Suchergebnisse für 'nasrin'

Kurt Tucholsky – Preis für inhaftierte Iranerin Nasrin Sotudeh

Der Schriftstellerverband PEN hat den diesjährigen Kurt Tucholsky – Preis an die iranische Menschenrechtlerin und Anwältin Nasrin Sotudeh verliehen.

Damit wurde „ihr Mut und beständiger Kampf zur Verteidigung der Stimmen, die riskieren zensiert und zum Schweigen gebracht zu werden“ gewürdigt. Weiter heisst es in der Erklärung des PEN: „Nasrin Sotudeh’s Kampf für Gerechtigkeit in der Verteidigung von SchriftstellerInnen, JournalistInnen und weiblichen Aktivistinnen der Sozialen Bewegung im Iran geht weiter.“

Nasrin Sotudeh befindet sich seit Juni dieses Jahres im Gefängnis.

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Teheran: Protest für politische Gefangene und deren Anwälte


Protestaktion für Politische Gefangene und deren Anwälte am 1.10.2018 in Teheran

Ein Mann hat gestern, den 1.10.2018, eine Aktion für Politische Gefangene sowie deren Anwälte, die ebenfalls inhaftiert wurden, auf der Ferdosi-Straße in Teheran durchgeführt. Unter anderem nannte er dabei die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh.

Die Form, die er für seinen Protest wählte war das Anketten seiner Füße auf einem Elektroschaltschrank am Straßenrand. Nicht zufällig erinnert diese Form an die Aktionen der Töchter der Revolutionsstrasse, über die wir mehrfach berichtet haben.

Bei den Protesten der Frauen, der sich u.a. gegen die islamischen Bekleidungsvorschriften richtete, blieben die Passanten oft nicht stehen, sondern eilten vorbei, aus Angst vor Repression. Nicht so gestern, wo im Video erkennbar ist, dass hunderte Menschen sich um den Protestierer versammelten. Immer wieder sind unterstützende Rufe wie „Er hat Recht!“ zu hören.

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Iran: Über 20 politische Gefangene im Hungerstreik

Derzeit befinden sich im Iran über 20 politische Gefangene im Hungerstreik. Darunter sind 18 Gonobadi-Derwische, eine religiöse Gruppe muslimischer Glaubensrichtung, die von der Islamischen Republik Iran verfolgt wird. Weiterhin streiken die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude und der Arzt Farhad Meissami, der wegen seiner Unterstützung für die Kampagne gegen den Kopftuchzwang in Haft ist.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=88976
vom 29. Schahriwar 1397 (20. September 2018)
e°tesabe ghadhaye bish az 20 zendaniye °aqidati-siyasi dar iran

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Iran: Verfolgung der Familie der inhaftierten Anwältin Nasrin Sotude


Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude

Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude wurde am 23. Chordad 1397 (13. Juni 2018) dieses Jahres erneut verhaftet. Ihr Ehemann, Resa Chandan, wurde am 12. Schahriwar 1397 (3. September 2018) nach einem telefonischen Drohanruf des iranischen Geheimdienstes ebenfalls verhaftet. Als die Kinder von Nasrin Sotude am Sonntag, den 25. Schahriwar 1397 (16.09.2018) ihre Mutter im Ewin-Gefängnis besuchen wollten, wurde ihr Name nicht aufgerufen. Stattdessen wurde ihre Tochter Mehrawe Chandan aufgefordert, die islamische Kopfbedeckung einzuhalten. Dies ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass sie bei allen Besuchen ihren Kopf stets auf gleiche Art bedeckte. Es handelt sich also nicht um eine Reaktion auf ihre Kleidung, sondern um eine weitere Form des Drucks durch die Behörden.
Nasrin Sotude hat als Reaktion hierauf erklärt, dass sie kein Besuche mehr empfangen will. Außerdem hat sie als Reaktion auf die Verhaftung ihres Mannes den trockenen Hungerstreik erklärt und weigert sich auch, ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, um mit Infusionen am Leben gehalten zu werden. Es ist ein ungleicher Kampf, aber sie gibt nicht auf.

https://www.radiofarda.com/a/nasrin-sotudeh-daughter-mehraveh/29494023.html
vom 26. Schahriwar 1397 (17.09.2018)
afzayeshe fesharha bar farzandane nasrin setude

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Öffentliche Erklärung zur Freilassung von Ramin Hossein Panahi und Nasrin Sotudeh

Heute wurde von 35 Menschrechtsorganisationen, Frauengruppen und oppositionellen Vereinen sowie von 3600 Privatpersonen eine Erklärung veröffentlicht, die sich für die Freilassung von Ramin Hossein Panahi und Nasrin Sotudeh einsetzt.

Ramin Hossein Panahi, ein kurdischer Aktivist, wurde gefoltert, vor Monaten von einem Gericht zum Tode verurteilt und sitzt derzeit in einer Einzelzelle des Radscha‘i-Schahr in Karadsch ein. Es heisst, er kann jede Stunde hingerichtet werden. Seit dem 29.8. gibt es eine „Urgent Action“ von amnesty international, in der ebenfalls auf die drohende Hinrichtung hingewiesen wird. Es ist möglich, sich mit einem Brief an Ayatollah Sadeghi Larijani, den Chef der Judikative zu wenden und per Unterschrift seine Freilassung zu fordern.

Hinrichtung droht unmittelbar Urgent Action von amnesty international, 29.8.2018

Aus Protest gegen seine unrechtmäßige Verurteilung hat sich Ramin Hossein Panahi vor mehr als einer Woche die Lippen zugenäht und einen Hungerstreik begonnen. Selbst wenn es einen Aufschub seiner Hinrichtung geben sollte ist er auch hierdurch in seinem Leben bedroht.
Ramin Hossein Panahi wurde im Prozess durch die Rechtsanwältin Nasrin Sotudeh vertreten. Sie setzt sich seit Jahren für Menschenrechte im Iran ein und vertrat oft Angehörige von politischen Gefangenen. Sie befindet sich seit Juni diesen Jahres wieder in Haft, aufgrund ihrer Initiative für ein Referendum im Iran. Sie vertritt – wie viele Menschenrechtler und Künstler auch – die Ansicht, dass das herrschende islamische Modell nicht reformierbar ist und möchte darüber abstimmen lassen, ob dieses Modell weiter im Iran verfolgt werden soll oder nicht. Falls nicht, soll ein säkulares und demokratisches Modell an dessen Stelle treten. Nasrin Sotudeh hat ebenfalls einen Hungerstreik begonnen.

Iran: Ramin Hossein Panahi – droht die Hinrichtung? Weblog von Ali Schirasi, 27.8.2018

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Iran: neue Anklagen gegen Menschenrechtsanwältin


Nasrin Setude

Nasrin Setude, eine bekannte iranische Menschenrechtlerin und Anwältin, wurde am 13. Juni 2018 zur Verbüßung einer Haftstrafe festgenommen, obwohl ihr dieses Haftstrafe nie verkündet wurde. Die Gefängnisstrafe von 5 Jahren war am 3. September 2016 auf einer Gerichtsverhandlung in ihrer Abwesenheit verhängt worden. Die Verhaftung von Nasrin Setude am 13. Juni erfolgte kurz nachdem sie das Mandant für eine Frau übernommen hatte, die wegen des Abnehmens des Kopftuchs in der Öffentlichkeit verfolgt wird.
Jetzt werden gegen Nasrin Setude weitere Anklagen erhoben, die mit ihrer Menschenrechtsarbeit zusammenhängen. Ihr werden „Aktivitäten gegen die Sicherheit in Zusammenarbeit mit konterrevolutionären Elementen im In- und Ausland“ und heimliche Treffen mit ausländischen Diplomaten vorgeworfen. Auch ihr Einsatz gegen die Todesstrafe im Iran wird ihr zur Last gelegt.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/76427/
vom 18.08.2018, 8:50
e°teraze didebane hoquqe bashar be hokme jadid °aleyhe nasrin setude

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Brutale Festnahme wg. Bekleidungsvorschriften im Iran

Im Internet verbreitet sich gerade weltweit ein Video von der brutalen Festnahme einer iranischen Frau in Teheran, der vorgeworfen wird, die islamischen Bekleidungsvorschriften missachtet zu haben. Sie und ihre Begleiterin, die sich für sie einsetzte, wurden geschlagen und beide befinden sich derzeit in Haft.


Brutale Festnahme wg. Bekleidungsvorschriften im Iran

Die auf Video festgehaltene Misshandlung ereignete sich bereits letzte Woche. Es wird mittlerweile in hunderten Webseiten und im Sozialen Netz weiterverbreitet. Im Video ist zu sehen, wie eine junge Frau von Sicherheitskräften kontrolliert und dann von weiblichen SittenwächterInnen angegangen wird. Die junge Frau will jedoch nicht fetgenommen werden und versucht sich immer wieder den Griffen zu entziehen. Es dauert nicht lange, dann beginnt die Sittenpolizei Gewalt ausuzuüben. Sie schlagen die junge Frau bis sie irgendwann unter Schmerzensschreien zu Boden geht.

Die junge Frau wird in der Situation von einer weiteren Frau unterstützt, die versucht einzugreifen und gegen das Schlagen der jungen Frau zu protestieren. Auch sie wird im späteren Verlauf geschlagen und letztlich ebenso festgenommen wie die andere Frau.

Beide befinden sich nun in Haft. Von der Unterstützerin ist bekannt, dass sie 48 Jahre alt ist und Minu Hasanabadi heisst. Sie wird jetzt von der bekannten Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh vertreten.

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Iran: Töchter der Revolutionsstrasse

Nasrin Sotoudeh, eine Anwältin und Menschenrechtsaktivistin, sagte, dass eine Frau, die aus Protest gegen die Zwangsbedeckung des Kopfes in der Gheytarieh-Straße in Teheran stand, „in Haft gehalten und geschlagen“ wurde.

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Iran: Vorschlag zum Ausweg aus der Sackgasse


Forderung nach dem Referendum auf der berühmten Brücke Chadju, Isfahan

Die Krise im Iran ist unübersehbar. Stillstehende oder wenig ausgelastete Fabriken, Lohnzahlungen, die über Monate ausstehen, Streiks, Proteste im ganzen Land. Vor diesem Hintergrund hatte der iranische Staatspräsident Hassan Rouhani unter Berufung auf die iranische Verfassung geäußert, man solle die Bevölkerung befragen, um die Probleme zu lösen.
15 iranische Intellektuelle wurden jetzt konkreter. Acht von ihnen leben im Iran, riskieren also eine Menge, denn ihr gemeinsamer Vorschlag, der als Erklärung veröffentlicht wurde, erschien direkt zu den Revolutionsfeiern vom 22. Bahman (11. Februar), kurz nach der zitierten Äußerung des Staatspräsidenten. Die Forderung der 15, zu denen u.a. Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivisten Nasrin Sotude, Narges Mohammadi, eine im Ewin-Gefängnis inhaftierte Menschenrechtlerin und der im Iran lebende Regisseur Dscha‘far Panahi gehören, lautet:
Abhaltung eines Referendums gemäß der iranischen Verfassung über die Einführung einer säkulären parlamentarischen Demokratie im Iran. Das Referendum soll unter Aufsicht der Vereinten Nationen durchgeführt werden.
Das Bedeutende an dieser Forderung ist nicht die Zahl der UnterzeichnerInnen, sondern die Tatsache, dass hier treffende Worte zur rechten Zeit kommen. In diesem Moment der Krise können sie etwas bewegen.
Mit dem Vorschlag erwischen diese 15 das iranische Regime auf dem falschen Fuß. Denn im Verlauf der letzten Protestwelle (von der Jahreswende) wie auch der Einzelkundgebungen gegen das Zwangskopftuch war von den Machthabern immer zu hören, dass seien einige wenige, die Millionen stünden hinter ihnen. Wenn sie sich sicher wären, würden sie das Referendum abhalten, so wie Ajatollah Chomeini zum Höhepunkt seiner Popularität problemlos das Referendum über die Einführung der Islamischen Republik Iran abhalten konnte. Er wusste, dass er es gewinnt. Wenn das Regime jetzt so ein Referendum verweigert, macht es öffentlich sichtbar, dass es seinen eigenen Worten nicht glaubt. Aus der Traum von den Millionen.

http://news.gooya.com/2018/02/post-11966.php
vom 12. Februar 2018
nameye panzdah fa°°ale siyasi: referandum tahte nezarate sazemane melal, rahgozare mosalemat-amiz az jomhuriye eslami be yek demorasiye sekular parlemani

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Iran: Weg mit dem Kopftuch


Während der Protestwelle gegen die Islamische Republik im Iran war in der Revolutionsstraße (Chiyabane Enqelab) in Teheran auch eine junge Frau aufgetreten, die sich das mit Gewalt verordnete Kopftuch abriss und auf einem Stock hisste, so dass es jeder sehen konnte. Sie wurde rasch zu einer Ikone der neuen Revolution, die das Ende der Islamischen Republik eingeläutet hat.

Im kurdischen Mariwan haben jetzt Gleichgesinnte eine Schneefrau zu Ehren der befreiten Frau gebaut.

Die iranische Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivisten Nasrin Sotude hat sich derweil auf die Suche gemacht, was mit der Frau geschehen ist. Sie wurde noch am selben Tag des Protests festgenommen, nach ein paar Tagen kurz auf freien Fuß gesetzt und dann wieder verhaftet. Seitdem befindet sie sich in Haft. Die Frau ist 31 Jahre alt und hat ein 19 Monate altes Kind. Ihr Name ist bislang nicht bekannt geworden.

http://news.gooya.com/2018/01/post-11326.php
vom 22. Januar 2018
doxtare mo°tareze xiyabane enqelab hamchenan dar bazdasht ast

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=146544
vom 2. Bahman 1396 (22. Januar 2018)
nasrin sotude: doxtare xiyabane enqelab haman ruz bazdasht shode ast

http://news.gooya.com/2018/01/post-11279.php
vom 19. Januar 2018
adame barfiye doxtare xiyabane enqelab

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Iran: 5 Gefangene im Gefängnis gestorben

Von denjenigen, die im Zuge der jüngsten Demonstrationen im Iran verhaftet wurden, sind insgesamt 5 Personen in Haft gestorben. So erklärte die Menschenrechtlerin Nasrin Setude in einem Interview mit Radio Farda, dass in der Karantäne-Station des Ewin-Gefängnisses insgesamt 3 Menschen ums Leben gekommen seien. Die amtlichen Stellen sprechen von „Selbstmord“. Die Iranische Kampagne für Menschenrechte meldete am Dienstagmorgen darüber hinaus, dass zwei weitere Gefangene namens Wahid Haydari und Mohsen Adeli in den Gefängnissen von Arak und Desful ums Leben gekommen seien.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=145661
vom 19. Dey 1396 (9. Januar 2018)
shomare janbaxtegane kahrizake dowom be 5 nafar resid

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Iran: Toleranz im Islam – zwei Welten

Wer den Koran liest, findet sowohl Sätze, die religiöse Toleranz und Respekt vor anderen Religionen – zumindest einigen – nahelegen, als auch andere Sätze, die das Gegenteil predigen. Das Ausmaß der Toleranz nahm in dem Maß ab, in dem der Prophet Mohammad an Macht gewannt. Eine bekannte Erscheinung in der Entwicklung diverser Weltanschauungen.
Aus diesem Grund macht es wenig Sinn, sich den Koran um die Ohren zu werfen, um zu beweisen, wessen Interpretation Recht hat. Böse gesagt: Recht hat, wer die Macht hat. Und das sind derzeit in der Islamischen Republik Iran und auch im sogenannten „Islamischen Staat“ in Syrien und Irak diejenigen, die von Toleranz nichts halten.


Fariba Kamal-Abadi, die Frau rechts neben Fayese Haschemi (letztere im Tschador)

Umstrittener Besuch
Das bedeutet aber nicht, dass es dort keine Moslems gäbe, die das Gegenteil für richtig halten. Sie haben eben nur keine Macht. Zu diesen gehört sogar die Tochter des Ajatollahs Rafsandschani, Fayese Haschemi.
Sie besuchte vergangene Woche Fariba Kamal-Abadi, eine langjährige politische Gefangene, die in der Gruppe Yarane Iran (Freunde des Irans) aktiv war. Yarane Iran ist Teil der Baha’i-Bewegung, einer relativ jungen Religion, die im 19. Jahrhundert im Iran entstanden ist. Fariba Kamal-Abadi hatte jetzt nach 8 Jahren Gefängnis einen Hafturlaub von 5 Tagen erhalten, in dessen Rahmen sie sich sowohl mit Fayese Haschemi als auch mit der iranischen Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotude traf.
Von diesem Treffen zwischen Fayese Haschemi und Fariba Kamal-Abadi gab es auch ein Foto, das sich rasch im Internet verbreitete. Für die iranischen Fundamentalisten, also den bewaffneten Komplex von Pasdaran, Bassidschis und „spontanen Elementen“ sowie den verbündeten Geistlichen um den Religiösen Führer Ajatollah Chamene’i, war dies ein gefundenes Fressen.


Fatwa gegen die Baha‘is von Ajatollah Chamene‘i, Juli 2009 – der handschriftliche Satz unter dem Brief

Fatwa des Ajatollahs behandelt Baha’is wie Aussätzige
Rasch holten sie eine Fatwa (Verbindliche religiöse Rechtsauskunft) des Religiösen Führers Ajatollah Chamene’i vom 20. Mordad 1388 (Juli 2009) bezüglich der Religionsgemeinschaft der Baha’i aus der Schublade. Damals hatte er geschrieben: „Man soll sich jeglichen Kontakts mit dieser hochgradig schädlichen Sekte enthalten.“
(az har gune mo°asherat ba in ferqeye zalle parhiz shawad)

Die Hetze geht los
Darauf wurde Fayese Haschemi beschuldigt, gegen die islamischen Grundsätze verstoßen zu haben, indem sie sich mit Fariba Kamal-Abadi traf. Ihr Vater, Ajatollah Haschemi Rafsandschani, ein windiger Politprofi, trat gleich auf Distanz und erklärte, sie habe etwas Schlechtes getan und müsse den Schaden wieder gutmachen. (Kare badi karde, bayad inra jobran konad)

Die ungehorsame Tochter
Fayese Haschemi gab darauf in einem Interview Contra. Sie habe überhaupt nichts Schlechtes getan. Und zudem sei sie mit Fariba Kamal-Abadi in einer Zelle gesessen. Fariba habe sie in der Haftzeit sehr unterstützt. Und als Mensch zu Mensch habe sie das Recht, sich für die Unterstützung in dieser schweren Zeit dankbar zu zeigen. Außerdem verwies sie auf ein Beispiel aus dem Leben von Imam Ali – eine zentrale Figur im Schiitentum, der dem islamischen Militär-Befehlshaber Malek Aschtar erklärt habe, er müsse Menschen anderer Überzeugung respektvoll behandeln. Fayese Haschemi fügte hinzu, dass sie eine Anhängerin der Menschenrechte sei und dass den Baha’is Unrecht angetan wurde.

Fayese for President?
Es versteht sich, dass Fayese Haschemi mit ihrem entschiedenen Eintreten für Toleranz unter der Bevölkerung an Beliebtheit gewinnt. Nicht ohne Grund hatte der Wächterrat ihre Teilnahme an den diesjährigen Parlamentswahlen abgelehnt, aus Angst, dass sie zu viele Stimmen bekommt. Aber in einem Land, in dem so vieles hinter verschlossenen Türen verläuft, ist die Neigung groß, solche Ereignisse als politische Intrige wahrzunehmen. Dadurch, dass auch nach Aufhebung der Sanktionen die meisten Banken weltweit zurückhaltend sind – die Struktur des Systems hat sich ja nicht geändert, geht es auch mit der Wirtschaft noch nicht aufwärts. Die Machthaber rechnen schon seit einiger Zeit mit erneuten Massendemonstrationen wie im Jahr 2009. Nun, sollen die Massen kommen und Karubi und Mirhossein Mussawi aus dem Hausarrest befreien, Fayese Haschemi auf den Schultern tragen und zur Präsidentin machen. Zumindest bleibt die Macht in der Familie, und keine der genannten Personen wird die Islamische Republik abschaffen. Das ist das kleinere Übel aus der Sicht der Machthaber, die nichts mehr fürchten als eine Revolution, die das ganze islamische Regime wegfegt.

Quellen:
http://news.gooya.com/politics/archives/2016/05/212271.php
rewayate fayeze hashemi wa nasrin sotude az didar ba zendaniye baha‘i
vom 24. Ordibehescht 1395 / 13. Mai 2016
http://www.radiofarda.com/content/f14_iran_bahai_society_faezeh_hashemi/27734243.html
Hamle be xanewadeye rafsanjani dar peye didare fayeze hashemi ba rahbare baha‘i
vom 25. Ordibehescht 1395 / 14. Mai 2016
https://fa.wikipedia.org/wiki/%DB%8C%D8%A7%D8%B1%D8%A7%D9%86_%D8%A7%DB%8C%D8%B1%D8%A7%D9%86
yarane iran, abgerufen am 16. Mai 2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahaitum
abgerufen am 16. Mai 2016

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Demo vor dem Ewin-Gefängnis

Auf der Webseite von Mohammad Nurizad, einem iranischen Journalisten, der auf die Seite der Kritiker des Regimes gewechselt ist, ist ein Video von einer Kundgebung von Angehörigen politischer Gefangener vor dem Ewin-Gefängnis zu sehen. Interessant ist, dass Mohammad Nurizad nicht nur darüber berichtet, sondern die Kundgebung gleichsam moderiert. Mit einigem Fingerspitzengefühl versucht er, auch die Polizeibeamten auf ihre Seite zu ziehen und eine Frontbildung zu verhindern. Zugleich vermittelt der Film aber auch den Eindruck, dass die Demonstrierenden, unter denen sich u.a. Ehefrau von Ajatollah Rafsandschani und die bekannte Rechtsanwältin Nasrin Sotude befinden, zwar demonstrieren können, aber unter den vorbeifahrenden Autofahrern auch nicht mehr Anteilnahme erwecken wie es eine Kleindemo hierzulande tut.
Der you-tube-Film, der 12:43 Minuten dauert, ist auf der Webseite von radiofarda zu sehen:

http://www.radiofarda.com/content/f35_nourizad_evin_protests_social_media/27352875.html

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Iran: Nasrin Sotudeh protestiert gegen ihr Berufsverbot

Am gestrigen Montag protestierte Nasrin Sotudeh, iranische Rechtsanwältin mit Berufsverbot, zusammen mit Kritikern und Freunden vor dem Gebäude des Iranischen Anwaltsvereins.


Nasrin Sotudeh am 2.2.2015 vor dem Gebäude des Anwaltsvereins, Teheran

Seit vier Monaten kommen sie mehrmals in der Woche hierher, machen einen Sitzstreik und rufen Parolen. Viele UnterstützerInnen stammen aus dem Umfeld der Protestierenden gegen den Wahlbetrug von 2009, aus der Kulturszene oder studieren und arbeiten an Universitäten.

Nasrin protestiert an diesem Ort, weil sie den Anwaltsverein nicht aus seiner Verantwortung für die freie Berufsausübung von Anwältinnen und Anwälten entlassen will. Ein unabhängiger Verein muss sich für seine Mitglieder einsetzen.

Die Sicherheitskräfte versuchten den Protest zu zerstreuen, indem sie einzelne Personen bedrohten und Vorhaltungen machten. Nasrin Sotudeh sprang dazwischen und verlangte dass die Sicherheitskräfte das unterlassen. Sie rief, dass sie die Verantwortliche für den Protest sei und dass ihre Unterstützer nicht eingeschüchtert werden dürften

Nasrin Sotudeh war für ihr Engagement als Menschenrechtsaktivistin und als Anwältin für politisch Verfolgte zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nachdem sie 3 Jahre abgesessen hat, kam sie letztes Jahr frei. Das Berufsverbot blieb aber bestehen. Für ihre Menschenrechtsaktivitäten hat sie im Jahr 2012 den Sacharowpreis des Europaparlaments erhalten.

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Iran 10. Dezember: Nein zur Todesstrafe


Am 10. Dezember 2014 versammelten sich die Mitglieder des iranischen Vereins „Legam“ vor der iranischen Anwaltskammer, um gegen die Todesstrafe zu protestierten. Sie kritisierten namentlich die Todesstrafe für Minderjährige, die Verurteilung politischer Gefangener zum Tode aufgrund erfundener gewöhnlicher Straftaten und die Existenz der Todesstrafe überhaupt. Nasrin Sotude, die zur Kundgebung aufgerufen hatte, konnte selbst nicht teilnehmen – sie wurde im Vorfeld festgenommen.

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