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Sanandadsch (Kurdistan – Iran): Kurdischer Aktivist schwer gefoltert

Der politische und Umwelt-Aktivist Afschin Hossein Panahi wurde vor einigen Monaten verhaftet und in der Filiale des iranischen Geheimdienstes in Sanandadsch schwer gefoltert. Ihm wurden sämtliche Fußnägel ausgerissen. Auch wurde er mit Elektroschocks gefoltert. Das Regime wollte ihn dazu zwingen, am Fernsehen seine Familie zu verurteilen. Ein Bruder des Gefangenen wurde vom Regime ermordet, ein anderer Bruder sitzt im Gefängnis. Afschin Hossein Panahi ist jetzt im Zentralgefängnis von Sanandadsch in Haft. Ihm wird trotz seiner miserablen gesundheitlichen Verfassung eine ärztliche Behandlung verweigert. Das Revolutionstribunal von Sanandadsch verurteilte Afschin Hossein Panahi vor wenigen Wochen wegen „Propaganda gegen das System“
zu 8,5 Jahren Gefängnis. Als Propaganda gegen das System wurde gewertet, dass er über die Ermordung seines Bruders gesprochen hatte.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=83424
vom 12. Adhar 1396 (3. Dezember 2017)
shekanjeye shadide afshin hossein panahi dar edareye ettela°ate sanandaj

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Iran: Streik der Studenten des Studienzweigs Erdölwirtschaft


Forderung der Studenten: elzam be estexdam – Zwang zur Einstellung

Am Sonntag hat die Ingenieurshochschule für Erdöl in Abadan bekannt gegeben, dass sie bis auf weiteres geschlossen ist. Diese Hochschule wurde 1318 (1939/1940) begründet. In Ahwas, Abadan und Teheran gibt es Hochschulen für Erdölwirtschaft, und es bedarf guter Beziehungen, um beim Aufnahmetest an diese Hochschulen zu „bestehen“. Nicht ohne Grund: Die Studenten mussten zu Beginn des Studiums ein Vertrag mit dem iranischen Erdölministerium unterschreiben, dass sie sich nach dem Studium zu acht Jahren im Erdölministerium oder einem der ihm untergeordneten Unternehmen verpflichten. Diese Stellen sind sehr gut bezahlt.
So liegt auch ein wesentlicher Grund für den Ausbruch des Streiks der Studenten und Absolventen dieses Studienzweigs darin, dass das Ministerium selbst diesen Vertrag missachtet. Das heißt, dass auch Studenten mit guten Abschlüssen auf einmal nicht mehr angestellt werden. Die Forderung der Studenten, die auch auf den Plakaten zu lesen ist, lautet daher:
elzam be estexdam – Zwang zur Einstellung.
Der Staat geht inzwischen dazu über, „Rädelsführer“ des Streiks zu verhaften. Die vorübergehende Schließung der Hochschule in Abadan soll vermutlich auch die Möglichkeiten der Studenten einschränken, zusammenzukommen und gemeinschaftlich zu handeln.

https://www.radiofarda.com/a/iran_students_oil_ministry/28893386.html
vom 12. Adhar 1396 (3. Dezember 2017)
daneshjuyane daneshgahhaye naft be e°teraz wa tahassone xod edame dadand

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Said Mortasawi: Schuld sind die andern

Wie berichtet, wurde der Folterer und ehemalige Staatsanwalt von Teheran Said Mortasawi in zweiter Instanz wegen des Todes von Mohsen Ruhollah Amini, der im Kahrisak-Gefängnis an den Folgen der Folter starb, wegen Beihilfe zum Mord zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Eigentlich sind dafür 5 Jahre Gefängnis vorgesehen, aber es wurde auf mildernde Umstände anerkannt und so erhielt er zwei Jahre, die rechtskräftig sind. In einem Brief an den Religiösen Führer hat Said Mortasawi jetzt die Schuld für die Folterungen auf die Beamten im Kahrisak-Gefängnis geschoben, über die er keine Aufsicht gehabt habe. In seinem Brief schreibt er von „eigenmächtigen Handlungen eines Teils von gesetzeswidrig handelnden Beamten in der Haftanstalt Kahrisak“. Außerdem macht er Schläge während der Verhaftung von Mohsen Ruhollah Amini bei der Verhaftung für dessen Tod verantwortlich, was dann ebenfalls außerhalb seiner Verantwortung läge. Bedenkt man, dass er die Strafmilderung wegen gezeigter „Reue“ erhalten hat, kann man nicht erkennen, wo denn Reue zu sehen ist. Nach dieser Darstellung war er für nichts verantwortlich, was zum Tod des Gefolterten führte. Darüber hinaus führt er höhere Werte für sein Handeln an, nämlich die vom Religiösen Führer geforderte Niederschlagung der „Verschwörung“, wie die Proteste gegen die Fälschung der Wahlergebnisse der Präsidentschaftswahlen vom Juni 2009 im amtlichen Sprachgebrauch heißt. Davon, dass Kahrisak ein illegaler Haftort war und eine Verlegung dorthin folglich nicht legal gewesen ist, ist nirgends die Rede. Und Said Mortasawi hat nicht nur einen Gefangenen dorthin verlegen lassen…

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=142519
vom 8. Adhar 1396 (29. November 2017)
e°terafe mortazavi be zarb o shatm o shekanjeye mo°tarezane sale 88

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Iran – Jemen: Ehemaliger Staatschef von Jemen ermordet

Wie verschiedene Quellen aus Jemen berichten, kam es seit Sonntag in Sana°a, der Hauptstadt Jemens, zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Huthi-Milizen, die das Innenministerium und den Flughafen der Hauptstadt kontrollieren, und den Kräften des ehemaligen Präsidenten von Jemen Ali Abdollah Saleh. Im Rahmen der Kämpfe wurden Ziele in der Nähe des Innenministeriums und des internationalen Flughafens von Sana°a bombardiert. Da nur Saudi-Arabien über Luftstreitkräfte verfügt, dürfte die Regierung Saudi-Arabiens für diese Bombardements verantwortlich sein. Die Huthi-Milizen ihrerseits werden von den iranischen Machthabern unterstützt. Sie haben nach eigenen Berichten – so schreibt die Agentur Reuters – das Auto gestoppt, in dem der ehemalige Präsident Jemens Ali Abdollah Saleh saß, und diesen zusammen mit einem weiteren führenden Politiker der Nationalen Kongresspartei Jemens ermordet. Aus diesen Details ist klar ersichtlich, dass dieser Mord nicht während einer bewaffneten Auseinandersetzung erfolgte. Nachdem die Huthis schon früher eine ballistische Rakete auf den internationalen Flughafen von Riad (Saudiarabien) abgeschossen haben, die angeblich im Iran gebaut wurde, dürfte dieses Vorgehen zu einer weiteren Verschlechterung der Beziehungen zwischen dem Iran und Saudiarabien führen.
Diese Aktion der Huthis, die angesichts der raschen Veröffentlichung von Fotos der Leiche des ermordeten Ali Abdollah Saleh in iranischen Medien in Absprache mit ihren iranischen Sponsoren geschehen sein muss, ist ein weiterer Schritt zu einem kriegerischen Konflikt zwischen Iran und Saudiarabien. In diesem Fall ging scheinen auf iranischer Seite Kriegstreiber am Werk zu sein.

https://www.radiofarda.com/a/yemen_saleh_houthi_clashes_saudi/28894742.html
vom 13. Adhar 1396 (4. Dezember 2017)
manabe°e hezbe kongreye melliye yaman: °ali °abdollah saleh koshte shod

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Proteste anlässlich der Bankenpleiten in Chuzestan

Wie mehrfach berichtet, haben verschiedene Kreditinstitutionen im Iran Pleite gemacht und die Menschen haben ihre Einlagen verloren. Die Schuld sehen alle beim Staat, der seine Pflicht zur Bankenaufsicht nicht nachgekommen ist. Die Bänker der Pleitebanken gelten als gute Freunde von Sadegh Laridschani.

Gestern, am 28.11.2017 protestieren die Menschen in Chuzestan lautstark vor dem Gebäude der Judikative. Sie riefen Parolen gegen Sadegh Laridschani, dem Chef der Judikative im ganzen Iran. Die Parolen lauteten z.B. “ Laridschani ghaziyeh – ba dozd hambaziyeh“ (Übersetzt etwa: Laridschani ist Richter – im Team mit den Dieben).

Derzeit gibt es viele geprellte Menschen und im ganzen Iran gehen sie in der gleichen Art auf die Straße. Interessant ist, wie auffallend zurückhaltend sich die Beamten verhalten.


Gebäude der Judikative in Chuzestan

https://youtu.be/VD0BB5WFHgQ

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Iranische Gewerkschaftsproteste gegen Zwang, Trackingsysteme zu installieren

Fischer aus Chabahar und Kenarak, Südiran, protestieren gegen die Zwangsinstallation von teueren VMS (Vessel Monitoring Systems) auf ihren Schiffen.

Mit einem VMS können Schiffe ähnlich wie mit GPS-Signale von Satelliten geortet werden und Positionsinformation an die Behörden gesandt werden. Die Fischer müssen diese Geräte selbst bezahlen. Ein Gerät kostet ca. 3000 Euro und ein Fischer muss ca. sechs Monate für so einen Betrag arbeiten. Hinzu kommt, dass die Geräte oft kaputt gehen und ersetzt werden müssen.


Die Fischer sagen, dass ihnen das Gerät keinen Nutzen für den Fischfang bringt. Im Gegenteil: auch Pirten könnten Ihre Position feststellen und sie überfallen und ausrauben. Wenn die iranischen Fischer gezwungen würden dieses Gerät zu installieren, wird es bald keine mehr geben.


Ein Vertreter der Fischereigewerkschaft sagte, dass sie erwarten, dass sich die Fischereibehörden mit Fragen der Versicherung und des Handels beschäftigen statt ihnen Trackingsystem aufzuzwingen.

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Iran – Erdbebenopfer: Leben im Zelt




Seit dem starken Erdbeben im Westiran sind zwei Wochen vergangen. Der Staat hat eine Form von Arbeitseinteilung vorgenommen: Die Armee ist dafür zuständig, Aufruhr und Protest in den Städten zu verhindern, die Revolutionswächter in den ländlichen Gebieten. Hier einige Fotos vom keineswegs romantischen Leben im Zelt, die auf der Webseite tabnak.ir veröffentlicht wurden.


Das sieht nach lokalen Fertigkeiten im Zeltbau aus. Diese Behausungen wecken mehr Vertrauen als das zuvor Gezeigte.

http://www.tabnak.ir/fa/news/750628/%DA%AF%D8%B0%D8%B1%D8%A7%D9%86-%D8%B2%D9%86%D8%AF%DA%AF%DB%8C-%D8%B2%DB%8C%D8%B1-%D8%B3%D9%82%D9%81-%DA%86%D8%A7%D8%AF%D8%B1
vom 27. November 2017
gozarane zendegi zire saqfe chadorha

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Iran: Kostbares Brot


Die iranische Regierung hatte vor, die Subventionen für den Brotpreis abzubauen und diesen steigen zu lassen. In den Brot-Warteschlangen im ganzen Land war darauf ein Murren zu hören. Brot gehört im Iran zu den Grundnahrungsmitteln. Offensichtlich wollte die Regierung nicht riskieren, dass hier eine politische Bewegung entsteht, und so machte sie einen Rückzieher: Die Erhöhung des Brotpreises würde zu einer Kettenreaktion von Preisansteigen führen, die der Anti-Inflationspolitik der Regierung zuwiderliefen.
So konnte sie zumindest ihr Gesicht wahren. Es spricht einiges dafür, dass die Angst davor, dass eine Protestbewegung gegen die Brotpreiserhöhung von den USA und Saudiarabien unterstützt werden könnte und die politische Lage im Land kippen könnte, ausschlaggebend für die Entscheidung der Regierung war. Egal, was die Motive sind, die Bevölkerung wird es danken.

https://www.radiofarda.com/a/iran-price-bread-stays-steady-rouhani-administration/28877960.html
vom 5. Asar 1396 (26. November 2017)
chera nan geran nashod

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Iran – Sa‘id Mortasawi bekommt 2 Jahre Haft

Bei den Protesten gegen die Fälschung der Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 war es nicht nur zu zahlreichen Verhaftungen und Misshandlungen gekommen, es wurde auch ein heimliches Gefängnis geschaffen, in das eine Reihe von Gefangenen verlegt wurden. Dieser geheime Haftort war Kahrisak. Mindestens vier Gefangene sind in Kahrisak durch Folter ermordet worden: Mohsen Ruh-ol-amini, Amir Dschawadifar, Mohammad Kamrani und Ramin Aqasade Qahrmani. Sa‘id Mortasawi war einer der Hauptverantwortlichen für die Verlegung der Gefangenen nach Kahrisak. Vom Gericht der ersten Instanz wurde Sa‘id Mortasawi nur wegen „illegaler Haft“ angeklagt und zu dauerhaftem Ausschluss aus der Justiz sowie zu einem fünfjährigen Ausschluss aus dem Staatsdienst verurteilt.
Jetzt, drei Jahre später, hat das Revisionsgericht geurteilt. Dieses legte Sa‘id Mortasawi Beihilfe zum Mord zur Last. Mir Madschid Taheri, der Rechtsanwalt der Eltern des ermordeten Mohsen Ruh-ol-Amini, berichtete hierzu: „Das Revisionsgericht hat Mortasawi in Zusammenhang mit der Anklage der Beihilfe zum Mord mit Strafmilderung zu zwei Jahren Haft verurteilt. Dieses Urteil ist rechtskräftig.“ Wäre nicht die Ausdauer der Eltern von Mohsen Ruh-ol-Amini und die Tatsache, dass Mohsens Vater einer der Berater der Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i ist, dann wäre auch dieses Urteil nicht möglich geworden. Deshalb wäre es verfehlt, von einem Sieg der Gerechtigkeit zu sprechen. Beziehungen spielen auch hier die Hauptrolle.
Eine ganz andere Sache ist, ob Sa‘id Mortasawi die Strafe dann tatsächlich antreten muss…

https://www.radiofarda.com/a/iran-2009-protests-kahrizak-mortazavi-2-years-jail/28877907.html
vom 5. Asar 1396 (26. November 2017)
sa°id mortazawi dar ertebat ba waqaye°e kahrizak be do sal habse qat°i mahkum shod

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Iran: Sa‘id Mortasawi, der Folterer mit gutem Draht nach oben

Über den früheren Staatsanwalt, Richter und Folterer Sa‘id Mortasawi hatten wir schon öfter berichtet. Er ist einer der Verantwortlichen für die Folterungen in Kahrisak, dem „Guantanamo“ der Islamischen Republik Iran. Als er unter Präsident Ahmadineschad wegen Kahrisak in die Kritik geriet, holte ihn Ahmadineschad und versetzte ihn auf einen lukrativen Posten. Den des Direktors der Staatlichen Sozialversicherung, von der im Iran 41 Millionen Menschen erfasst werden. Nicht, dass sein Gehalt dort so üppig gewesen wäre, nein, das nicht, aber er besserte es damit auf, dass er aus der Kasse der Sozialversicherung Milliarden von Tuman verschwinden ließ. Nach heutigem Kurs ist ein Euro 5000 Tuman wert, die Summe liegt also umgerechnet in einem Bereich von mehreren Hunderttausend Euro.

Anwalt der Kläger verurteilt
Gegen diese Veruntreuung klagte sowohl die Staatliche Sozialversicherung als auch mehrere Rechtsanwälte als Vertreter versicherter Arbeitnehmer. Einer der klagenden Anwälte, Mostafa Tork Hamedani, wurde jetzt zu 10 Monaten Gefängnis und Auspeitschung mit 40 Stockhieben verurteilt. Der Anwalt Mostafa Tork Hamedani hatte in seinem Interview mit der staatlichen Agentur ILNA nicht einmal den Namen von Sa‘id Mortasawi erwähnt. Trotzdem wurde er von der Kammer Nr. 1060 des 2. Strafgerichts von Teheran (Dadgahe keyfariye 2) wegen „Verleumdung“ zu Gefängnis und Auspeitschung verurteilt.

Freispruch für den Dieb

Wegen der Veruntreuungen und der Amtsführung von Sa‘id Mortasawi als Direktor der Staatlichen Sozialversicherung waren mehrere Gerichtsverhandlungen anhängig. In einem wurde er jetzt freigesprochen. Nicht nur das, ihm wurde nicht einmal auferlegt, die veruntreuten Gelder zurück zu zahlen. Der Parlamentsabgeordnete für den Wahlkreis Urumiye, Nader Qasipur, zeigte sich schockiert über das Gerichtsurteil. Das Gericht habe die Interessen der Versicherten überhaupt nicht berücksichtigt, sonst hätte es zumindest die Rückerstattung der „verschwundenen“ Beträge verlangt. Der Abgeordnete verlangte, dass die Staatliche Sozialversicherung und die Justizorgane gegen diesen Freispruch Widerspruch einlegen.

http://news.gooya.com/2017/11/post-9627.php
vom 27. November 2017
wakile shakiyane mortazawi be 10 mah zendan wa 40 zarbe shalaq mahkum shod

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=142379
vom 6. Asar 1396 (27. November 2017)
nader qazipur: az tabra‘eye mortazawi shuke shodam / dastgahe qaza‘i hadd-aqall hokme radde mal-ra sader mikard

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Auswirkungen des Erdbebens nach 10 Tagen


Das Erdbeben war spät in der Nacht und so stark, dass Fachleute sofort vermutet haben, dass es in der Region nie dagewesene Zerstörungen und Opferzahlen geben würde.


Die Ärzte wollten den Betroffenen schnell helfen, aber Krankenhäuser und sonstige medizinische Einrichtungen waren ebenfalls zerstört.


Schon in der ersten Stunde aber auch noch die Tage danach war die wichtigste Frage, wie viele Menschen zu Schaden gekommen waren und wie groß das Ausmaß der Zerstörungen wirklich war. Es führte zu hitzigen Diskussionen im ganzen Iran.


Angesichts der Zahl der zerstörten Gebäude gab es viel zu wenig Erdebebenspezialisten für die Rettung der Menschen.


Andererseits gab es viele Helfer unter denen, die keine Fachleute waren und trotzdem zupackten.


Mindestens 12.000 Gebäude, darunter auch Krankenhäuser allein in Kermanschah sind zu 100% zerstört worden.


Nach ein paar Tagen wurden die Probleme offensichtlich: die Menschen hatten keine Zelte und keine Möglichkeit, sich warm zu halten.


Hasan Rouhani hat eine kurze Rede gehalten und sich für die Hilfe von vielen Menschen aus dem ganzen Iran bedankt. Am Ende bedankte er sich noch bei den Pasdaran. In diesem Moment riefen die Zuschauer viele kritische Parolen gegen die Pasdaran, die ihnen überhaupt nicht geholfen haben.

Zigtausende Menschen in Sarpol-e Zahab und den umliegenden Dörfern mussten im Freien übernachten.


Vom ersten Tag an zeigte sich, dass die Häuser der Wohnungsbaugesellschaft unter dem Namen Maskan-e Mehr (Wohnung der Nächstenliebe), die Ahmadineschad in seiner Amtszeit ins Leben gerufen hatte, die größten Schäden zu verzeichnen hatten. Im Vergleich mit anderen Gebäuden starben hier auch die meisten Menschen.

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Iran: Bassidschi-Miliz als Quartier-Polizei

Bislang waren die Bassidschis, ursprüngliche eine Art Freiwlligenmiliz aus den Zeiten der Revolution, ein Hilfsorgan des Staates, um Proteste zu unterdrücken. Diese Rolle wurde gefestigt, indem die Bassidschis den Pasdaran, also den Revolutionswächtern, untergeordnet wurden. Der derzeitige Bassidschi-Chef, Gholamhossein Gheybparwar, hat laut der iranischen Nachrichtenagentur ISNA zur „Woche des Bassidschis“ eine Rede gehalten, in der er unter anderem bekannt gab, dass 18.000 Bassidschis ausgebildet wurden, um das Internet zu kontrollieren. Im vergangenen Jahr hätten 100.000 junge Bassidschis, die aus den Schulen und den Moscheen heraus angeworben wurden, eine militärische Ausbildung erhalten, um die Sicherheitskräfte zu unterstützen. Nach einem neuen Programm sollen die Bassidschis jetzt auch Quartierkontrollen durchführen, also nicht nur als Schlägertrupp gegen Demonstranten, gegen Konzerte und unliebsame Redner eingesetzt werden, sondern auch die Bevölkerung im Wohnviertel filzen und schikanieren. Sie genießen den „Schutz des Gesetzes“, wie Gheybparwar betonte, sprich, das Gesetz hat ihnen nichts an, sie werden in der Regel straffrei ausgehen, was auch immer sie anstellen.

http://news.gooya.com/2017/11/post-9298.php
15. November 2017
shoru°e gashthaye mahalle‘iye basij dar shahrha

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Erdbeben im Iran: Geologie life


Wenn die Opfer nicht wären, wären Erdbeben doch etwas ganz Beeindruckendes.


Wo sieht man deutlicher die Kräfte, die in der Erde arbeiten und so zum Vorschein kommen?


In Mel-e Kabud (Region Sarpol-e Sahab) sieht man die Verwerfungen und Bruchlinien über Hunderte von Metern,


der Versatz zwischen den ehemals auf gleichem Niveau liegenden Ebenen beträgt stellenweise mehrere Meter.


http://www.tabnak.ir/fa/news/748564/%D8%B1%D8%A7%D9%86%D8%B4-%D8%B2%D9%85%DB%8C%D9%86-%D8%AF%D8%B1-%D8%B1%D9%88%D8%B3%D8%AA%D8%A7%DB%8C-%D9%85%D9%84%D9%87-%DA%A9%D8%A8%D9%88%D8%AF-%D8%B3%D8%B1%D9%BE%D9%84-%D8%B0%D9%87%D8%A7%D8%A8
vom 19. November 2017
raneshe zamin dar rustaye mele kabud-e sarpol-e zahab

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Iran: Die Feinde der Erdbebenopfer

Im Westen des Irans, in kurdischen Städten wie Kermanschah, Sarpol-e Sahab und Qasr-e Schirin sowie den umliegenden Dörfern war es vergangene Woche zu einem schweren Erdbeben gekommen.

Wohnung der Nächstenliebe
Ahmadineschad hatte in seinen zwei Amtszeiten als Staatspräsident eine Wohnungsbaugesellschaft unter dem Namen Maskan-e Mehr (Wohnung der Nächstenliebe) ins Leben gerufen. In allen Städten gründeten seine Leute Filialen von Maskan-e Mehr. Die Gelder der Zentralbank, der Nationalbank und anderer Banken, in denen Ahmadineschads Leute saßen, flossen reichlich und die Wohnhäuser schossen wie Pilze aus dem Boden. Sie wurden freilich nicht verschenkt, sondern gegen Kredit verkauft. In der Erdbebenregion sind diese Neubauten samt und sonders in Staub und Asche versunken. Die Schulden aber nicht. Neben den Toten und Verletzten haben die Überlebenden jetzt also auch noch mit den Banken zu kämpfen, die für Wohnungen, die nicht mehr existieren, weiterhin Zinsen und Kreditrückzahlung verlangen…

Auf der Suche nach Sündenböcken
Für die jetzige Regierung war das eine gute Gelegenheit, Ahmadineschad und seine Kumpanen ins Rampenlicht zu rücken. Drei enge Mitarbeiter von Ahmadineschad, Hamid Baqa‘i, Habibollah Dschos‘-e Chorassani, Ali-Akbar Dschawanfekr, wurden von der Justiz vorgeladen. Daraufhin hielt Ahmadineschad eine Rede, in der er mit Vorwürfen gegen die Brüder Laridschani – einer von diesen ist der Chef der iranischen Justiz – nicht sparte. Sie seien die größten Diebe, und er habe Beweise in der Hand. Anderen hätten derartige Attacken die Todesstrafe eingebracht, aber Ahmadineschad hat noch immer genügend Gönner im Hintergrund. Die drei von der Justiz Gesuchten hatten keine große Lust, sich der Justiz zu stellen, und suchten in einem Heiligtum im Süden von Teheran, dem Aramgahe Schah Abdolasim in Schahre Rey Zuflucht, ähnlich dem Kirchenasyl, das uns hierzulande vertraut ist. Sie riefen die göttliche Gerechtigkeit gegen solch unbillige Verfolgung an.

Islamisches Gegenstück zum Kirchenasyl
Aber so wie im katholischsten aller Bundesländer, in Bayern, die Heiligkeit des Kirchenraumes am wenigsten geachtet wird, wie ein Polizeieinsatz gegen Flüchtlinge in Augsburg beweist, so sind auch im Iran diejenigen, die am meisten die Religion im Munde führen, dieselben, die deren Traditionen am wenigsten achten. Die Gebrüder Laridschani – der eine Parlamentspräsident, der andere Oberhaupt der Justiz – haben sich nebenbei auch eine Privatarmee von Schlägern aufgebaut, die als sogenannte „spontane Elemente“ immer dann in Erscheinung treten, wenn handfestes Zupacken gefragt ist, aber man den Schein wahren will. Also rotteten sich 50-60 Vertreter dieser Zunft vor dem Heiligtum des Schah Abdolasim in Schahre Rey zusammen, drangen ein und holten die drei Beschuldigten gewaltsam ins Freie. Es wird sich zeigen, wie die Justiz weiter mit ihnen verfährt.

Hilfe für die Erdbebenopfer?

Parallel dazu ist der Staat auch in Sachen Erdbebenhilfe aktiv. Aus dem Erdbeben in Bam, als auch aus dem Ausland tatkräftige Hilfe kam, hat der Staat gelernt. Nämlich, dass es unangenehm ist, ausländische Beobachter und Zeugen zu haben, die ihm auf die Finger schauen, wenn es darum geht, die Hilfe in fremde Taschen zu stecken. Also hieß es gleich, man brauche die Hilfe nicht, das schaffe der iranische Staat auch allein. Gegenüber der eigenen Bevölkerung, die sich schon bei früheren Erdbeben solidarisch zeigte, hilft das Vorgehen freilich nicht.

Die Zufahrtswege sperren
Auch diesmal hatten die Iraner selbst schnell Hilfslieferungen organisiert und fuhren damit nach Kermanschah, Qasr-e Schirin oder Sarpol-e Sahab. Doch der Staat hatte vorgesorgt: An den Autobahnen, die in die Städte führen, waren die Staatsorgane postiert. Sie fingen die Lieferungen ab, nahmen sie mit der Behauptung ab, der Staat werde sie selbst direkt den Bedürftigen zukommen lassen, und unterbanden so wirksam den Kontakt zwischen Helfern und Opfern, zwischen Zeugen der staatlichen Behinderung und Schikane und Zeugen der Korruption. Stattdessen inszenierte der Staat eigene Hilfsaktionen, verteilte die beschlagnahmte Ware auf kleine Lieferwagen und ließ in jedem Lieferwagen einen Geistlichen oder einen Schüler einer der theologischen Lehranstalten Platz nehmen, um das Image dieses Gewerbes aufzupolieren. Das Vorgehen der Behörden sprach sich rum, und so gingen die Leute, dazu über, die Hilfssammlungen selbst zu organisieren. In Tabris kam so eine Karawane von rund 20 Lastwagen mit Hilfsgütern zustande. Den Pasdaran blieb dies nicht verborgen. Sie beschlagnahmten die Hilfsgüter, um sie selbst zu verteilen – angeblich, und verprügelten die Fahrer. So bleibt der Bevölkerung nur noch ein Weg, nämlich die oft gefährlichen Landstraßen zu nutzen, um den Dörfern die Hilfe zukommen zu lassen. Vergessen wir nicht – es handelt sich um eine gebirgige Region, und die Straße sind hier nicht so dicht gesät und so gut gewartet wie in der Schweiz.
Aber auf diesem Weg fließt die Hilfe weiter, am Staat vorbei.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=141702
vom 26. Aban 1396 (17. November 2017)
nazdikane ahmadinezhad xahane dexalat xamene‘i dar residegi be ettehamate xod shodand

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Bilder aus der Erdbebenregion: Kermanschah und Sarpol-e Zahab, Iran


Die Menschen wollen ihre Angehörigen aus den Trümmern bergen, aber ein Soldat versucht sie davon abzuhalten weil es noch immer gefährlich ist.


Das Studentenwohnheim der Universität Kermanschah ist zerstört und die StudentInnen wurden hierher evakuiert.


In Sarpol-e Zahab, einer Stadt an der Grenze zum Irak, schauen Menschen auf ihre zerstörten Wohnungen.


Die Frau ist zusammengebrochen und wird von ihrem Mann getröstet.


Ihre Wohnungen sind zerstört und die Menschen müssen bei winterlichen Temperaturen im Freien übernachten.

Die folgenden Bilder stammen aus dem zerstörten Sarpol-e Zahab, zwei Tage nach dem Erdbeben:

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