Suchergebnisse für 'Haft Tapeh'

Iran: Seit Tagen nehmen die Arbeiterproteste stetig zu

Die Arbeiter der iranischen Baumaschinen-Fabrik Hepcon in Arak streiken. Das Unternehmen hat Standorte in mehreren großen Städten im Iran. Am Standort Arak sind allein mehr als 1000 Arbeiter beschäftigt.

Grund für den Streik sind ausstehende Löhne. Bereits im vergangenen Jahr wurden die Löhne nicht mehr im vollen Umfang bezahlt. Von den letzten zehn Monaten haben die Arbeiter an 106 Tagen keinen Lohn erhalten.

Die Arbeiter gingen im Stadtzentrum von Arak auf die Straße. Die Parolen, die sie riefen, lauteten: „Marg bar karegar – doroud bar setamgar“ (ironisch: Tod dem Arbeiter – es lebe der Ausbeuter) und „Aza aza ast emrooz – zendegir karegar ruye hava ast emrooz “ (Traurig, traurig ist der Tag – das Leben des Arbeiters schwebt heutzutage in der Luft).

Ein Arbeiter hat in einem Interview erklärt, dass die Fabrik nur zu 5% ausgelastet ist. Die Zukunft ist unklar.

Anmerkung: Nicht nur in Arak wird demonstriert und gestreikt. In den letzten Tagen fanden ähnliche Aktionen in 25 iranischen Städten statt. Es gibt viele Videos und Kurzberichte in den sozialen Medien. Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Die Arbeiter der Teheraner U-Bahn streiken seit Montag, weil sie in diesem und im letzten Jahr an acht Monaten ihrenLohn nicht bekommen haben
  • Die Nationale Stahl-Fabrik (Mobarakeh Steel Company) in Isfahan wird bestreikt, weil die letzten zwei Monate kein Lohn gezahlt wurde. Auf der Demonstration riefen die Arbeiter „Was haben wir falsch gemacht? Wir haben die (Islamische) Revolution gemacht!“
  • Die Reifenfabrik Kian-Tayer in Teheran wird seit gestern bestreikt, weil im letzten Monat kein Lohn bezahlt wurde und die Überstunden der letzten vier Monate nicht bezahlt wurden.
  • Die Fabrik Rangin Nakh Semnan (Baumwollfabrik von Semnan) hat ihren Arbeitern mehrere Monate zu wenig Lohn und keine Überstunden bezahlt. Auch die Versicherungen wurden nicht bezahlt.
  • Seit acht Tagen wird die Zuckerrohrfabrik von Haft Tapeh bestreikt. Die Arbeiter haben inzwischen die Zucker-Lagerhallen abgesperrt, um zu verhindern, dass die Ware abtransportiert wird. Einige schon beladene Lastwägen wurden von ihnen wieder entladen. [Video]
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Iran: Bewaffneter Angriff auf Gewerkschaftsaktivisten

Esmail Bakhschi, Vertreter einer Zuckerrohr-Gewerkschaft im Südiran, wurde gestern Abend auf seinem Heimweg von vermummten Männern mit Messern und Pistolen angegriffen und verletzt. Hintergrund ist ein mehrtägiger Streik in der Zuckerrohrfabrik „Neschekar Haft Tapeh“ in der Stadt Shahzand, bei Ahwas, Südiran.

Der Angriff geschah gegen 18 Uhr iranischer Zeit, kurz nachdem er aus dem Bus ausgestiegen war. Vermummten Männer fuhren in einem Peugeot bis zu seiner Höhe, bremsten und sprangen aus dem Wagen. Sie griffen den Gewerkschaftsvertreter sogleich an. Während sich Esmail Bakhschi verteidigte, eilten ihm Passanten und Anwohner, die rasch aus ihren Häusern kamen, zu Hilfe und griffen ihrerseits die Angreifer an. Letztere hatten angesichts der Überzahl das Nachsehen und mussten sich zurückziehen. Sie retteten sich, indem sie Schüsse in die Luft abgaben.

Esmail Bakhschi hatte gestern auf einer Demonstration vor der Zuckerrohrfabrik eine scharfe Rede vor streikenden Arbeitern gehalten. Er sagte, dass die Unternehmer trotz der Zahlung eines Teils der ausstehenden Löhne den Arbeitern weiter Geld schuldeten und dass sie lügen würden. Er drohte damit, die Fabrik zu besetzen und in der Regie der Arbeiter weiterzu betreiben und den Unternehmer vom Werksgelände zu vertreiben.

Die Zuckerrohr-Gewerkschaft reagierte sofort auf den Angriff ihres Vertreters. Sie erklärte, dass sie sich durch solche Angriffe nicht einschüchtern lasse. Sie beharrt auf ihren Rechten und wird weiter streiken. Die Angreifer wurden als Handlanger des Unternehmers der Zuckerrohrfabrik bezeichnet.

Die Streikenden befinden sich seit einer Woche im Ausstand.

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Iran: Streik in der Zuckerrohrfabrik von Haft-Tape

Die Arbeiter der Zuckerrohrfabrik von Haft-Tape streiken nun schon den dritten Tag. Ihnen haben sich auch die Zuckerrohr-Erntearbeiter angeschlossen und die Vertreter der Rentner dieser Firma. Eine Arbeiterin brachte es vor den versammelten Streikenden auf den Punkt: Bislang haben wir nur die Nachzahlung der ausstehenden Löhne gefordert. Das war bei den Festangestellten ein Rückstand von 5 Monaten, bei den Tagelöhnern und Leiharbeitern noch viel mehr. Heute fordern wir mehr. Der stellvertretende Direktor Afschar muss gehen, die Firma muss wieder verstaatlicht werden
Ein anderer Arbeiter wies darauf hin, dass die Firmenleitung und der Eigentümer sie bisher immer mit Versprechen vertröstet hätten und kein einziges Versprechen eingehalten haben. Wer könne deren Lügen noch zählen?
Einer der Redner der Streikenden sagte: „Wir haben keine Angst vor der Entlassung und auch nicht vor dem Gefängnis.“

Was spielt sich da ab?
Vom zweiten Streiktag wurden folgende Einzelheiten bekannt. Die Arbeiter sperrten die Straße, die zur Fabrik führt ab. Einige Arbeitergruppen attackierten einige Gebäude der Firma, darunter die Forschungseinrichtungen, andere versammelten sich vor dem Büro der Geschäftsleitung und schlugen die Fenster des Büros ein, andere setzten den stellvertretenden Direktor Siyamak Nasri Afschar in seinem Büro fest. Sämtliche Abteilungen der Firma hatten sich am zweiten Streiktag dem Streik angeschlossen, sämtliche Transportdienste für Personen und Waren ebenfalls. Der Wachdienst der Firma (Harassat) wollte verhindern, dass Journalisten das Firmengelände betreten, aber den Arbeitern gelang es trotzdem, Journalisten reinzuholen, so dass diese die Arbeiter interviewen und Aufnahmen und Filme machen konnten. Mit Hilfe der Arbeiter konnten sie die Firma unbehelligt wieder verlassen.



Der Streik ruft den Staat auf den Plan

Am zweiten Tag des Streiks erschienen auch der Farmandar (Chef der Sicherheitsorgane), der Direktor der Geheimdienstfiliale und der Polizeichef von Schusch (der zuständigen Kreishauptstadt), eine Stunde später der stellvertretende Wirtschaftsminister und der stellvertretende Arbeitsminister, die aus Teheran angereist waren. Die Arbeiter schenkten den Versprechen dieser Vizeminister kein Vertrauen.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=83568
vom 20. Adhar 1396 (11. Dezember 2017)
sewomin ruze e°tesabe kargarane neyshekare haft tape

https://www.radiofarda.com/a/iran_hafttapeh_workers_wage_unpaid_strike/28908020.html#
vom 19. Adhar 1396 (10. Dezember 2017)
e°tesabee sadha kargare sherkate neyshekare haft tape baraye daryafte mo°awwaqate mozdi

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=83550
vom 19. Adhar 1396 (10. Dezember 2017)
e°tesab wa e°teraze kargarane sherkate neyshekare haft tape

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Sitzstreik beim Zuckerrohrunternehmen Haft Tapeh (in der Nähe der iranischen Stadt Shahzand)

Die Arbeiter des Zuckerrohr-Unternehmens Haft Tapeh sind seit drei Tagen in einen Sitzstreik getreten. Sie fordern ihre seit Monaten ausstehenden Löhne und verlangen, dass die Polizeikräfte vom Firmengelände verschwinden.

Es ist bereits der dritte Tag, dass sich etwa tausend Arbeiter mitsamt ihren Familien zu einem Sitzstreik vor dem Firmengelände niedergelassen haben. Es kam dabei zu einem gefährlichen Zwischenfall. Ein Polizist hat im Laufe des heutigen Tages damit begonnen, einzelne Arbeiter vor ihren Frauen und Kindern zu beleidigen. Als die Arbeiter handgreiflich wurden, rannte er zu seinem Polizeifahrzeug zurück und holte seine Waffe. Kurz darauf schoss er in die Luft. Beherzte Arbeiter nahmen ihm die Waffe ab und brachten ihn unter ihre Kontrolle, bevor Schlimmeres passieren konnte.

Die Streikenden hatten Gespräche mit Firmenvertretern, die alles mögliche versprachen. Doch die Arbeiter erklärten, dass sie so lange weiterstreiken, bis ihre Forderungen erfüllt werden.

Eine ihrer Forderungen bezieht sich darauf, dass sich auf dem Firmengelände ständig Polizei und Ordnungskräfte aufhalten. Arbeiter, die einfach fragen, was mit ihrem Lohn ist und warum ihre Überstunden nicht bezahlt werden, werden von den Sicherheitskräften eingeschüchtert. Es wird auch darüber gesprochen, dass die Sicherheitskräfte viel Geld kosten, das man besser in das Bezahlen der Löhne investieren sollte. Somit lautet eine der Forderungen, dass dieses überflüssige Sicherheitspersonal vom Firmengelände verschwindet.

Die andere Forderung bezieht sich natürlich auf das rechtzeitige Auszahlen der den Arbeiter zustehenden Löhne inklusive der Versicherungen. Löhne wurden über zwei Monate nicht bezahlt.

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Demonstration, Strassenblockade und Streik von Zuckerarbeitern in Hafttapeh im Iran


Die Gruppe „Human Rights Activists in Iran“ hat berichtet, dass nach verschiedenen Nachrichtenquellen mehr als 2000 Zuckerarbeiter am 15. Tag ihres Streiks in Hafttapeh die Autobahn zwischen Andimeshk und Ahwaz für 45 min blockiert haben. Anschließend haben sie in der Stadt Shush demonstriert und sind zum Gouverneurssitz gezogen.

Auf dieser Demonstration wurden viele Parolen gerufen. Eine wichtige Parolae war: „Die festgenommenen Arbeiter müssen freigelassen werden und sie dürfen nicht vor Gericht gestellt werden“. In den letzten Tagen hatte der Geheimdienst fünf Arbeitervertreter festgenommen und die Regierung will diesen Arbeitern den Prozess machen. Die Namen der Festgenommenen sind Hadi Nikufar, Ali Nejati, Jalil Ahmadi, Ramezan Alipur, Mohammad Heydahi.

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Zuckerarbeiter im Haft Tapeh (Südiran – Shush)


Seit zwei Jahren haben Zuckerarbeiter im Iran ohne Erfolg gekämpft. Die Versprechungen der islamischen Regierung waren nur Schall und Rauch.

Seit drei Tagen streiken nun die Zuckerarbeiter im Staat Shush vor dem Gouverneursgebäude . Am heutigen Montag waren 2500 Arbeiter vor Ort.

Laut einem Interview von Radio Farda mit dem freien Journalisten Abedini hat heute am dritten Tag des Streiks die Regierung ihre Sondereinheiten aus verschiedenen umliegenden Staaten nach Shush geschickt. Die Sicherheitskräfte waren ebenfalls beteiligt, sie haben u.a. fotografiert und gefilmt. Die Parolen der streikenden Arbeiter beschränkten sich laut Journalist auf Forderungen des ausstehenden Lohnes.

Radio Farda sprach zudem mit einem der Streikenden, der meinte, dass seit drei Tagen ihre Vertreter telefonisch bedroht worden seien und sich deswegen heute versteckt halten müssten. In den letzten Tagen hätten die Sicherheitskräfte und Sondereinheiten die Versammlung auflösen wollen, ohne dass sie dies auch durchsetzen konnten. Es würde gesagt, dass morgen weitere Sicherheitskräfte und Polizei herbeigeschafft werden und auch der Gouverneur habe den Arbeitern gedroht, dass wenn sie morgen weitermachten sie antiislamisch seien und die islamische Gesellschaft in Unruhe versetzen wollten, weswegen sie festgenommen würden. Der Arbeiter hat gefragt, ob die Arbeiter denn Sklaven seien, dass sie ohne Lohn arbeiten müssten? Er verlangt von allen internationalen Menschenrechtsorganisationen und Arbeitervereinigungen eine Unterstützung.

Ein anderer Arbeiter sagte in einem Interview mit Radio Barabari: „Unser Problem sollte von jemandem wie Ahmadinejad gelöst werden aber er ist ist oft auf Reisen in der ganzen Welt, er hat anderen Länder geholfen, aber uns vergessen. Er hilft Bolivien und Venezuela, in Afghanistan, Palästina und Pakistan baut er Häuser aber die Arbeiter im Iran leben sehr schlecht. Wir schämen uns vor unseren Kindern und Familien. Heute konnte ich meinen Kindern kein Frühstück geben. Wir haben nichts zu verlieren. Egal was passiert, wir müssen unser Recht bekommen.“ Er sagte weiter: „Der Sohn eines Ayatollahs hat Zucker aus dem Ausland importiert und in solchen Mengen gelagert, dass es für den ganzen Iran fünf Jahre lang ausreichen würde. Dieser Zucker wird für 300 Tuman pro Kilo verkauft. Die inländische Konkurrenz muss ihren Zucker für 600 Tuman pro Kilo verkaufen. Wer hat da noch Interesse unseren Zucker zu kaufen?“ Der Arbeiter behauptet weiter, dass die Sondereinheiten sich nicht aus iranischen Polizisten rekrutieren, sondern arabisch sprechen, mit libanesischem oder palästinensischem Dialekt.

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