montag, den 2. Juni 2014, wird aus Teheran ein heftiger Sandsturm gemeldet. Bäume stürzten um, Gegenstände fielen von den Dächern, auf den Verkehrswegen kam es zu Unfällen. Die Folge sind mehrere Tote und Verletzte. Die Feuerwehr von Teheran steht in Alarmbereitschaft.

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Isfahan: Menschenkette gegen Austrocknen eines Flusses

In Isfahan haben über 500 Menschen demonstriert und eine Menschenkette gebildet, um gegen die Austrocknung des Sajande-Rud-Flusses – infolge der übermäßigen Wasserentnahme durch ein Regierungsprojekt – zu protestieren. Die Polizei und Zivilbeamten gingen brutal gegen die Demonstranten vor, um die Kundgebung aufzulösen. Es wurden auch einige Verhaftungen vorgenommen.

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Eine neue Umweltbewegung im Iran

Seit ein paar Jahren organisieren die Menschen sich im Iran vermehrt in neuen Umwelt- oder Naturschutzbewegungen. Die folgenden Bilder stammen von letzter Woche aus der Nähe von Behbahan (Südiran).


Wir versuchen, das Grün zu bewahren.


Die Kinder werden von einer Lehrerin angeleitet.


Wenn man gemeinsam das Ziel hat, die Natur zu reinigen, genießt man es.


Eine der teilnehmenden Organisationen ist der iranische Wanderverein von Behbahan.


Es gibt einen großen Unterschied zwischen eine Müllschlange und der Schlange beim Anstehen für Esspakete.


Wir pflanzen, also sind wir.


Wenn Frauen und Männer zusammen die Natur reinigen, ist das sehr positiv

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Schneechaos im Nordiran

Im Norden des Irans, am Kaspischen Meer und dem Gebiet von Mazendaran hört es seit vier Tagen nicht auf zu schneien. Mittlerweile gibt es Schneehöhen von mehr als zwei Meter. Die Verkehrswege sind vielfach unterbrochen. Mancherorts gibt es kein oder wenig Gas. In vielen Städten ist der Strom ausgefallen,Lebensmittel und Wasservorräte werden knapp. Entsprechend sind die Preise für Lebensmittel explodiert. Aufgrund der außergewöhnlichen Schneelast sind einige Hausdächer eingestürzt. Der Innenminister hat alle militärischen Kräfte gebeten, das ihnen Mögliche zu unternehmen, um den Menschen im Nordiran zu helfen.

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