Weblog von Ali Schirasi http://alischirasi.blogsport.de Dieser Weblog wird seit dem Jahr 2004 ehrenamtlich von acht Personen deutscher und iranischer Herkunft betrieben. Wir verteidigen die Menschenrechte, unterstützen Politische Gefangene und berichten regelmäßig über die aktuelle politische, wirtschaftliche und kulturelle Situation im Iran. Mon, 27 Mar 2017 16:22:59 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Iran und Israel (Teil 1) http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/27/iran-und-israel-teil-1/ http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/27/iran-und-israel-teil-1/#comments Mon, 27 Mar 2017 16:22:59 +0000 Administrator Internationale Beziehungen Religionsführer Islamismus http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/27/iran-und-israel-teil-1/ Im folgenden wird der erste Teil eines Aufsatzes über die Entstehung der Israelfeindlichkeit im Iran vorgestellt. Der Text wurde aus dem Persischen übersetzt, Auslassungen sind mit (…) gekennzeichnet.
Quelle:
http://www.iranianlobby.com/page1.php?id=114

Von Israel zum Todesengel Esra‘il – Die Geschichte einer Verwandlung
Im Herbst 1341 (1962) reisten Dschalal (Jalal) Al-e Ahmad und seine Frau Simin Daneschwar, zwei berühmte iranische Schriftsteller, die zu den geachteten Intellektuellen ihrer Zeit gehörten, zu einem Besuch nach Israel, wo sie zwei Wochen als Gäste des israelischen Staates blieben. Auch Dariusch Aschuri und der verstorbene Chalil Malaki gehörten zu jenen Intellektuellen, die in den Israel reisten und ein positives Urteil über dieses Land fällten. Al-e Ahmad hielt nach seiner Rückkehr von dieser Reise einen Vortrag im Institut für sozialwissenschaftliche Studien und Forschung, in dem er über die Kibbuze in Israel (eine kollektive Form der Landwirtschaft) Bericht erstattete. Später verfasste er einen bekannt gewordenen Artikel unter dem Titel „Welayat-e Esra‘il“ (Der Gottesstaat Israel), in dem er auf die Geschichte der Unterdrückung der Juden in Europa hinwies, und die Unterdrückung und Verfolgung dieses Volks als Hauptgrund für die Gründung des Staates Israel bezeichnete. Der sehr positive Blick von Al-e Ahmad auf Israel führte zu Protesten der traditionellen iranischen Geistlichkeit, so seitens Seyyed Ali Chamene‘i, der damals noch in seinen Anfangsjahren stand.
(Fußnote 1)
(AdÜ: Ali Chamene‘i ist heute Ajatollah und der Religiöse Führer des Landes)

Aber das Urteil von Al-e Ahmad über Israel wandelte sich nach und nach, bis er 1967, nach der schweren Niederlage der Araber im Sechs-Tage-Krieg gegen Israel einen Artikel unter dem Titel „Der Beginn einer Feindschaft“ schrieb, in dem er seine ganze Feindseligkeit und seinen Wut auf Israel zu Papier brachte. Dieser Artikel wurde später in einem Buch mit dem Titel „Reise in das Land des Todesengels“ (Safar be welayate °ezra‘il) abgedruckt. Al-e Ahmad schreibt darin – neben einer Attacke auf westliche und östliche Intellektuelle, dass Israel ein Zögling und Ableger des Kolonialismus und des internationalen Zionismus sei, und einen neuen Kreuzzug gegen den Islam eröffnet habe.

„Während die Europäer in den vergangenen Kreuzzügen eine Niederlage erlitten und zum Ausgleich die Wissenschaft und die Technologie der islamischen Welt als Beute mitnahmen, sind sie diesmal mit Hilfe eben dieser Wissenschaft und dieser Technologie und mit Unterstützung eines weiteren großen Helfers, des internationalen Kolonialismus, sowie eines kleinen Handlangers, nämlich des Zionismus, erneut zum Krieg ausgezogen… Angesichts der Tatsache, dass der Nationalsozialismus, die Krönung des westlichen Bürgertums, sechs Millionen vom Schicksal geschlagene Juden in jene Öfen steckte, in denen die Menschen verbrannt wurden, sind heute zwei bis drei Millionen Araber aus Palästina, dem Gasa-Streifen und dem Westjordanland zur Wahrung der Interessen der Kapitalisten der Wall Street und der Rothschild-Bank dazu verdammt, sich umbringen zu lassen oder ihr Heil in der Flucht zu suchen. Und da die werte europäische Intelligenz als Mittäter an den Verbrechen Hitlers mitgewirkt bzw. den Mund nicht aufgekriegt hat, hat sie jetzt den Juden im Nahen Osten einen Brückenkopf geschaffen, damit die Völker Ägyptens, Syriens, Algeriens und des Iraks eins übergezogen bekommen und gar nicht mehr auf die Idee kommen, gegen den westlichen Kolonialismus zu kämpfen, und den Suez-Kanal nicht mehr für die „zivilisierten Nationen“ sperren! Pfui, was für eine stinkende bourgeoise Kultur!“

Der offene Hass von Al-e Ahmad auf Israel ist unter den Intellektuellen und auch unter dem normalen Volk unseres Landes kein auf eine Einzelperson beschränktes Beispiel, Vergleichbares lässt sich in allen gesellschaftlichen Schichten des Irans finden. Für diesen Teil der Iraner ist das, was sich zwischen Palästina und Israel abspielt, mehr als nur ein Krieg zwischen Volksgruppen um Land und Wasser, mehr als nur die Besetzung von Land, das anderen gehört, etwas, was sich an irgendeinem Punkt der Welt ereignet hat. Für sie ist der Schmerz und das Leid der Palästinenser nicht vergleichbar mit dem, was andere Volksgruppen und Nationen dieser Welt in irgendeinem Winkel Asiens oder Afrikas an Leiden und Schutzlosigkeit erfahren. Das Unglück, das Palästina ereilt hat und die geballte Gewalt Israels sind für diesen Teil der Iraner eine persönliche Angelegenheit, eine Sache der Überzeugung und Gefühle und mitunter sogar wichtiger als die eigene nationale Sache. Was für Gründe gibt es dafür, dass die Iraner in so einem Ausmaß an der Palästinafrage Anteil nehmen und mit den Palästinensern mitfühlen und mitleiden?

Einmal abgesehen von dem Unrecht, das den Palästinensern widerfahren ist, spielen im negativen Urteil der Iraner bezüglich Israels zwei Faktoren eine wesentliche Rolle. Der erste war der Kalte Krieg zwischen der Sowjetunion und der USA, der den Konflikt zwischen Israel und den Arabern zu einem der Hauptschauplätze des Kampfes zwischen diesen beiden Großmächten um die Hegemonie in der Region werden ließ. Dementsprechend änderte die traditionelle iranische Linke und ein wichtiger Teil der Intellektuellen ihre Sicht auf das Palästina-Problem und deutete ihn nicht mehr als Konflikt zwischen Volksgruppen oder Nationen, sondern als internationale Auseinandersetzung zwischen dem sozialistischen und dem imperialistischen Lager und verlieh ihm so eine ideologische Dimension. (AdÜ: auch Nationalismus ist eine Ideologie…)

Als zweiter Faktor ist das Wachsen islamischer Strömungen im Iran zu sehen, die insbesondere nach dem Tod von Ajatollah Borudscherdi und dem Aufstieg von Ruhollah Chomeini zu einer einflussreichen religiösen Autorität an Intensität und Stärke zunahmen. In dieser Denkschule wird der Konflikt zwischen Israel und Palästina als Krieg zwischen Islam und Ungläubigkeit ausgelegt, das Unrecht, das den Palästinensern widerfährt, steht somit auf einer Ebene mit dem Bösen, das der Teufel bewirkt. Die Opfer sind nicht nur die Palästinenser, vielmehr hat jeder einzelne Moslem dieser Welt an diesem Leid und Kummer Anteil und trägt eine Mitverantwortung.

Die Verwandlung von Al-e Ahmad ist eher dem zweiten Faktor, also der der „Islamisierung“ des Palästina-Problems zuzuschreiben. Denn ebenso, wie sich seine Sicht auf Israel änderte, geriet er auch selbst immer mehr ins religiöse Fahrwasser, bis er schließlich ein ergebener Anhänger von Ruhollah Chomeini wurde. Leider ging dieser große und mitfühlende Schriftsteller so weit, dass er 1343 (1964), auf einer Reise nach Mekka, einen servilen Brief an Chomeini schrieb, in dem er neben seinen Glückwünschen zu seiner Freilassung aus dem Gefängnis mehrfach seine Treue und Ergebenheit gegenüber diesem stockkonservativen Ajatollah zum Ausdruck brachte. (Fußnote 2)


Auszug aus dem Brief
(…)
(Es folgen wörtliche Zitate aus dem Brief, dessen serviler Stil aus der Wortwahl hervorgeht. Eine Übersetzung würde genau das Wichtigste, den Stil, verfälschen, da er nur gegen den Hintergrund des im Iran Möglichen und Wirklichen seine Wirkung entfaltet. Wir übergehen ihn daher).

Bevor wir uns mit dem Anwachsen des Islamismus, dem Aufstieg Chomeinis und ihrem zunehmenden Einfluss auf die anti-israelische Sichtweise befassen, wollen wir uns den anderen Faktor näher anschauen, der die Sichtweise vieler iranischer Intellektueller auf Israel änderte – die Rede ist hier vom Kalten Krieg.

Fußnote 1:
1- نگاه کنید به „کارنامه و یادنامه جلال آل احمد“ به این آدرس: http://www.hawzah.net/hawzah/Magazines/MagArt.aspx?MagazineNumberID=3957&id=24744

همچنین نگاه کنید به مصاحبه شمس آل احمد (برادر جلال) http://www.khabaronline.ir/news-89846.aspx

همچنین نگاه کنید به مقدمه مفصل شمس آل احمد در باره کتاب „سفر به ولایت عزرائیل“ به این آدرس http://www.seapurse.net/contents.php?ID=118

برای مطالعه این کتاب و مقدمه شمس آل احمد به این لینک مراجعه کنید: http://www.iranian-americans.com/docs/ezraeel.pdf

Fußnote 2:

2- مرکز اسناد انقلاب اسلامی، „نعمت بزرگی بنام جلال آل احمد“ بهمراه نامه وی به خمینی به این آدرس

http://www.irdc.ir/fa/content/10773/default.aspx

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Iran: Der Westen als Krankheit http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/20/iran-der-westen-als-krankheit/ http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/20/iran-der-westen-als-krankheit/#comments Mon, 20 Mar 2017 19:21:10 +0000 Administrator Internationale Beziehungen Islamismus Kultur http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/20/iran-der-westen-als-krankheit/

Gharbsadegi – Vom Westen befallen
Dies ist die Diagnose einer Krankheit, an der nach Auffassung der herrschenden iranischen Geistlichkeit alle leiden, die gegen die islamischen Sitten – nach ihrem Verständnis – verstoßen. Das tun sie, wenn Männer und Frauen gemeinsam unterwegs sind, ohne verheiratet zu sein, gar gemeinsam tanzen, das tun sie, wenn Männer und Frauen gemeinsam Musik spielen oder singen oder auch nur im Fußballstadion der iranischen Mannschaft zujubeln, und das tun vor allem die Frauen, wenn sie sich „unislamisch“ kleiden, also nicht als schwarzer Sack verhüllt durch die Gegend laufen wollen.
Die Behandlung dieser „Krankheit“ erfolgt mit Methoden, die wenig mit der Medizin von Avicenna (Ibn Sina) und sehr viel mit dem europäischen Mittelalter zu tun haben, also gerade jener Region, von der man sich doch distanzieren möchte. Sie besteht im schlagfertigen Einsatz von Polizeiknüppeln, im Übergießen mit Säure, im Einsperren und Foltern.

Die Westkrankheit – eine Antwort auf den Kolonialismus
Wenigen ist heute bewusst, dass der Vorwurf der Verwestlichung „Gharbsadegi“ ursprünglich eine anti-kolonialistische Zielrichtung hatte und als Vorwurf gegen das Schahregime eingesetzt wurde. Einer der bekanntesten Schriftsteller des Irans der Zeit vor der Revolution von 1979 war Dschalal Al-e Ahmad, der mit seinem Buch „Gharbsadegi“ diesen Vorwurf in ein breites Publikum getragen hat. Seine Gedanken fanden auch Anklang bei Ajatollah Chomeini und Ajatollah Chamene‘i, und wie diese sie verarbeiteten, sehen wir ja an obigen Beispielen. Nicht so bekannt ist, dass Jalal (sprich: Dschalal) Al-e Ahmad auch ein begeisterter Anhänger des damals noch jungen Staates Israel war. Denn unter den Ajatollahs ist Israel zum zweiten Teufel aufgestiegen, gleich neben den USA als „großem Teufel“. „Marg bar Esra‘il“ (Tod über Israel) war nicht nur eine Parole, mit denen iranische Hisbollahis auf den Straßen demonstrierten, selbst Staatspräsident Mahmud Ahmadineschad, der Vorgänger von Hassan Rouhani, erklärte noch öffentlich, Israel müsse vom Erdboden verschwinden. Wie es kommt, dass der theoretische Begründer einer der wesentlichen Merkmale der Islamischen Republik Iran, nämlich des Kampfes gegen die „Verwestlichung“, sich so positiv zu Israel äußert, erklärt im Folgenden Samuel Thrope in einem Artikel aus der israelischen Zeitung Ha-Aretz (Das Land) vom 19.02.2017, den wir für unsere Leserschaft ins Deutsche übersetzt haben.

http://www.haaretz.co.il/blogs/sadna/1.3870203
Blogs des Workshops für Sozialgeschichte

כיצד יישב אינטלקטואל איראני את סלידתו מהמערב עם הערצתו לישראל
Wie passt die Abneigung eines iranischen Intellektuellen gegen den Westen mit seiner Bewunderung für Israel zusammen?

Das junge, sozialistische Israel war auch im vorrevolutionären Iran „das Licht der Völker“. Der Besuch von Jalal Al-e Ahmad im Land enthüllt regionale Verbindungen, die heute unvorstellbar erscheinen.

Ha-Aretz 19.02.2017
Workshop für Sozialgeschichte
Shmuel Trop / Samuel Thrope

In den 60-er Jahren war Jalal Al-e Ahmad der bekannteste Schriftsteller und Intellektuelle im Iran. Al-e Ahmad fand Bewunderung dank des unabhängigen und scharfen Blicks, den er schon in seinen ersten Erzählungen in den 40-ern und 50-ern bewiesen hatte. Aber es war die Veröffentlichung seines Buchs „Gharbzadegi“ – das mit „Verwestlichung“ oder „West-Erkrankung“ übersetzt werden kann und im Jahr 1962 erschien, mit dem Al-e Ahmad den Höhepunkt seiner Bekanntheit und seines Einflusses erreichte. Das Buch attackierte scharf die Herrschaft von Mohammad Resa Schah Pahlawi, der den Iran von 1941-1979 regierte und Verbündeter der USA und auch Israels im Kalten Krieg war, sowie die verwestlichte Kultur des Irans in jenen Jahren.
„Gharbzadegi“ ist eine eindeutig anti-koloniale Schrift, die auf der klaren Trennung zwischen dem satten, dominanten und reichen Westen sowie dem hungrigen, armen und kranken Osten beruht. Al-e Ahmad ruft die Iraner ebenso wie die anderen Orientalen auf, aufzuhören, den Westen zu imitieren, und zu ihren kulturellen und religiösen Wurzeln zurückzukehren. Eine ganze Generation junger Iraner führte wenige Jahre später die Revolution von 1979 an. Gharbzadegi – die Verwestlichung – war ein Meilenstein der Politik und der Erkenntnis. Im Licht dieser Haltung, trafen überraschend schon 1963, nur ein Jahr nach der Veröffentlichung von Gharbzadegi, Al-e Ahmad und seine Frau, die Schriftstellerin Simin Daneschwar, auf Einladung der Israelischen Botschaft in Teheran zu einem zweiwöchigen Besuch in Israel (w. im Land) ein. Wie andere Intellektuelle, die Israel in jenen Jahren besuchten, so etwa Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, beschreibt Al-e Ahmad das junge Israel in dem Buch, das er über seinen Besuch schrieb, ganz unerwartet, ja sogar mutig. Eine Beschreibung, die sich zugleich auch mit der politischen und sozialen Lage im Iran befasst.


Die bekanntesten iranischen Intellektuellen: Jalal Al-e Ahmad und Simin Daneschwar in den 60-er Jahren

Nur wenige würden Israel heute zu den östlichen, anti-imperialistischen Kräften der Welt zählen. Aber Al-e Ahmad sah im Staat der Juden einen Teil des Ostens, „dessen eines Ende in Tel Aviv und dessen anderes in Tokyo“ liegt, so seine Worte. Sein Reisebericht, der den Besuch dokumentiert, wurde erst nach der Revolution und 15 Jahre nach dem Tod des Verfassers unter dem Titel „Reise in das Land des Todesengels“ veröffentlicht (welcher mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von Al-e Ahmad selbst gewählt wurde). In diesem Buch bringt Al-e Ahmad seine Bewunderung für die Kibbuzim (Kollektivsiedlungen auf dem Land) und für den Unterricht in hebräischer Sprache in Israel zum Ausdruck, neben der energischen Kritik an der Diskriminierung der arabischen Bürger Israels. Im letzten Kapitel des Buchs, das als Reaktion auf den Sechs-Tage-Krieg (5.-10. Juni 1967) geschrieben wurde, ist die Kritik von Al-e Ahmad schon viel schärfer und direkter. Selbst dann ist Israel, wie er schreibt, einschließlich all seiner Mängel und Gegensätze, in orientalischen Augen die Basis einer Macht, ein erster Schritt, die Botschaft einer nahenden Zukunft.

Das Interesse von Al-e Ahmad an Israel begann lange vor seinem kurzen Besuch im Februar 1963.
Wie viele Intellektuelle im Iran war Al-e Ahmad Mitglied der örtlichen kommunistischen Partei, der Tudeh-Partei. Er war der Partei in seiner Jugend beigetreten, im Alter von 21, und rasch ins Zentralkomitee der Partei gewählt worden. Seine ersten Erzählungen, die die Region seiner Kindheit in den Armenvierteln im Süden Teherans beschrieben, wurden in Zeitschriften der Partei veröffentlicht.

Aber im Jahr 1948, nach der Unterstützung der sowjetischen Seite durch die Tudeh-Partei im Konflikt mit der iranischen Regierung wegen Erdölkonzessionen, empörten sich Al-e Ahmad und andere und verließen die Partei (AdÜ: die Sowjetunion forderte für sich vergleichbare Erdölförderrechte im Iran wie Großbritannien sie hatte). Nach diesem dramatischen Schritt suchte Al-e Ahmad nach sozialistischen politischen Alternativen und fand den Kibbuz. Seine ersten Bekanntschaften mit der israelischen kollektiven Landwirtschaft ließen in ihm bald mehr und mehr den Wunsch nach Informationen über Israel und die Juden aufkommen. Er las die Protokolle der Nürnberger Prozesse, das Buch „Diebe in der Nacht“ von Arthur Koestler, das auf seinen Erfahrungen als Kibbuz-Reporter beruhten, und die Bibel. Er schrieb sogar eine Erzählung im Stil der Bibel mit dem Titel: „Das dritte Buch der Könige“.


Eines der Symbole der iranischen Revolution, und einer, der bis in seine letzten Jahre in Israel ein Model zur Nachahmung sah. Iranische Briefmarke aus dem Jahr 1988 zu Ehren der intellektuellen Leistungen von Al-e Ahmad (Wikipedia)

Es ist wichtig und interessant festzustellen, dass Al-e Ahmad keine Notwendigkeit sah, diese Themen mit iranischen Juden zu diskutieren, einer Gemeinschaft von mehreren Zehntausend in jenen Jahren. Juden und Judentum waren für Al-e Ahmad eine ausländische, externe Angelegenheit, kein Teil des Irans selbst.

Al-e Ahmad schreibt in seinem Buch, dass er auf eine Einladung der Israelischen Botschaft reagierte, das Land zu besuchen, „damit ich Dinge von Nahem begreifen konnte, von denen ich bislang nur in den Büchern gelesen hatte, und schließlich um alles, was so attraktiv war, zu sehen.“
Dies ist sicher richtig, aber viele andere Quellen, darunter die Briefe zwischen ihm und seiner Frau Simin Daneschwar zur Vorbereitung der Reise, seine anderen Bücher, und auch die Telegramme, die zwischen dem israelischen Außenministerium und den Botschaften in Teheran und London gewechselt wurden, zeichnen ein etwas komplexeres Bild. Erstens war Al-e Ahmad nicht der einzige iranische Intellektuelle, der in jenen Jahren zu einem Besuch nach Israel eingeladen wurde.
1961 traf Tsvi Rafi‘ach, damals ein junger israelischer Diplomat in seinem ersten Diensteinsatz, in Teheran ein und begann, Beziehungen zu einheimischen Schriftstellern, Künstlern und Denkern aufzubauen. Rafi‘ach brachte iranische Intellektuelle (Menschen des Geistes) nach Israel und ihre israelischen Kollegen in den Iran, als ein Weg, die kulturellen Beziehungen und dabei auch die engen Sicherheitsbeziehungen zwischen den Staaten zu verbessern, die schon bestanden. Neben Al-e Ahmad statteten in jenen Jahren auch der Cousin von Mohammad Resa Schah, Prinz Schahram Pahlawi, sowie führende Linke wie der Al-e Ahmad nahestehende Politiker Chalil Maleki Israel einen Besuch ab. Mit anderen Worten, Rafi‘ach wollte Menschen von beiden Seiten der politischen Landkarte dorthin bringen, und mit der Zeit schloss er sich den sozialen Kreisen jener Intellektueller an. In Briefen beschreibt Daneschwar den israelischen Diplomaten als jemanden, der auf natürliche Weise an die Parteien und Geschehnisse heranging.


Versuche, neben den Sicherheitsbeziehungen auch die kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen zu entwickeln. Die iranische Delegation an der internationalen Konferenz über die Rolle der Wissenschaft zur Förderung junger Staaten am Weizmann-Institut in Rechovot (Israel), 1960
Quelle: Fritz Cohen

Für Al-e Ahmad war die Reise nach Israel mehr als nur ein Besuch. Er verbrachte vier Monate in Europa vor seiner Ankunft (erg.: in Israel). Wie aus seinen Briefen an Simin Daneschwar hervorgeht, schlug er ihr gegen Ende seiner Europa-Reise vor, den Iran für immer zu verlassen. Nach Abschluss seiner Israel-Reise schrieb ihr Al-e Ahmad, dass sie nach London oder Paris auswandern könnten statt heimzukehren, wo er seine literarische Tätigkeit unter freundlicheren Bedingungen fortsetzen könne. Es ist unmöglich festzustellen, wie ernsthaft dieser Gedanke war, obwohl auch andere Schriftsteller dem Schah-Regime entflohen, das zur gleichen Zeit immer repressiver wurde. Jedenfalls zerstörte die Enthüllung seiner Untreue gegenüber Simin Daneschwar durch einen Brief, der sie wenige Tage vor ihrem Treffen im Lande (= Israel) erreichte, diesen Traum.

Das Buch enthüllt noch viel mehr über Al-e Ahmad und seinen Besuch als Aktenordner und Briefe. Studiert man es heute, fallen die erstaunlichen Beschreibungen Israels von Al-e Ahmad am meisten auf, insbesondere im Licht des Bruchs und der Feindseligkeiten zwischen Israel und Iran in den heutigen Tagen. Al-e Ahmad sieht Israel nicht nur als Teil des Orients, er lobt dessen Regierung auch mit Bezeichnungen, welche für den idealen islamischen Staat reserviert sind. Er verurteilt die benachbarten arabischen Staaten wegen ihrer Abhängigkeit von der westlichen Kultur und ihres doppelgesichtigen Verhaltens in Sachen palästinensischer Flüchtlinge. Er beschreibt den Besuch in Yad Vashem, und die Tränen, in die er bei einer Gedenkfeier für einen holländischen Christen ausbrach, der in der Zeit des Holocaust Juden rettete. Andererseits stellt er anderenorts einen Vergleich zwischen Israel und Nazi-Deutschland auf, und nennt es „einen Brückenkopf des westlichen Kapitalismus im Nahen Osten“. Al-e Ahmad nimmt bezüglich Israel so unterschiedliche, und manchmal so widersprüchliche Positionen ein, dass es nicht möglich ist, ihn auf der Landkarte der Fixpunkte im israelisch-palästinensischen Konflikt zu orten.

Der Grund für die Widersprüche und Gegensätze ist, dass der Staat der Juden nicht das eigentliche Thema des Reiseberichts von Al-e Ahmad ist. Ähnlich wie viele andere Schriftsteller verschiedener Zeiten und Orte, beschreibt der Reisende das, was ihm auffällt, denkt aber dabei an seine Heimat.
So auch im Falle von Al-e Ahmad. Die Beschäftigung mit dem Kibbuz und Israels Rolle im Nahen Osten dient ihm zu einem anderen Zweck: seine Kritik am Iran des Schahs zu verschärfen und zu verstärken. Wenn Al-e Ahmad sagt, dass die Führer Israels Gottes auserwählte Vertreter sind und dass „Ben Gurion nicht geringer als Enoch und dass Mosche Dayan nicht geringer als Ijob (Hiob) ist“, ist schwer zu verstehen, wie diese geistlichen Lobbezeichnungen durch seine weltlichen Erfahrungen in Israel in den 60-er Jahren zustande gekommen sein sollen; abgesehen von dem durch einen Rabbi vorgetragenen Gesang:
„אל מלא רחמים“ (An den, der voller Gnade ist), den sie in Yad Vashem hörten, hat das iranische Ehepaar anscheinend weder eine Synagoge besucht noch an einer religiösen Zeremonie teilgenommen. Seine Wahl, Israel als Staat zu loben, der Bewunderung verdient, dient hauptsächlich dazu, zu markieren, was er bei sich zu Hause, im Iran, vermisst. Er preist Israel genau wegen jener Dinge, die – wie Al-e Ahmad ausdrücklich in „Gharbzadegi“ schrieb – im Iran im Argen liegen: ein gutes Bildungswesen, eine angemessene Landwirtschaft, Gleichheit, ein Festhalten an den kulturellen und religiösen Wurzeln, und ein Gleichgewicht zwischen Ost und West.


Al-e Ahmad kritisierte scharf die engen Beziehungen des iranischen Schahs zu den Vereinigten Staaten und die Verwestlichungstendenzen unter seiner Herrschaft. Der Schah Mohammad Resa Pahlawi mit einem hochrangigen Offizier der US-Luftwaffe, 1977
Photo: Sergeant Major Dunham, US-Luftwaffe

Dr. Samuel Thrope, in Jerusalem lebender Übersetzer und Journalist. Autor von „The Israeli Republic“ – seine Übersetzung von „Reise in das Land des Todesengels“ von Dschalal Al-e Ahmad,
herausgegeben 2017 von Restless Books.

Der Artikel enthält am Schluss noch einen Link auf die facebook-Seite des Workshops für Sozialgeschichte:
https://www.facebook.com/sadnale/

Im folgenden ein Link auf einen Vortrag des Trauerlieds אל מלא רחמים (Dem, der voll von Gnade ist) in Yad Vashem:
https://www.youtube.com/watch?v=4NdXmi6_oJE

Hinweis für weitere Lektüre:
https://www.foreignaffairs.com/articles/iran/2014-02-12/among-believers
Foreign Affairs: March/April 2014: Among the believers – Bernard Avishai; Jalal Al-e Ahmad

http://www.restlessbooks.com/bookstore/the-israeli-republic

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Iran: Die Fremdenlegion der Ajatollahs http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/13/iran-die-fremdenlegion-der-ajatollahs/ http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/13/iran-die-fremdenlegion-der-ajatollahs/#comments Mon, 13 Mar 2017 18:43:41 +0000 Administrator Internationale Beziehungen Islamismus http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/13/iran-die-fremdenlegion-der-ajatollahs/ Afghanische Staatsbürger leben zu Millionen im Iran, aber es geht ihnen dreckig. Der Staat verweigert ihnen eine Legalisierung, sie werden als billige Arbeitskräfte ausgenutzt, und immer wieder gibt es Razzien, um die Afghanen nach Afghanistan abzuschieben. Da interessiert nicht, seit wieviel Jahren und Jahrzehnten die Menschen schon im Iran leben.

Das soll jetzt anders werden?
Nein, nicht wirklich. Es gibt aber einige Afghanen, die sich als Kämpfer gemeldet haben, um im Interesse der iranischen Machthaber in Syrien die Regierung von Baschar al-Asad militärisch zu unterstützen. Um sie zu ködern, hatten die Institutionen, die die Afghanen für die Kämpfe anwarben, versprochen, dass sie dafür die iranische Staatsbürgerschaft erhalten würden. Das ist ein hoher Anreiz. Der Haken an der Sache: Das Parlament konnte das so offen nicht als Gesetz verabschieden, schließlich bestreitet man ja gerne bei jeder Gelegenheit, in den Krieg in Syrien verwickelt zu sein.

Ajatollah Chamene’i, der Retter
Der Religiöse Führer, Ajatollah Chamene’i, hat jetzt denjenigen, die die Afghanen angeworben haben, aus der Patsche geholfen, so dem Vorsitzenden der Märtyrer-Stiftung, Mohammad-Ali Schahidi. Er hat erklärt, dass diejenigen, die die „Heiligtümer“ verteidigen, die iranische Staatsbürgerschaft erhalten sollen. Heiligtümer, die mit dem schiiten Glauben verbunden sind, stehen in Syrien wie auch im Irak. Damit ist die Sache fein umschrieben, und da der Führer eh das letzte Wort hat, braucht man jetzt auch das Parlament nicht mehr.

http://www.radiofarda.com/a/iran-citizenship-fighters-syria-khamenei/28365093.html
vom 22. Esfand 1395 (12. März 2017)
ra’ise bonyade shahid: dasture ayatollah xamene’i baraye e°taye tabe°iyate irani be modafe°ane haram

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Iran: Landesweite Aktion der Lehrkräfte http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/13/iran-landesweite-aktion-der-lehrkraefte/ http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/13/iran-landesweite-aktion-der-lehrkraefte/#comments Mon, 13 Mar 2017 18:19:26 +0000 Administrator Gefängnis Arbeitskampf Ökonomie Gewerkschaft http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/13/iran-landesweite-aktion-der-lehrkraefte/
Protestaktion in Chusestan (an der iranisch-irakischen Grenze)

Am 9. März 2017 fanden im ganzen Iran Aktionen der Lehrkräfte statt, um ihren Forderungen an die Regierung Nachdruck zu verleihen. An den Aktionen nahmen mindestens 500 VertreterInnen der Lehrkräfte statt.
Ihre Forderungen:

  • Bessere Löhne für die Tagelöhner unter den Lehrenden, entsprechend den Löhnen anderer Staatsangestellter.
  • Die Sozialversicherung für Lehrende soll reformiert werden und die veruntreuten Versicherungsgelder vom Staat erstattet werden.
  • Die Löhne und Renten der Lehrenden sollen pünktlich gezahlt werden.
  • Aufhebung der Gerichtsurteile, mit denen die Gewerkschaftsaktivitäten von Lehrenden bestraft wurden. Freilassung des Führers der Lehrergewerkschaft Abdi, der zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Die Gewerkschaftsaktivisten hatten schon zehn Tage zuvor dem Parlament eine Petition mit 140.000 Unterschriften übergeben.

http://www.radiofarda.com/a/f6_iran_teachers/28359519.html
vom 19. Esfand 1395 (9. März 2017)
tajammo°e sarasariye mo°allemane shaghel wa bazneshaste

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Iran: Machtkampf zwischen Staatspräsident und Religiösem Führer http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/13/iran-machtkampf-zwischen-staatspraesident-und-religioesem-fuehrer/ http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/13/iran-machtkampf-zwischen-staatspraesident-und-religioesem-fuehrer/#comments Mon, 13 Mar 2017 18:02:27 +0000 Administrator Staatspräsident Religionsführer Islamismus http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/13/iran-machtkampf-zwischen-staatspraesident-und-religioesem-fuehrer/
Der Gouverneur der Region Süd-Chorasan, Ali-Akbar Parwisi, hat sich bei den Geistlichen der Region unbeliebt gemacht. Er hat öffentlich über den jämmerlichen Zustand der Künste in der Region geklagt und die Geistlichen als Behinderung des Fortschritts bezeichnet:
„Einige Herren stellen sich im Namen der Religion gegen alles. (…) In Teilen der Gesellschaft hat sich eine tyrannische Denkweise breit gemacht, und eine eng begrenzte Zahl von Personen sind das Haupthindernis des Fortschritts.“ Er kritisierte auch die Rolle der Sicherheitskräfte: „Die Ordnungskräfte sind dafür da, die Ordnung zu bewahren und den Verkehr zu regeln, in andere Dinge brauchen sie sich nicht einzumischen.“ Er findet es auch nicht weiter schlimm, wenn auf einer Hochzeitsfeier Männer und Frauen tanzen. Die Folge der ständigen Verfolgung sei nur, dass die Kultur in den Untergrund gewandert sei: „Wenn die traditionelle und lokale Musiktradition unterstützt worden wäre, dann gäbe es jetzt keine Untergrund-Musik.“
Die Antwort ließ nicht auf sich warten. Erst marschierten die Hisbollahis auf und forderten seinen Rücktritt. Wenn er nicht freiwillig gehe, würden sie mit Knüppeln losrücken. Er trat nicht zurück. Darauf erklärten einige Freitagsprediger der Region, sie würden die Freitagspredigt nicht mehr lesen, solange der Gouverneur im Amt sei.
Hierzu muss man wissen, dass der Gouverneur vom Staatspräsidenten Hassan Rouhani ernannt – und abgesetzt – wird, der Freitagsprediger (Freitags-Imam) dagegen vom Religiösen Führer Ajatollah Chamene’i eingesetzt und abgesetzt wird.
Hier geht es also um einen Machtkampf auf einer unteren Ebene, mit denen vermutlich beide Seiten die Grenzen testen.

http://www.radiofarda.com/a/f7-clerics-protest-in-South-Khorasan-province-against-the-governor/28362206.html
vom 20. Esfand 1395 (10.03.2017)
xoddariye a’emeye jom°eye xorasane jonubi az eqameye namaz dar e°teraz be ostandar

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Iran: Neues aus dem Gefängnis http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/13/iran-neues-aus-dem-gefaengnis/ http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/13/iran-neues-aus-dem-gefaengnis/#comments Mon, 13 Mar 2017 17:35:43 +0000 Administrator Gefängnis Folter http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/13/iran-neues-aus-dem-gefaengnis/ Die iranischen Gefängnisbehörden greifen zu neuen Methoden, um politische Gefangene einzuschüchtern und zu bestrafen. So wurde der politische Gefangene Mas°ud Seyfisade aus dem Trakt 209 (wo die politischen Gefangenen untergebracht sind) in den Trakt 8 verlegt, wo unpolitische Straftäter inhaftiert sind. Diese schlugen ihn dort krankenhausreif, so dass er mit Verletzungen an der Wirbelsäule und inneren Blutungen von der Krankenstation des Gefängnisses in ein Krankenhaus verlegt werden musste. Auch andere Gefangene mussten schon solche Erfahrungen machen. Für die Gefängnisleitung und die Behörden hat das den Vorteil, dass die Täter „Privatpersonen“ sind und keine staatlichen Beamten. Das erleichtert es, die Verantwortung für diese Angriffe zu verschleieren.

http://news.gooya.com/2017/03/post-1615.php
vom 10. März 2017
d.arb o shatm dar bande hashte ewin, yek zendaniye siyasi rahiye bimarestan shod

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Iran: 8. März – Internationaler Tag der Frau http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/13/iran-8-maerz-internationaler-tag-der-frau/ http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/13/iran-8-maerz-internationaler-tag-der-frau/#comments Mon, 13 Mar 2017 17:24:16 +0000 Administrator Landwirtschaft Frauen Ökonomie Kultur http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/13/iran-8-maerz-internationaler-tag-der-frau/
Auch wenn die iranischen Machthaber von Frauenrechten nicht viel hören wollen, die Frauenbewegung im Iran ist aktiv. Nicht überall hat sie gleich viel Erfolg – so hat die Stadtverwaltung in Teheran keine öffentlichen Aktivitäten zum 8. März erlaubt, so dass die Frauen sich nur im privaten Rahmen treffen konnten. Aber in Rascht (Region Gilan, Nordiran) konnten die Frauen einen Raum mieten, einen Film über die Geschichte des 8. März zeigen und dies mit einer Vortragsreihe verknüpfen. Eine Rednerin sprach über die „ideale Stadt für Frauen“, eine andere über die Tätigkeit der Frauen auf dem Land in der Region Gilan.
Die Veranstalterinnen wiesen auch darauf hin, dass es schon Anfang des 14. Jahrhunderts persischer Zeitrechung, also vor knapp 100 Jahren (ca. 1920) in Rascht eine Frauenorganisation namens „Peyk-e Sa°adat-e Nesawan“ (Bote des Glücks der Frauen) gegeben habe, die schon damals Veranstaltungen zum 8. März abhielt.
Was die Lage der Frauen auf dem Land in der Region Gilan angeht, muss man wissen, dass das Gebiet an der Südküste des Kaspischen Meers traditionelles Reis- und Teeanbaugebiet ist. Beides sind dort typische Frauenarbeiten. Auch der Anbau von Auberginen, Gurken und Tomaten (s.eyfi-ka:ri) ist ihnen zu verdanken. Eine weitere Arbeit besteht darin, Strohmatten zu flechten, oder Tücher zu weben (cha:dor-shab), die dazu dienen die Bettwäsche einzwickeln, so dass man sie tagsüber als Stützkissen an der Wand platzieren kann. Dazu verwendet man einen ziemlich feinen Faden.
Es ist erfreulich, dass die Frauen trotz der widrigen Umstände so gut organisiert sind, dass solche Veranstaltungen möglich sind.

http://www.etehadefedaian.org/%da%af%d8%b2%d8%a7%d8%b1%d8%b4-%d9%85%d8%b1%d8%a7%d8%b3%d9%85-%d8%b1%d9%88%d8%b2-%d8%ac%d9%87%d8%a7%d9%86%db%8c-%d8%b2%d9%86-%d8%af%d8%b1-%d8%b1%d8%b4%d8%aa
vom 21. Esfand 1395 (11. März 2017)
gozareshe maraseme ruze jahaniye zan dar rasht

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Iran: Flucht vor giftigen Abgasen durch petrochemische Fabrik http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/07/iran-flucht-vor-giftigen-abgasen-durch-petrochemische-fabrik/ http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/07/iran-flucht-vor-giftigen-abgasen-durch-petrochemische-fabrik/#comments Tue, 07 Mar 2017 20:47:32 +0000 Administrator Landwirtschaft Gesundheit Umwelt / Naturschutz http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/07/iran-flucht-vor-giftigen-abgasen-durch-petrochemische-fabrik/ Zusammenfassung einer Reportage des iranischen TV-Senders asriran über giftige Abwässer und Abgase durch die petrochemische Fabrik Khorasan, Nordostiran.

Erst vor kurzem wurde 15 km östlich der nordiranischen Stadt Bodschnurd, in der Provinz Nord-Khorasan, eine petrochemische Fabrik errichtet, was in der Folge zu erheblichen Umweltverschmutzungen von Wasser, Luft und Boden in der näheren Umgebung der Fabrik geführt hat. Der TV Sender asriran hat mehrere Einwohner eines kleinen Dorfes namens Sarcheschme in der unmittelbaren Nachbarschaft zur Fabrik interviewt.

Die Einwohner berichten von den Hoffnungen, die ihnen vor Errichtung der Fabrik gemacht wurden, wie das Versprechen, dass die Bewohner des Dorfes dort gute Arbeitsplätze finden würden. Es hieß, dass die jungen Leute nicht mehr auf der Suche nach Arbeitsplätzen in die große Stadt ziehen müssten. Aber es kam anders.

Durch die Abwässer der Fabrik wurde der Fluß vergiftet. Wasser, das aus diesem Fluss zur Bewässerung der Felder eingesetzt wurde, sorgte dafür, dass die Ernte ausblieb und Pflanzen und Böden ebenfalls vergiftet wurden. Die Menschen, die von der Landwirtschaft lebten verloren ihre Arbeitsplätze. Und die Arbeitsplätze, die durch die Fabrik entstanden, waren schlecht bezahlt und wurden mit billigen Arbeitskräften von außerhalb besetzt.

Viele Menschen in dem genannten Dorf und auch in anderen Dörfern in der Nähe haben gesundheitliche Beschwerden und Erkrankungen. Dazu gehören Atemwegserkrankungen, die von giftigen Abgasen herrühren, die in unregelmäßigen Abständen, etwa ein- oder zweimal im Monat von der Fabrik abgelassen werden. Die Interviewpartner des Reporters tragen teilweise einen Mundschutz, der ihnen von Ärzten verordnet wurde.

Die Einwohner berichten, dass sie natürlich die Behörden eingeschaltet hätten und dass es sogar Untersuchungen gegeben habe. Diese führten dazu, dass die Umweltverschmutzungen bestätigt wurden und dass einzelne Bewohner des kleinen Dorfes eine einmalige, sehr geringe Entschädigungszahlung (ca. 40.000 Toman, was etwa dem Gegenwert von 1 kg Rindfleisch entspricht) von der Fabrik erhalten haben. An der Umweltverschmutzung habe das aber nichts geändert.

Heute wünschen sich die Bewohner von Sarcheschme, dass die Fabrik ihnen wenigstens ankündigt, wenn sie wieder giftige Gase in die Umgebung ablässt, so dass sie buchstäblich vor der Umweltverschmutzung flüchten können.

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Iran: Ministerium zahlt nicht – 400.000 Arbeiter ohne Lohn http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/06/iran-ministerium-zahlt-nicht-400-000-arbeiter-ohne-lohn/ http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/06/iran-ministerium-zahlt-nicht-400-000-arbeiter-ohne-lohn/#comments Mon, 06 Mar 2017 17:48:01 +0000 Administrator Arbeitskampf Ökonomie http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/06/iran-ministerium-zahlt-nicht-400-000-arbeiter-ohne-lohn/
Wir wollen nur unseren Lohn

In diesem Monat, direkt vor dem iranischen Neujahrsfest, das mit vielen Einkäufen verbunden ist, erhalten 400.000 iranische Arbeiter, die bei Subunternehmen in Projekten des Ministeriums für Straßen- und Städtebau gearbeitet haben, keinen Lohn. Dies bestätigte der Berater des Ministeriums Hassan Mir-Schafi°i öffentlicht. Er sagte, das Ministerium habe Schulden und könne die Rechnungen der Firmen nicht begleichen.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=78693
vom 16. Esfand 1395 (6. März 2017)
400 hezar kargare peymani-ye wezarate rahe iran hoquq dar-yaft nemikonand

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Iran: Mortesa Moradpur erneut verhaftet http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/06/iran-mortesa-moradpur-erneut-verhaftet/ http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/06/iran-mortesa-moradpur-erneut-verhaftet/#comments Mon, 06 Mar 2017 17:38:37 +0000 Administrator Gefängnis http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/06/iran-mortesa-moradpur-erneut-verhaftet/
Am gestrigen Sonntag wurde der iranische Bürgerrechtsaktivist Mortesa Moradpur, der aufgrund eines 65-tätigen Hungerstreiks freigelassen worden war, in Tabris erneut verhaftet.

http://www.radiofarda.com/a/f3-moradpour-arrested/28353701.html
vom 14. Esfand 1395 (6. März 2017)
bazdashte mojaddade mortad.a moradpur, fa°°ale madani

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Iran: Ein Ajatollah zeigt die Zähne – Ahmad Montaseri kommt frei http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/06/iran-ein-ajatollah-zeigt-die-zaehne-ahmad-montaseri-kommt-frei/ http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/06/iran-ein-ajatollah-zeigt-die-zaehne-ahmad-montaseri-kommt-frei/#comments Mon, 06 Mar 2017 17:21:13 +0000 Administrator Protest Gefängnis Religionsführer Islamismus http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/06/iran-ein-ajatollah-zeigt-die-zaehne-ahmad-montaseri-kommt-frei/
Ajatollah Schobiri Sandschani – er setzte dem Religiösen Führer ein Ultimatum


links auf dem Foto: Ajatollah Chamene‘i

Ahmad Montaseri, der Sohn des 2009 verstorbenen Ajatollahs Montaseri, war vom Sondergericht der Geistlichkeit (Dadsaraye vizheye rouhaniyat) zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er Tonbandaufnahmen mit den Worten seines Vaters veröffentlicht hatte, in denen dieser das Gefängnismassaker von 1988 verurteilte – in dem Gremium, das dafür verantwortlich war. Die herrschende Geistlichkeit sah darin einen Angriff auf das System und brachte Montaseri vor Gericht. Nach dem Urteil kam Ahmad Montaseri ins Gefängnis. Kaum hatte Ajatollah Schobiri Sandschani davon erfahren, ließ er Ajatollah Chamene’i eine Botschaft zukommen. Solange Ahmad Montaseri in Haft sei, habe niemand aus dem Haus des Religiösen Führers Ajatollah Chamene’i das Recht, ihn in Qom zu besuchen.
Nur einen Tag später war Ahmad Montaseri frei.
Ajatollah Schobiri Sandschani war einer der Lehrer von Chamene’i, als er noch in Qom studierte.
Das Sondergericht der Geistlichkeit veröffentlichte darauf eine Erklärung, dass Ahmad Montaseri sich verpflichtet habe, nichts zu tun, was die Sicherheit des Systems gefährde, sonst müsse er seine 6-jährige Gefängnisstrafe antreten.
Ahmad Montaseri ließ darauf über die noch weiter existierende Webseite von Ajatollah Montaseri ein Dementi verbreiten, dass er nie eine Verpflichtung eingegangen sei.

http://news.gooya.com/2017/03/post-1442.php
vom 6. März 2017
ta°alloqe hokme ahmade montazeri ba°d az etmame hojjat shobiri zanjani ba rahbari

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Iran: Behördenchefs verdienen 30-mal so viel wie ein Arbeiter http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/06/iran-behoerdenchefs-verdienen-30-mal-so-viel-wie-ein-arbeiter/ http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/06/iran-behoerdenchefs-verdienen-30-mal-so-viel-wie-ein-arbeiter/#comments Mon, 06 Mar 2017 16:49:27 +0000 Administrator Ökonomie http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/06/iran-behoerdenchefs-verdienen-30-mal-so-viel-wie-ein-arbeiter/

Das iranische Parlament hat vergangenen Mittwoch einen Beschluss gefasst, wonach Personen, die eine leitende Funktion in der Staatsverwaltung ausüben, bis zu 24 Millionen Tuman als Monatsgehalt bekommen. Die Busfahrer haben damit zu kämpfen, dass man ihnen höchstens 2 Millionen Tuman zahlen will, das liegt noch unter der Armutsgrenze von 2,7 Millionen Tuman, und viele einfache Arbeiter müssen mit 800.000 Tuman im Monat zurecht kommen.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=78638
vom 13. Esfand 1395 (3. März 2017)
hoquqe modirane eslami 30 barabare hoquqe kargaran

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Iran: Schriftstellerverband ehrt Faribors Ra’is-Dana http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/06/iran-schriftstellerverband-ehrt-faribors-rais-dana/ http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/06/iran-schriftstellerverband-ehrt-faribors-rais-dana/#comments Mon, 06 Mar 2017 16:38:07 +0000 Administrator Gefängnis Kultur http://alischirasi.blogsport.de/2017/03/06/iran-schriftstellerverband-ehrt-faribors-rais-dana/
Private Sitzung des iranischen Schriftstellerverbands

Faribors Ra’is-Dana ist seit 50 Jahren Mitglied des iranischen Schriftstellerverbands, der schon zur Schahzeit gegründet wurde. In den letzten Jahren vor der Revolution von 1979 hatte der Schriftstellerverband sogar mit Erlaubnis der Deutschen Botschaft in Teheran in einem ihrer Gebäude eine Lesung des politisch engagierten Dichters Sa’id Soltanpur veranstaltet. Für viele Intellektuelle war dies damals ein sicherer Ort, der sie vor dem direkten Zugriff des SAVAK schützte. Diese Geste war damals wichtig, um das Selbstbewusstsein der Intellektuellen zu stärken. Nach der Revolution wurde Sa’id Soltanpour bei seiner Hochzeit verhaftet und am 21. Juni 1981 hingerichtet.
Faribors Ra’is-Dana hat wie viele andere demokratisch gesinnte Mitglieder des Schriftstellerverbands auch einige Zeit hinter Gittern verbracht, und so unterstützte er auch stets iranische Menschenrechtsorganisationen. Die Feier zu seiner Ehrung am 3. März 2017 durfte nicht in den Räumen des Schriftstellerverbands stattfinden, sondern in einer Privatwohnung. Aber sie wurde nicht von der Polizei gestürmt. Und das ist viel in einem Land, wo die Polizei selbst ein Fest von Frauen platzen lässt und die Teilnehmerinnen verhaftet, weil sie angeblich wegen mangelnder Verschleierung die islamischen Werte missachtet hätten. Und das auf einer Feier, an der kein Mann teilgenommen hat.
Man sieht immer wieder, wie widersprüchlich dieses Regime ist.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=78642
vom 14. Esfand 1395 (4. März 2017)
bozorgdashte fariborze ra’is-dana tawassote kanune newisandegane iran

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Iran: Filmregisseur im Kreuzfeuer der Politik http://alischirasi.blogsport.de/2017/02/27/iran-filmregisseur-im-kreuzfeuer-der-politik/ http://alischirasi.blogsport.de/2017/02/27/iran-filmregisseur-im-kreuzfeuer-der-politik/#comments Mon, 27 Feb 2017 18:52:44 +0000 Administrator Medien Internationale Beziehungen Kultur http://alischirasi.blogsport.de/2017/02/27/iran-filmregisseur-im-kreuzfeuer-der-politik/
Entgegennahme des Oscars für den Film „Der Verkäufer“ von Asghar Farhadi durch die Bevollmächtigte Anusche Ansari und Firus Naderi

Der iranische Regisseur Asghar Farhadi ist kein Unbekannter im Filmgeschäft. Für den Film „Nader und Simin – eine Trennung“ erhielt er 2012 den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film. Damals hetzte die staatliche Zeitung Keyhan (Teheran) unter der Leitung von Hossein Schariatmadari gegen ihn, beschuldigte ihn, den Iran verwestlichen zu wollen und fuhr weitere Geschütze gegen ihn auf, in einem Land, wo solche Vorwürfe allemal reichen, um einen Menschen ins Gefängnis zu bringen. Hinter Schariatmadari steht Ajatollah Chamene’i, der Religiöse Führer des Landes.
Dieses Jahr kandidierte Asghar Farhadi mit dem Film „Der Verkäufer“ erneut bei der Oscar-Preisverleihung. Weder dieser noch der vorausgegangene Film durfte im Iran gezeigt werden, Asghar Farhadi akzeptierte nicht, den Film durch die Zensur laufen zu lassen.
Dieses Jahr gesellte sich zu den bösartigen Attacken der iranischen Fundamentalisten ein weiter Fundi, diesmal von der anderen Seite des Ozeans. Herr Trump persönlich hat die schon von Reagen erfundene „Achse des Bösen“ wieder ausgegraben und befunden, dass Bürger bestimmter, vor allem muslimischer Staaten, die USA nicht besuchen dürfen, man wolle ja keine Terroristen ins Land holen. Gegen diese Diskriminierung protestierten auch iranische Intellektuelle, die Trumps Dekret als puren Rassismus bezeichneten. Tarane Ali-Dusti, die Schauspielerin, die im Film „Der Verkäufer“ die Hauptrolle spielt, sowie Asghar Farhadi erklärten, sie wollten keine Privilegien und würden deshalb genauso wie alle anderen Iraner, die nicht mehr in die USA reisen dürfen, der Preisverleihung fernbleiben. Asghar Farhadi ernannte außerdem Anusche Ansari, eine bekannte Iranerin, die als erste Frau eine kommerzielle Reise in den Weltraum für 20 Millionen unternommen hat und deshalb unter Iranern sehr bekannt ist, sowie Firus Naderi, einen iranischen Wissenschaftler, der bei der NASA arbeitet, als Vertreter mit seiner Vollmacht. Für den Fall der Fälle. Dieser Fall trat ein: Der Film „Der Verkäufer“ wurde tatsächlich mit dem Oscar ausgezeichnet. Anusche Ansari verlas bei der Entgegennahme des Preises die Protestnote von Asghar Farhadi gegen die Willkür Trumps.


„Der Verkäufer“ auf dem Trafalgar Square in London – Protest gegen Trumps Apartheid

Der Oberbürgermeister von London setzte dem Protest noch die Krone auf: Er ließ den Film „Der Verkäufer“ gestern, am Tag der Preisverleihung in den USA, in London auf dem Trafalgar Square auf einer Großfilmleinwand zeigen. Tausende Menschen in London besuchten die Vorstellung, auch viele junge Menschen.
Der Protest ist angekommen. Man wird sehen, wie die Politik darauf reagiert.

http://news.gooya.com/2017/02/post-1187.php
vom 27. 02. 2017
forushande barandeye oskar shod

http://www.radiofarda.com/a/f35_farhadi_movie_london/28334096.html
vom 9. Esfand 1395 (27.02.2017)
hazaran nafar be tamashaye forushande-ye farhadi dar meydane trafalgar-e landan raftand

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/68106/
vom 27.02.2017
farhadi ba forushande dowomin oskar-e iran-ra be armaghan award

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Iran: Mahan Air – Soldaten und Waffen für Syrien und Jemen http://alischirasi.blogsport.de/2017/02/27/iran-mahan-air-soldaten-und-waffen-fuer-syrien-und-jemen/ http://alischirasi.blogsport.de/2017/02/27/iran-mahan-air-soldaten-und-waffen-fuer-syrien-und-jemen/#comments Mon, 27 Feb 2017 18:08:12 +0000 Administrator Internationale Beziehungen Syrien http://alischirasi.blogsport.de/2017/02/27/iran-mahan-air-soldaten-und-waffen-fuer-syrien-und-jemen/
Aus Quellen der iranischen Opposition wurden Fotos veröffentlicht, die den Innenraum eines Flugzeugs der Firma Mahan Air zeigen. Mahan Air wurde schon im vergangenen Jahr von der US-Regierung beschuldigt, im Auftrag der iranischen Revolutionswächter (Pasdaran) tätig zu sein. Auf dem Foto sieht man, dass Sitze und Fußboden des Flugzeugs mit Plastikfolie abgedeckt sind. Dies dient dazu, keine Spuren im Flugzeug zu hinterlassen, wenn verletzte iranische Revolutionswächter aus Syrien in den Iran zurück geflogen werden. Mahan Air soll auch Waffenflüge nach Jemen unternommen haben.

http://news.gooya.com/2017/02/post-1139.php
vom 26.02.2017
amadnews: mosaferane havapeyma’iye mahan pusheshi baraye enteqale niru wa salah

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