Weblog von Ali Schirasi http://alischirasi.blogsport.de Dieser Weblog wird seit dem Jahr 2004 ehrenamtlich von acht Personen deutscher und iranischer Herkunft betrieben. Wir verteidigen die Menschenrechte, unterstützen Politische Gefangene und berichten regelmäßig über die aktuelle politische, wirtschaftliche und kulturelle Situation im Iran. Tue, 15 May 2012 21:24:05 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Teheran: Buchmesse http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/15/teheran-buchmesse/ http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/15/teheran-buchmesse/#comments Tue, 15 May 2012 15:20:52 +0000 Administrator Polizei Scharia Islamismus http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/15/teheran-buchmesse/
Festnahme vor dem Eingang zur Teheraner Buchmesse – da kommt Lust zum Lesen auf…

Wie üblich, werden im Iran vor den Wahlen die Kontrollen der „Sitten“polizei etwas gelockert, um die Bevölkerung dafür an die Urnen zu locken. Sobald die Wahlen vorbei sind, geht der Straßenterror wieder los. Das Foto zeigt eine Frau, die sich gegen die Festnahme wegen „unislamischer Kopfbedeckung“ zur Wehr gesetzt hat und nun am Boden liegt. Um sie herum sind einige Vertreter der staatlichen Organe, Passanten, und Zuschauer, die sich weiter hinten bedeckt halten. Von einem Eingreifen der Zuschauer ist hier nichts zu sehen.

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Iran: Unruhen in Balutschistan http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/15/iran-unruhen-in-balutschistan/ http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/15/iran-unruhen-in-balutschistan/#comments Tue, 15 May 2012 15:04:47 +0000 Administrator Protest Minderheiten http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/15/iran-unruhen-in-balutschistan/
Rask, Ortschaft nahe der Grenze zu Pakistan (der rote Marker weist auf die Lage des Orts hin)

Nachdem in der Stadt Rask in Balutschistan (Südiran) der Sohn von Mulawi Naqschbandi, des Freitagspredigers der dortigen Moschee, verhaftet worden war, kam es am Montag, den 14. Mai 2012 zu massiven Unruhen in der Stadt. Dabei soll eine Person ums Leben gekommen sein, weitere Personen wurden verhaftet. Die Busverbindung zwischen Sahedan und Iranschahr wurde am Nachmittag eingestellt, die Krankenhäuser in der Umgebung in Alarmbereitschaft versetzt.
Gerade der letztgenannte Umstand und die großräumige Absperrung der Region weisen darauf hin, dass die Bevölkerung in Rask in großer Zahl protestiert hat. Leider sind bis jetzt noch keine zusätzlichen Details über das Geschehen bekannt geworden.

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Mordfatwa gegen den Rapper Schahin Nadschafi (Shahin Najafi) in Deutschland http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/14/mordfatwa-gegen-den-rapper-schahin-nadschafi-shahin-najafi-in-deutschland/ http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/14/mordfatwa-gegen-den-rapper-schahin-nadschafi-shahin-najafi-in-deutschland/#comments Mon, 14 May 2012 17:22:54 +0000 Administrator Soziales Islamismus Kultur http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/14/mordfatwa-gegen-den-rapper-schahin-nadschafi-shahin-najafi-in-deutschland/
Tödlicher als die Pest – der Islam nach Ajatollah Golpayegani

Religiöse Dekrete im Iran: Fatwas
Die amtliche Version des Islam in der Islamischen Republik Iran hat einige Besonderheiten, die wir in Erinnerung rufen wollen. So gibt es im Schiitentum, das im Iran die Macht hat, einen auf den ersten Blick positiv erscheinenden Zug: den Pluralismus von Meinungen. Und zwar hat jeder Ajatollah, also ein in Jahrzehnten ausgebildeter und anerkannter Rechtsgelehrter, das Recht, den Koran nach seinem Verständnis auszulegen. Es gibt keinen Papst, der eine einheitliche Doktrin erzwingt. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Sobald nämlich ein Ajatollah – egal welcher – seine Meinung verbindlich in einem religiösen Dekret (Fatwa) zu einem Thema geäußert hat, haben alle anderen Ajatollahs zwar das Recht zu schweigen (das nennt man Taghiye), sie können sogar sagen, dass sie selbst in einem konkreten Punkt etwas anderes praktizieren, aber sie haben kein Recht, ein religiöses Dekret (Fatwa) zu erlassen, das das Gegenteil der zuerst veröffentlichten Meinung beinhaltet.

Salman Rushdie
Die Folgen konnte man zum Beispiel im Fall des britisch-indischen Schriftstellers Salman Rushdie erleben. Ajatollah Chomeini hatte damals wegen seines Buchs „Satanische Verse“ eine Fatwa gegen ihn erlassen, die es jedem Muslim zur Pflicht machte, Salman Rushdie zu ermorden. Sogar eine Stiftung wurde gegründet, die dem Mörder eine Belohnung in Millionenhöhe in Aussicht stellte. Es gab einige Ajatollahs im Iran, die diese Todesfatwa missbilligten, aber eingedenk der schiitischen Tradition hüteten sie sich, in einer Fatwa gegen Ajatollah Chomeini’s Fatwa Position zu beziehen. Das Höchste war schweigen.


Salman Rushdi und sein Buch

Das Gefängnismassaker von 1988
Es gibt ein weiteres Beispiel für diese tödliche Praxis – das Gefängnismassaker von 1988. Nachdem Ajatollah Chomeini den iranisch-irakischen Krieg verloren hatte und gezwungen war, einen Waffenstillstand mit dem Irak zu akzeptieren, wollte er sich zumindest seine innenpolitischen Gegner noch rasch vom Hals schaffen. Er erließ eine Fatwa, dass alle Gefangenen, selbst diejenigen, die ihre Strafe verbüßt hatten, die Frage beantworten müssten: „Akzeptierst du die Islamische Republik Iran?“ Wer mit Nein antwortete, wurde hingerichtet. Fünftausend Opfer dieser Frage sind namentlich bekannt, es mögen 15.000 Gefangene sein, die damals aus diesem Grund in den iranischen Gefängnis ermordet wurden. Auch in diesem Punkt hat kein Ajatollah öffentlich in einer Fatwa eine Gegenposition eingenommen. Der einzige, der sich damals überhaupt in Form eines Briefs äußerte, war Ajatollah Montaseri. Und die Rechnung kam postwendend. Er, der damals Stellvertreter von Ajatollah Chomeini war und als sein sicherer Nachfolger galt, wurde von seinen Ämtern verbannt und lebte bis zu seinem Tod in einer Art von Hausarrest. Wer dagegen schwieg und später als Führer der „Grünen Bewegung“ öffentlich erklärte, man müsse zu den Lehren von Ajatollah Chomeini zurückkehren, war Mirhossein Mussawi.


Ajatollah Chomeini

Die Todesspirale
Diese schiitische Verhaltensnorm führt dazu, dass der radikalste Ajatollah, der am meisten vorprescht, seine Meinung religiös und politisch durchsetzen kann, und wenn auch alle anderen dagegen wären. Sie führt auch dazu, dass der Kreis derer, die an der Todesspirale drehen, immer enger wird. Am Anfang der Islamischen Republik Iran standen Leute wie Ajatollah Chomeini, Rafsandschani (später als Pragmatiker gefeiert), Chatami (später als Präsident der Reformer gepriesen) und Mirhossein Mussawi (der nominale Führer der Grünen Bewegung) alle auf derselben Seite. Alle unterstützten sie die Beseitigung der Nichtislamisten, die Verfolgung der Linken, der Demokraten, der Volksmudschahedin, der Baha‘is und der Juden. Es war Rafsandschanis Geheimdienstminister Ali Fallahian, der auf der Basis von Todesfatwas im Ausland Mordanschläge durchführte, so den Mord an iranischen Kurdenführern in Berlin im Jahre 1992. Es war Chatami, der zwar seine Karriere als Präsident mit einem lächelnden Gesicht antrat, aber nicht den Mund aufmachte, als die iranischen Organe politische Serienmorde verübten. Mehr noch, schon unter Chatamis Regierung begannen die Überfälle und Morde auf organisierte gläubige islamische (!) Studenten vom Daftar-e Tahkim-e Wahdat (Büro zur Festigung der Einheit). Es waren die reformorientierten Studenten, deren Liquidierung er wortlos zuschaute. Das Lächeln verging ihm später, als Ajatollah Chamene‘i Mahmud Ahmadineschad an die Macht brachte. Nun, nachdem die Kommunisten weg waren, die Demokraten, die Nationalisten und die Moschahedin, ging es den Reformern an den Kragen. Erst wurden sie von den Trögen der Macht vertrieben, Ahmadineschad setzte überall seine Leute ein – bei der Polizei, den Landratsämtern, in den Schulen und an den Universitäten, und später, nach der groben Wahlfälschung vom Juni 2009 und den Massendemonstrationen, kamen sie zu Tausenden ins Gefängnis. Die Verfolgungswelle gegen die Reformisten wurde damals mit der Bezeichnung „Fetnegaran“ (Unruhestifter, Aufwiegler) von Ajatollah Chamene‘i gutgeheißen.
Die gesamte Macht war in der Hand der Fundamentalisten.
Die Zeiten änderten sich, Ahmadineschad versuchte, sich gegenüber Ajatollah Chamene‘i durchzusetzen und setzte unter anderem auf die nationalistische Karte. Die Geistlichkeit um Chamene‘i sah ihre Stellung bedroht und schlug zurück. Das Lager um Ahmadineschad wurde als „Enherafiyun“ (Die Abweichler) tituliert, es begannen Gerichtsverhandlungen und Verhaftungen. Mit Vorsicht freilich, denn Ahmadineschads Leute haben Waffen und sitzen in den Revolutionswächtern, in den Geheimdiensten etc.
Diese Säuberung ist schon voll im Gange und bestätigte sich bei den letzten Scheinwahlen zum Parlament, als Ahmadineschad nur noch mit 30 Leuten statt mit 289 Abgeordneten einziehen konnte.


Rapper Schahin Nadschafi

Fatwa gegen Rapper
Das ist der geistige Hintergrund, vor dem die jüngsten Todesfatwas gegen den iranischen Rapper Schahin Nadschafi stehen. Schahin Nadschafi kam 2005 als Flüchtling nach Deutschland, nachdem er wegen seiner musikalischen Aktivitäten im Iran in Gefahr war. Er hatte seine Musik damals im Untergrund aufgeführt. In Deutschland schrieb er weiter an seinen Texten und brachte einige Alben heraus. Sein jüngstes Lied hat ihm mehr Öffentlichkeit beschert als er je erwartet hätte. Es heißt: Ay Naghi!
Hier der Link:
http://www.youtube.com/watch?v=4rDXhjIN030


Frauenbrust als Moscheenkuppel

Schahin Nadschafi, ein gläubiger Muslim, hat etwas getan, was unter Schiiten – nicht nur im Iran – weit verbreitet ist. Er hat einen der Imam angerufen, auf poetische Art, in der Sprache der Neuzeit. Und den Liedtext, den er auf youtube veröffentlicht hat, hat er zudem mit einer netten Karikatur verziert. Man sieht die Kuppel einer Moschee, etwas unsymmetrisch allerdings, denn es handelt sich um eine vergrößerte Frauenbrust. Daran haben einige iranische Islamisten Anstoß genommen, die von einem Ajatollah ihrer Wahl – Ajatollah Makarem Schirasi – eine Todesfatwa verlangten. Sie behaupteten, die Moscheekuppel sei die vom Heiligtum des Imam Resa.

Islam – Religion der Sexbesessenen?
Schahin Nadschafi wurde auf diesen Vorwurf angesprochen und erklärte, er habe keine konkrete Moschee dargestellt aber deutlich machen wollen, dass es kaum eine Religion gebe, die so von sexuellen Themen besessen sei wie der Islam. Und darin kann man ihm nur Recht geben.


Ajatollah Gilani, er hat persönlich das Todesurteil gegen seine zwei Söhne gefällt, die in den Volksfedayin (iranische Linke) aktiv waren

Ajatollah Gilanis Erdbeben
So kennen die älteren Iraner noch Ajatollah Gilani, der nach der Revolution von 1979 an zahlreichen Todesurteilen beteiligt war. Er hielt damals zahlreiche Predigten im Fernsehen. Fast immer sprach er über Sex, darüber was halal (religiös erlaubt) und haram (religiös verboten) sei. Dabei kam er auch darauf zu sprechen, dass Sex zwischen einer Tante und ihrem Neffen verboten (haram) sei. Sofern er absichtlich erfolge. Wenn aber der Fall eintrete, dass der Neffe in einem zweistöckigen Bett über der Tante schlafe und sich ein Erdbeben ereigne und er dabei auf seine Tante falle und der Neffe dabei unglücklicherweise so auf seine Tante falle, dass daraus ein Kind resultiere, dann sei das Kind halal – also religiös legitim. Dabei ist Ajatollah Gilani kein Einzelfall.

Ajatollah Chomeini kommt auf den Hund
Sein inzwischen ebenfalls verstorbener Kollege Ajatollah Chomeini hat sich in seinen religiösen Schriften mit vielen Dingen befasst, z.B. mit der Frage der Wiederherstellung der religiösen Reinheit des Mannes, wenn dieser Geschlechtsverkehr mit einem Huhn oder einem Hund hatte. Die religiösen Schriften der Ajatollahs sind voll davon, in welcher Form Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau, zwischen Mann und Mann, zwischen Mann und Junge, zwischen Mann und Tier erlaubt sind oder was zu tun ist, um die religiöse Reinheit herzustellen, wenn sie verloren gegangen ist. (Details kann man z.B. im Buch „Resaale“ von Ajatollah Chomeini finden).


Schreibtischtäter Nummer 2 – Ajatollah Makarem Schirasi

Gleich zwei Todesfatwas
Schahin Nadschafi beleidigt keine Imame und keinen Propheten, er schreibt in seinem Rapp-Gedicht über die Wirklichkeit der Islamischen Republik Iran. Und das ist auch der Grund, warum die Ajatollahs so aufgebracht sind. Als erster hat Ajatollah Safi Golpayegani eine Todesfatwa erlassen, als zweiter Ajatollah Makarem Schirasi. Beides sind enge Vertraute von Ajatollah Chamene‘i, das heißt, der religiöse Führer des Irans steht im Hintergrund dieser Aktivitäten. Die Ajatollahs haben es gelernt, sich versteckt auszudrücken. Den Namen von Schahin Nadschafi braucht man in ihren Fatwas nicht zu suchen. Sie sagen, wenn ein Muslim einen Imam beleidigt, dann ist er ein Mortad (Abtrünniger, einer der vom Glauben abfällt), und darauf steht – ohne dass der Ajatollah das aussprechen muss, die Todesstrafe. Jeder gläubige Muslim ist verpflichtet, diesen Spruch auszuführen. Und zudem winkt eine Belohnung von 100.000 Dollar, vielleicht wird sie ja noch aufgestockt…

Was schreibt Schahin Nadschafi?
Es ist bedauerlich, dass einige westliche Presseorgane die Behauptung der Ajatollahs übernehmen, ohne den Text selbst gelesen oder verstanden zu haben. Denn an keiner Stelle beleidigt Schahin Nadschafi den Imam Naghi, der nach dem Glauben der Schiiten der zehnte Nachfolger nach dem Propheten Mohammad ist. Er soll im 9. Jahrhundert nach Christus gelebt haben, der letzte – und zwölfte – Imam, der Mahdi, gilt als verschwunden und die Schiiten warten auf seine Wiederkehr. Dann ist es nicht mehr weit zum jüngsten Gericht. Auch Präsident Ahmadineschad hat versucht, sich diese Legende zunutze zu machen, obwohl er selbst kein Geistlicher ist
Schahin Nadschafi kritisiert in seinem Lied die scheinheiligen Interpreten der religiösen Texte, die Machthaber, die korrupte Islamische Republik.

Der Text
Naghi, ich schwöre auf deine lustige Natur,
auf den, der aus der Grube (=Iran) ins Exil geflüchtet ist,
auf den großen Penis des Lebens
der hinter uns sitzt, drohend bereit,
Naghi, ich schwöre auf dich, auf den Boykott in aller Länge und Breite (gemeint ist der US-/EU-Wirtschaftsboykott),
auf den steigenden Dollarkurs, auf das Gefühl der Erniedrigung,
Naghi, ich schwöre auf den Imam aus Pappe (Ahmadineschad hatte dieses Jahr zum Jahrestag der Revolution an verschiedenen Orten ein Pappbild von Chomeini aufstellen lassen)
ich schwöre auf das Ali-rufende Kind, das noch in der Gebärmutter steckt (Anspielung auf Legenden zu Ajatollah Chamene‘i, der angeblich schon als Kind im Mutterleib Ali angerufen habe),
ich schwöre auf die Lektion in Gelehrsamkeit im Nasenoperationssaal (Nasenoperationen sind im Iran der letzte Chic der Oberschicht),
auf den Agha (Bezeichnung für den Religiösen Führer), auf den Rosenkranz und das Gebetstuch made in China,
Naghi, ich schwöre auf den Finger von Schit Resa‘i (gemeint ist der Fußballer, der eine obszöne Geste mit dem Finger machte, als sich mehrere Fußballer in ihrer Freude über einen Sieg umarmten),
ich schwöre auf eine Religion, die ins Aus geschossen ist,
auf einen Fußball, der religiös geworden ist (wo nur Männer zuschauen dürfen, wenn Männer spielen)
Ach, Naghi, nun da Mahdi schläft (der entschwundene Mahdi, der nicht erscheint, obwohl ihn so viele anrufen), rufen wir dich an, Naghi!
Erscheine uns, wir warten schon auf dich im Leichentuch, Naghi! (2x)
Naghi, ich schwöre auf die Liebe und Viagra,
ich schwöre auf die in die Luft gestreckten Beine und die Chakra,
ich schwöre auf das Sangak-Brot, auf Hühnchen, auf Fleisch und Fisch (was sich kein Iraner mehr leisten kann)
auf die Silikonbrüste und die genähte Jungfräulichkeit,
Naghi, ich schwöre auf die Brüste von Golschifte (einer Iranerin in Frankreich, die mit ihrer Nacktheit gegen die islamistische Prüderie an die Öffentlichkeit getreten ist),
ich schwöre auf das nie besessene Ansehen, das wir verloren haben, (als Iraner im Ausland dank dieses Systems)
ich schwöre auf die Rasse der Arier (Anspielung auf Anhänger, die nationalistische Iraner sich umhängen)
auf die am Hals hängende Plakette,
Naghi, lieber Naghi, ich schwöre auf den Pipi von Farnud, (auf den der kleine Farnud im Fernseher angesprochen wurde)
auf die 3000 Milliarden unter dem blauen Himmel (gemeint sind die veruntreuten 3000 Mia Tuman /3 Milliarden Dollar, die im iranischen Banksystem „verschwunden“ sind)
der Persische Golf und Urumijeh war auch so ein Märchen (d.h., was die Regierung dazu veranstaltet hat)
ach, und übrigens, wie hieß doch der Führer der Grünen Bewegung?
Ach, Naghi, nun da Mahdi schläft (der entschwundene Mahdi, der nicht erscheint, obwohl ihn so viele anrufen), rufen wir dich an, Naghi!
Erscheine uns, wir warten schon auf dich im Leichentuch, Naghi! (2x)
Ach Naghi, ach Naghi, ach Naghi! (2x)
Ich schwöre auf den seelenfurzenden Abgang des Imams der islamischen Umma (Anspielung auf einen Versprecher von Ajatollah Dschannati, der beim Freitag-Gebet statt rehlat-e ja:ngoda:z das Wort rehlat-e ja:nguz verwendete und damit im ganzen Lande ein riesiges Gelächter auslöste. ja:ngoda:z bedeutet herzerweichend, Dschannati wollte eigentlich vom herzerweichenden Abgang des Imams (Chomeini) sprechen)
Ich schwöre auf die fossilen Politiker im Exil,
auf die Witwen in den teuren Discos,
auf die Diskussionen der Intellektuellen in den Chat-rooms (die nur reden und nicht handeln)
auf die Ehre der Männer (die sich anbieten) (im Iran sehr schlecht angesehen)
auf die Frauen, die die Rechte der Männer verteidigen,
auf die bunte Revolution, die im Fernseher gezeigt wird,
auf die drei Prozent der Gesellschaft, die Bücher liest, (im Iran)
ich schwöre auf wässrige Parolen, die innen hohl sind, (Versprechungen der Politiker wie Ahmadineschad)
auf diese Gemeinschaft, die mal hier ist, mal da,
am Morgen rufen sie noch „Hoch lebe..“, am Abend „Tod dem..“
auf die Helden von virtuellen Erzählungen
Ach, Naghi, nun da Mahdi schläft (der entschwundene Mahdi, der nicht erscheint, obwohl ihn so viele anrufen), rufen wir dich an, Naghi!
Erscheine uns, wir warten schon auf dich im Leichentuch, Naghi! (2x)
Ach Naghi, ach Naghi, ach Naghi! (2x)
(die Übersetzung ist nicht ausgefeilt, gibt aber Sinn und Zielrichtung wieder)

Hier ist das persische Original:
نقی تو رو قسم به شوخ طبعیت
به این بیرون از گود تو تبعید
به آلت بزرگ زندگانی
که پشت ما نشسته رو به تهدید
نقی تو رو به تو به طول و عرض تحریم
دلار رو به رشد و حس تحقیر
نقی تو رو به امام مقوایی
به طفل علی گوی توی رحم گیر
به درس فقه تو اتاق عمل بینی
به آقا و تسبیح و جا نماز چینی
نقی تو رو به انگشت شیث رضایی
به دینی که اوت شده و فوتبال دینی
آی نقی حالا که مهدی خوابه ما تو رو صدا میزنیم آی نقی
تو ظهور کن که ما آماده تو کفنیم آی نقی
آی نقی حالا که مهدی خوابه ما تو رو صدا میزنیم آی نقی
تو ظهور کن که ما اماده تو کفنیم آی نقی
نقی تو رو قسم به عشق و ویاگرا
تو رو به لنگ های هوا شده و چاکرا
تو رو به سنگک و مرغ و گوشت و ماهی
سینه ی سیلیکونی و بکارت راه راه
نقی تو رو به ممه های گلشیفته
به ابروی نداشته که از ما ریخته
نقی تو رو به نژاد آریایی
به پلاکی که به گردن آویخته
نقی جون من تو رو به شوشول فرنود
سه هزار میلیارد زیر گنبد کبود
خلیج فارس و ارومیه هم قصه بود
راستی اسم رهبر جنبش سبز چی بود؟
آی نقی حالا که مهدی خوابه ما تو رو صدا میزنیم آی نقی
تو ظهور کن که ما آماده تو کفنیم آی نقی
آی نقی حالا که مهدی خوابه ما تو رو صدا میزنیم آی نقی
تو ظهور کن که ما آماده تو کفنیم آی نقی
آی نقی آی نقی آی نقی
آی نقی آی نقی آی نقی
به رحلت جان گوز امام امت
به سیاسیون فسیلی تو غربت
به بیوه های باکلاس پلاس دیسکو
به بحث های روشن فکری تو چت
به غیرت مرد های اون کاره
به زنان مدافع حقوق مرد
به انقلاب رنگی از تو تلویزیون
به سه درصد جمعیت کتاب خون
تو رو به شعار های آبکی و توخالی
نقی تو رو به این جماعت حالی به حالی
صبح زنده باد میگن و شب مرده باد
به قهرمونای قصه های خیالی
آی نقی حالا که مهدی خوابه ما تو رو صدا میزنیم آی نقی
تو ظهور کن که ما آماده تو کفنیم آی نقی
آی نقی حالا که مهدی خوابه ما تو رو صدا میزنیم آی نقی
تو ظهور کن که ما آماده تو کفنیم آی نقی
آی نقی آی نقی آی نقی
آی نقی آی نقی آی نقی

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Iran: Die Schlangen sind aus dem Korb http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-die-schlangen-sind-aus-dem-korb/ http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-die-schlangen-sind-aus-dem-korb/#comments Tue, 08 May 2012 16:06:58 +0000 Administrator Staatspräsident Ökonomie Religionsführer Islamismus http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-die-schlangen-sind-aus-dem-korb/

Zweimal wöchentlich finden vor der 1. Kammer des Revolutionstribunals von Teheran Gerichtsverhandlungen statt, auf denen verschiedene Amtsträger der Islamischen Republik Iran der Veruntreuung großer Geldbeträge angeklagt werden. Die Beamten lassen die Vorwürfe freilich nicht auf sich sitzen sondern sagen vor Gericht aus, welcher Abgeordnete, welcher Berater und welcher Anwalt sie angewiesen hat, die Gelder in dunkle Kanäle fließen zu lassen. Die Namen, die fallen, weisen in den engsten Umkreis von Ajatollah Chamene‘i und von Präsident Ahmadineschad, auch die Minister gehen nicht leer aus. Machtworte von Ajatollah Chamene‘i, die schmutzige Wäsche nicht an der Öffentlichkeit zu waschen, nützen nichts, denn er ist selbst Beteiligter an dieser Schlammschlacht. Die Bevölkerung, die u.a. von der Veruntreuung von rund 3 Milliarden US-Dollar über das iranische Bankensystem weiß, muss die Rechnung bezahlen, Hunderttausende sind in den letzten Wochen arbeitslos geworden. Die Aufforderung des religiösen Führers Chamene‘i, die Gerichtsverfahren nicht weiter auszudehnen, sprich, in der Versenkung verschwinden zu lassen, kann die Fakten nicht mehr verbergen, die bis jetzt an die Öffentlichkeit gedrungen sind. Die Schlangen sind ihren Beschwörern entkommen, und ihr Gift zersetzt das Innerste dieses Regimes, das sich nach außen so sehr auf „Moral“ und „islamische Sitten“ stützt.
Was fehlt, ist eine Opposition, die diese Gelegenheit nutzen kann. Und das ist auch der einzige politische Erfolg der Herrschenden. 30 Jahre Unterdrückung und Hinrichtungen haben bislang verhindern können, dass eine stabile Opposition entsteht, die dieses Regime ablösen könnte.

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Iran: 30 Journalisten reichen die Kündigung ein http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-30-journalisten-reichen-die-kuendigung-ein/ http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-30-journalisten-reichen-die-kuendigung-ein/#comments Tue, 08 May 2012 15:38:21 +0000 Administrator Arbeitskampf Ökonomie Medien Korruption http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-30-journalisten-reichen-die-kuendigung-ein/ Bei der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars haben 30 Journalisten gekündigt. Sie protestieren damit gegen die miserablen Arbeitsbedingungen. So waren diese Personen teilweise schon 3 Jahre angestellt, aber noch immer nicht versichert. Ihr Lohn – 500.000 Tuman, mit Überstunden u.a. anderen Zahlungen 800.000 Tuman, liegt unter der Armutsgrenze, die von der Iranischen Zentralbank mit 1.400.000 Tuman bezeichnet wird.
Die Journalisten protestieren zugleich auch gegen die Vetterleswirtschaft in der Nachrichtenagentur. So hat der Direktor der Agentur eine Reihe von Familienangehörigen in führenden Positionen eingestellt, die das Fünffache der Journalistenlöhne beziehen.

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Iran: Zwei Pasdar-Offiziere tödlich verunglückt http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-zwei-pasdar-offiziere-toedlich-verunglueckt/ http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-zwei-pasdar-offiziere-toedlich-verunglueckt/#comments Tue, 08 May 2012 15:30:52 +0000 Administrator Geheimdienst Revolutionswächter http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-zwei-pasdar-offiziere-toedlich-verunglueckt/ Bei einem Autounfall in der Region Lurestan, zwischen Chorramabad und Selsele, kamen zwei Oberste der Revolutionswächter ums Leben. Fünf weitere Personen wurden verletzt.
Die Pasdar-Obersten hatten führende Positionen bei den Geheimdienstorganen der Pasdaran in diesem Gebiet.

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Iran: Autounfall von zwei Experten der Atomkontrolle http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-autounfall-von-zwei-experten-der-atomkontrolle/ http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-autounfall-von-zwei-experten-der-atomkontrolle/#comments Tue, 08 May 2012 15:25:38 +0000 Administrator Atomenergie Internationale Beziehungen http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-autounfall-von-zwei-experten-der-atomkontrolle/ In der Nähe von Chandab (im Großraum von Arak), kam es am 8. Mai 2012 zu einem Autounfall, bei dem ein Insasse, der Südkoreaner Ok Seok Seo tödlich verunglückte, sein Kollege aus der Slowakei kam mit Verletzungen davon, die derzeit im Krankenhaus behandelt werden.
Beide waren im Auftrag der Internationalen Atomenergie-Behörde tätig.

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Iran: 5 km Verwüstung in Dorud http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-5-km-verwuestung-in-dorud/ http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-5-km-verwuestung-in-dorud/#comments Tue, 08 May 2012 15:15:03 +0000 Administrator Polizei Revolutionswächter Islamismus http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-5-km-verwuestung-in-dorud/
In Dorud: Aufgebrochene Türen

Die iranische Stadt Dorud zählt etwa 110.000 Einwohner, sie liegt südwestlich von Teheran in der Region Lurestan.
Dort fanden am Tag der Teilwahlen zum iranischen Parlament, also am Freitag, den 4. Mai 2012, verheerende Ausschreitungen statt. Die Täter waren freilich keine betrunkenen Jugendlichen oder sonstiger Mob, sondern Anhänger von „Präsident Ahmadineschad“, die sich bei diesen Wahlen nicht gegen die Leute von Ajatollah Chamene‘i durchsetzen konnten. Diese gewalttätigen Schläger begannen noch vor dem Abschluss der Auszählung der Stimmen, sich vor dem Sitz des Chefs der Sicherheitsorgane der Region zu versammeln und wollten das Gebäude stürmen. Das gelang ihnen nicht.


Zerstörte Fahrzeuge

Darauf zogen sie marodierend durch die Straßen, schlugen Autoscheiben und Schaufenster ein, verwüsteten Geschäfte, verprügelten Passantinnen und zerrissen ihre Kleider, kurz, auf eine Länge von 5 Kilometer zerstörten sie, was ihnen in den Weg kam. Wer sich ihnen nicht in den Weg stellte war die Polizei! Auch die Bassidschi und die Revolutionswächter ließen sich nicht blicken, die können nur auf unbewaffnete Demonstranten schießen…


Eingeschlagene Scheiben

In diesem Konflikt geht es nicht um Ideologie, denn beide Flügel sind stockkonservativ und menschenfeindlich, sondern um die Verteilung von Posten. Den Verlierern geht es an die Existenz, und da sie bisher die Macht hatten, versuchen sie mit Gewalt, diese Macht zu behalten. Die staatlichen Medien haben diese Gewalttätigkeiten geheim gehalten.

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Iran: 25 Peitschenhiebe für 1 Karikatur http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-25-peitschenhiebe-fuer-1-karikatur/ http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-25-peitschenhiebe-fuer-1-karikatur/#comments Tue, 08 May 2012 14:52:42 +0000 Administrator Folter Parlament Islamismus http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/08/iran-25-peitschenhiebe-fuer-1-karikatur/
Der Abgeordnete Ahmad Lotfi Aschtiani, links gezeichnet und rechts im Original, versteht keinen Spass

Wie bekannt, verstehen islamische Fundamentalisten keinen Spass, wenn es um Karikaturen des Propheten Mohammad geht.
Aber sie verstehen auch sonst keinen Spass, zum Beispiel, wenn man von ihnen selbst eine Karikatur veröffentlicht. Der iranische Karikaturist Mahmud Schokraye, der in der Wochenzeitschrift „Name-ye Amir“ eine Karikatur des fundamentalistischen Abgeordneten Ahmad Lotfi Aschtiani aus Arak veröffentlicht hatte, wurde deshalb zu 25 Peitschenhieben verurteilt. Der Herausgeber der Zeitschrift, die im Raum Teheran erscheint, wurde ebenfalls für schuldig befunden, seine Strafe steht aber noch nicht fest.
Im Islam ist zwar Vielgötterei verboten, aber die Herren Abgeordneten scheinen sich wohl auch für kleine Götter zu halten, an denen man nichts kritisieren darf…

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Verhöre für angehende iranische PromotionsstudentInnen http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/verhoere-fuer-angehende-iranische-promotionsstudentinnen/ http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/verhoere-fuer-angehende-iranische-promotionsstudentinnen/#comments Mon, 07 May 2012 19:40:05 +0000 Administrator StudentInnen http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/verhoere-fuer-angehende-iranische-promotionsstudentinnen/ Iranische Studentinnen und Studenten, die nach ihrem Diplomabschluss ein Promotionsstudium anhängen wollen, müssen im Iran eine Aufnahmeprüfung machen.


Studentenproteste an der Ghazvin Universität, 2011

Die 150 StudentInnen, die diese heuer Prüfung bestanden haben, mussten vor der Prüfungskommision antreten und ein Verhör über sich ergehen lassen. Sie saßen dabei bekannten Geheimdienstbeamten gegenüber.


Studentenproteste, 16. Adhar 1389 (7.12.2010), Ingenieurshochschule, Teheran


Grüne Bewegung 2009. Universität Teheran

Es ging bei dem Verhör um die zurückliegende und zukünftige Teilnahme an der studentischen Protestbewegung. Ausnahmslos alle verhörten StudentInnen mussten ein Schreiben abgeben, in dem sie zum einen die frühere Teilnahme an Studentenprotesten zugaben (egal ob das tatsächlich der Fall war) und zum anderen versprachen, in Zukunft nie wieder so etwas zu machen. Wer nicht unterschrieb, darf nicht weiter studieren. Wer als Anhänger der Grünen Bewegung polizeibekannt ist, hat sowieso keine Chance.


Proteste an der Universität Teheran im Mai 2006 „Die Universität ist keine Kaserne“, Die Universität ist keine Religionsschule“

Diese Verhöre fanden in Teheran, Schiraz und Isfahan statt.

Allein das Schuldeingeständnis der früheren Proteste belastet die StudentInnen politisch: es braucht dann nur noch ein kleines zusätzliches Vergehen, wie ein nicht getragener Schleier, und man fliegt raus.

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Iran: Narges Mohammadi trotz Lähmung wieder in Haft http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/iran-narges-mohammadi-trotz-laehmung-wieder-in-haft/ http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/iran-narges-mohammadi-trotz-laehmung-wieder-in-haft/#comments Mon, 07 May 2012 15:37:34 +0000 Administrator Gefängnis Frauen http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/iran-narges-mohammadi-trotz-laehmung-wieder-in-haft/
Narges Mohammadi, auf diesem Foto mit ihren beiden Kindern

Narges Mohammadi, eine Menschenrechtsaktivistin, war vor über 2 Jahren aus politischen Gründen zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. In der Haft entwickelte sich ein Nervenleiden, das zu Muskellähmungen führt. Die Ärzte rieten darauf, die Frau aus der Haft zu entlassen, da sonst mit ihrem Tod zu rechnen sei. Vor zwei Wochen wurde sie erneut verhaftet, ohne auch nur ein gerichtliches Schreiben zu erhalten. Der Grund: Ihr Mann, Taqi Rahmani, ebenfalls ein aktiver Menschenrechtler, war nach Paris geflohen, wo er jetzt lebt. Da die Behörden ihn nicht greifen konnten, verhafteten sie seine Frau, um ihn unter Druck zu setzen. Ihre beiden Kinder mussten darauf bei der Großmutter untergebracht werden, denn es war ja niemand mehr zu Hause. Wie die Kinder telefonisch von ihrer Mutter erfuhren, ist das Nervenleiden, das ständig behandelt werden muss, jetzt wieder ausgebrochen, wiederum mit den Symptomen der Muskellähmung.
Weitere Einzelheiten finden Sie auf der Webseite von Amnesty International.

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Iran: Reisebus konfisziert, Reisende festgenommen http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/iran-reisebus-konfisziert-reisende-festgenommen/ http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/iran-reisebus-konfisziert-reisende-festgenommen/#comments Mon, 07 May 2012 15:24:44 +0000 Administrator StudentInnen Soziales http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/iran-reisebus-konfisziert-reisende-festgenommen/ Am Freitag, den 4. Mai 2012, den ersten Feiertag nach dem 1. Mai, wollten 45 Studentinnen und Studenten den Tag der Arbeit in den Bergen feiern. Dazu mieteten sie einen Reisebus. Der Leiter der Reisefirma beantragte bei den Behörden eine Erlaubnis, diese Reise durchzuführen. Die Staatsorgane wurden misstrauisch und schickten die Polizei, um den Bus auf der Strecke zu stoppen. Bei der Durchsuchung wollte sie das Gepäck für die Bergwanderung sehen, was natürlich fehlte, denn es war ja eine Maifeier geplant. Die 24 Studenten und 21 Studentinnen mussten darauf den Bus verlassen und wurden abgeführt. Der Chauffeur bekam eine Strafe, der Bus wurde für drei Monate beschlagnahmt, die Reisegesellschaft bekam ebenfalls eine Strafe, weil sie nicht mitgeteilt habe, dass Männer und Frauen gemeinsam an der Fahrt teilnahmen, ohne verwandt oder verheiratet zu sein, und die Eltern wurden ermahnt, besser auf ihre Kinder aufzupassen.
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=47763

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Iran: Gruppenhinrichtungen http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/iran-gruppenhinrichtungen/ http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/iran-gruppenhinrichtungen/#comments Mon, 07 May 2012 15:10:45 +0000 Administrator Hinrichtung Gefängnis http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/iran-gruppenhinrichtungen/ Heute, den 7. Mai 2012, wurden im Gefängnis Qesel-Hessar von Karadsch neun Gefangene aufgehängt, darunter drei Brüder.
Vor 14 und vor 13 Tagen fanden weitere Gruppenhinrichtungen im selben Gefängnis statt, von denen keine Einzelheiten bekannt sind. Derartige Hinrichtungen werden von den Regierungsmedien totgeschwiegen. Die Namen der Hingerichteten findet man dafür auf oppositionellen Webseiten, zum Beispiel:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=47776

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Iran: Militarismus in der Schule http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/iran-militarismus-in-der-schule/ http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/iran-militarismus-in-der-schule/#comments Mon, 07 May 2012 15:03:47 +0000 Administrator Soziales Militär http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/iran-militarismus-in-der-schule/
Das ist kein Guerrilla-Camp…

In Maschhad wurden vor zwei Wochen (also Ende April 2012) Schüler im Alter über 14 Jahren verpflichtend auf einen militärischen Ausbildungskurs geschickt.


Die Jungen, nicht die Mädchen!


Dort lernen die Jugendlichen, mit scharfen Waffen zu schießen.


Das mag ihnen altersgemäß sogar Spaß machen. Das dürfte kaum die Motivation des Regimes sein, sonst hätte es den Religionsunterricht schon längst abgeschafft.


Das Interesse der Machthaber dürfte eher darin liegen, Kanonenfutter für die künftigen Aufstände im eigenen Land heranzuziehen.


Wenn schon Blut fließt, dann das der Armen, nicht das der Machthaber.

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Iran: Teilwahlen zum Parlament http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/iran-teilwahlen-zum-parlament/ http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/iran-teilwahlen-zum-parlament/#comments Mon, 07 May 2012 14:47:51 +0000 Administrator Parlament Korruption http://alischirasi.blogsport.de/2012/05/07/iran-teilwahlen-zum-parlament/
Die Wähler in der Schlange waren nicht Einkaufen, sie wurden eingekauft. Und das ging so. Am 4. Mai 2012 waren im Iran Teilwahlen für das Parlament, die in der Bevölkerung auf kein Interesse stießen. Deshalb wurden vor den Moscheen Tragetüten mit Nahrungsmitteln verteilt, die Empfänger mussten sich dafür verpflichten, an der Wahl teilzunehmen. Damit sie nicht abhauen konnten, war der Weg bis zum Wahllokal mit bewaffneten Pasdaran gesäumt.
Interessant ist, dass dieses Foto von der staatlichen Nachrichtenagentur MEHR veröffentlicht wurde. Das heißt, diese Art des Wählerkaufs wird selbst amtlich nicht mehr verheimlicht.
Wenigstens haben die Ärmsten mal etwas Ordentliches zu essen bekommen…

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